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Stralsund Sanierungskur für Knieper-Apotheke
Vorpommern Stralsund Sanierungskur für Knieper-Apotheke
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00:01 28.10.2017
Die Bauarbeiten an Dachstuhl und Fassade sollen nächste Woche beendet werden. FOTOS (3): MARLIES WALTHER
Stralsund

Da gibt es Kunden, die haben schon als Kind ihren Lutscher in der Knieper-Apotheke geholt. Solche Geschichten erzählen die älteren Stralsunder dem heutigen Filialleiter Dr. Marco Neumann gern. Und der 32-Jährige hört aufmerksam zu. Genau das sei es schließlich, was die „Apotheke vor Ort“ vom Handel mit Arzneimitteln im Internet unterscheidet, sagt Neumann.

Das traditionsreiche Gebäude aus dem Jahr 1881 ist künftig barrierefrei über einen Lift erreichbar

„Unsere Stärke ist die persönliche Betreuung und Beratung. Wir haben viele Stammkunden. Und manchmal sind wir auch Kummerkasten“, erklärt der junge Apotheker, der die Knieper-Apotheke führt. Die ist mehr als doppelt so alt wie er selbst, feierte inzwischen ihren 77. Geburtstag. Am 1. September 1940 hatte August Herré hier seine Apotheke eröffnet. Inhaberin ist heute die Stralsunderin Birka Zander, die außerdem noch die Apotheke im Warmbad und die Baltic-Apotheke im Quartier 17 betreibt und insgesamt 28 Mitarbeiter beschäftigt.

In den letzten Wochen gab es am Knieperdamm 6 aber sowohl für die Kunden als auch die Mitarbeiter zusätzlich ein besonderes Gesprächsthema. Denn seit Mitte Juli wird das Haus, in dem sich neben der Apotheke noch zwei Wohnungen und die Physiotherapie von Ralf Skerra befinden, bei laufendem Betrieb saniert. Und das stellte sich schwieriger heraus, als eigentlich geplant war. „Ursprünglich wollten wir nur das Dach neu eindecken“, sagt Dr. Holger Junghans (57) aus dem Management des Unternehmens. Doch als die ersten Schichten von Dachpappe heruntergenommen wurden, stellte sich heraus, dass große Teile der Dachkonstruktion schlichtweg verrottet waren. Aus diesem Grund mussten Hölzer großflächig ersetzt werden. Das Haus sei in den 1990er-Jahren – bevor es Birka Zander im Jahr 2004 übernommen hat – bereits einmal erneuert worden. Damals wurden auch zwei Gauben und ein Balkon angebaut. Die Sanierung sei allerdings offenbar unzureichend gewesen. Inzwischen sind die Bauschäden fast alle behoben. „Der Dachstuhl ist nach dem aktuellen Stand der Bauphysik wiederhergestellt“, sagt Junghans. Dadurch hätte sich die Bauzeit allerdings erheblich verlängert.

„Wir sind den Firmen dankbar, dass sie trotz ihrer engen Auftragslage ihre Pläne umgestellt und die nötigen Arbeiten übernommen haben“, lobt Junghans die Stralsunder Handwerker. Dachdecker Kidszun, Bautischler Langner und Maler Biederstädt hätten einen guten Job gemacht. Das schlechte Wetter in diesem Jahr habe aber auch zusätzlich für Probleme gesorgt, blickt Elke Meißner vom Ingenieurteam Nord zurück. „Jetzt sind wir alle froh, dass sich die Baumaßnahme ihrem Ende entgegenneigt“, sagt die Architektin. „Teilweise waren bis zu neun Schichten Dachpappe übereinandergeklebt. Ein einziger Flickenteppich. Das musste alles runter“, erläutert sie. Nun wurde das Dach mit neuen Bitumen-Schindeln belegt. In der nächsten Woche sollen die Dacharbeiten beendet sein. Bei der Fassaden-Gestaltung habe man sich für ein warmes Grau und Weiß entschieden. Das entspreche den Farben des neoklassizistischen Bauwerkes.

Eine weitere Verbesserung für die Kunden wird es durch einen Behindertenaufzug geben. So ist die Apotheke künftig auch für Rollstuhlfahrer barrierefrei erreichbar. Der Lift soll Anfang Dezember installiert werden. „Dem sehen die Kunden schon mit Spannung entgegen“, sagt Apotheker Neumann. Über das Ergebnis der Bauarbeiten freut sich auch Monika Landmesser, die gern in die Knieper-Apotheke kommt, „weil hier alle so super freundlich sind“.

Bekannte Tierfotografin war die Vermieterin

Die Vorstadtvilla am Knieperdamm 6 wurde 1881 für Fräulein Friedericke Wilhelmine Alexandrine von Berg errichtet, wie Stadthistoriker Dr. Andreas Neumerkel berichtet. Später gelangte das Haus in den Besitz von Käthe Hecht, einer bekannten Tierfotografin.

August Herré, ein Apotheker aus Köslin, mietete sich bei ihr im Jahr 1940 für zunächst zehn Jahre ein.

Ab 1949 wurde die Apotheke staatlich verwaltet. Hildegard Vogler wurde 1968 als Apothekenleiterin eingesetzt und erwarb sie 1990, um das Unternehmen in die Marktwirtschaft zu führen.

Marlies Walther

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