Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Stralsund E-Schiffe stromern künftig über die Ostsee
Vorpommern Stralsund E-Schiffe stromern künftig über die Ostsee
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
06:15 06.11.2018
Einen Blick auf die Zukunft elektrischer Seefahrt gibt die norwegische Akku-Fähre "Ampere", die pro Tour 120 Pkw und 350 Passagiere zwischen Lavik und Oppedal über den Sognefjord transportiert. Quelle: HOST
Stralsund

 Das Projekt heißt ELMAR und verbindet Unternehmer und Wissenschaftler aus Vorpommern, Polen und Litauen mit dem Ziel, auf der Ostsee künftig emissionsfrei betriebene Boote und Schiffe fahren zu lassen. Mit einem Gesamtbudget von 1,8 Millionen Euro sollen die Entwicklung, Produktion und der Vertrieb von Booten, Yachten, Ausflugs- und Kreuzfahrtschiffen mit Elektroantrieb in der südlichen Ostseeregion gefördert werden. Die finanziellen Mittel kommen aus dem Interreg-Förderprogramm der Europäischen Union. Die Leitung des Projekts liegt bei der Wirtschaftsfördergesellschaft (WfG) Vorpommern, die wissenschaftliche Begleitung bei der Hochschule Stralsund (HOST) sowie den Universitäten Gdansk (Danzig) und Klaipeda.

Vorhandene Erfahrungen nutzen

„Wir haben das Projekt 2017 gemeinsam mit Partner aus der Region entwickelt“, sagt Karl Kuba, Ansprechpartner bei der WFG für ELMAR. Er verweist dabei die Weiße Flotte und Ostseestaal aus Stralsund sowie HanseYachts Greifswald und Neptun Ship Design aus Rostock. Aufgegriffen wurden dabei Ansätze, die es bei Elektromobilität auf dem Wasser in der Region bereits gibt. So war bei Ostseestaal im Oktober 2017 mit der „Sankta Maria II“ die weltweit erste vollelektrische Autofähre für Binnengewässer vom Stapel gelaufen. Die Weiße Flotte etwa besitzt Erfahrung beim Betrieb von Solarfähren auf Berliner Gewässern und dem Mittellandkanal bei Wolfsburg. Laut Karl Kuba bietet ELMAR über die Bestandsaufnahme vorhandener emissionsfreier Schiffsantriebe hinaus, die Analyse von Marktpotenzial und Zielgruppen sowie die Chance, Lieferanten- und Vertriebsketten von Bootsbau- und Schiffbauunternehmen aus MV, Polen und Litauen mit Interesse an E-Mobilität zusammenzuführen und damit auch die maritime Wirtschaft in Vorpommern voranzubringen.

Projekt ist ein Schwerpunkt des Energie-Symposiums

Die Hochschule Stralsund hat dem Projekt für emissionsfreie Schiffsantriebe gleich am Mittwoch, dem Eröffnungstag ihres 25. Symposiums für Regenative Energien und Wasserstoff , einen Tagungsschwerpunkt gewidmet. „Wohin der Trend in Zukunft geht, macht Norwegen derzeit vor“, sagt Professor Thomas Luschtinetz, Leiter des Instituts für regenerative Energiesysteme (IRES) der HOST. Worauf der Professor anspielt: Das Land will seine Fjordlandschaft schützen, von der Teile zum Unesco Weltnaturerbe gehören. Und so dürfen hier ab 2026 nur noch emissionsfrei betriebene Schiffe unterwegs sein. „Auch die Kreuzfahrtreedereien müssen dann umdenken“, sagt Luschtinetz.

Thema beim Energie-Symposium der HOST

Auf deutscher Seite arbeiten Wirtschaftsfördergesellschaft Vorpommern und Hochschule Stralsund (HOST) federführend am ELMAR-Projekt.

Die 25. Tagung des Energie-Symposiums der HOST, widmet dem ELMAR-Projekt einen Themenschwerpunk am Mittwoch. Interessierte Gäste sind zu den Vorträgen über emissionsfreie Schiffsantriebe an der Hochschule willkommen. Dazu ist der 7. November von den Tagungsgebühren befreit.

Weitere Informationen zum Symposium online unter: www.hochschule-stralsund.de unter dem Stichwort IRES

Dass Norwegen dafür inzwischen schon handfeste Beispiele vorzeigen kann, davon machten sich Vertreter der Hochschule und der Wirtschaftsfördergesellschaft bei einer Exkursion an den Sognefjord ein Bild. „Hier pendelt zwischen Lavik und Oppedal eine Fähre, die ihre Energie aus Akkus bezieht“, berichtet Prof. Johannes Gulden, Projektmanager am IRES. Der Katamaran „Ampere“ kann dabei bis zu 120 Autos und 350 Passagiere befördern. Die Akkupacks an Bord werden bei jedem Stopp im Fährhafen binnen kürzester Zeit wieder aufgeladen. „Was den E-Antrieb für Schiffe betrifft, wird in Norwegen offenbar geklotzt und nicht gekleckert“, sagt Gulden.

Regionale Märkte für das Thema öffnen

Im Bereich der südlichen Ostsee dürfte so ein geräumiges Fährschiff noch etwas auf sich warten lassen. Doch Prof. Gulden sieht Chancen, dass das ELMAR-Projekt hier durch die Innovationskraft Klein- und Mittelständischer Unternehmen zum Ziel führt: „Es geht darum die regionalen Märkte für das Thema zu öffnen.“ Gemeinsame mit dem mit den europäischen Partnern wird untersucht, was sich optimieren lässt. Also: Welche Elektro-Motoren und Akkus werden für welche Aufgaben an Bord gebraucht, welche Schiffsschrauben werden für die drehmomentstarken E-Antriebe benötigt? „Und natürlich wollen wir dabei Wasserstoff als Energielieferant auch für Boote und Schiffe mit im Auge behalten“, so Gulden.

Alles zusammen wird zunächst zur Entwicklung des südlichen Ostseeraums als Heimatmarkt für emissionsarmes Bootfahren führen. ELMAR setzt hier mit seinem regionalen wie internationalen Ansatz ein Zeichen für sauberen Schiffsverkehr auf der Ostsee.

Jörg Mattern

Hansestadt und Arbeiterwohlfahrt prüfen Bauplatz. Neue Kita soll in zwei Jahren fertig sein.

06.11.2018

Erfolgreiches Wochenende für Wildcats wird nicht mit dem Viertelfinale belohnt. Die Stralsunder Volleyballerinnen unterliegen Straubing 2:3 nach der 3:0-Gala gegen Emlichheim tags zuvor

05.11.2018
Greifswald Ammoniak für Schiffsantrieb - Innovation aus Greifswald und Stralsund

Statt mit schwefelhaltigem Schweröl könnten Schiffe mit mittels Windstrom erzeugten Ammoniak betrieben werden. Das Konzept für den Forschungsverbund wurde in Greifswald und Stralsund entwickelt.

05.11.2018