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Schilder-Wirrwarr auf dem Weg von Bergen nach Putbus

Bergen Schilder-Wirrwarr auf dem Weg von Bergen nach Putbus

Die fünftägige Sperrung der Landesstraße 301 am Bahnübergang Pastitz kostet Rügens Autofahrer Zeit und Nerven / Grund sind Arbeiten am Gleisbett

Bergen. Die Vollsperrung der L 301 zwischen Bergen und Putbus stößt bei Autofahrern seit Montag auf Unverständnis. Hunderte Autos mussten vor dem gesperrten Bahnübergang bei Pastitz stehenbleiben und unverrichteter Dinge den Rückwärtsgang einlegen.

Weder in Bergen noch in Putbus war auf den innerörtlichen Schildern die Wegeführung korrigiert, indem die Ortsnamen durchgestrichen worden wären. Zudem war die Ausschilderung einer Umleitung Fehlanzeige. Lediglich einige Sackgassen-Schilder mit dem Untertext „Zufahrt bis Bahnübergang frei“ machte den einen oder anderen einheimischen Fahrer nachdenklich.

Noch am Donnerstag wendeten gleichwohl bis zu drei Autos in der Minute vor der Baustelle und nahmen lange Umwege in Kauf oder suchten sich ihren Weg über Pastitz und Alt-Pastitz. Denn auch die Möglichkeit, den schmalen Plattenweg zu nutzen, war von Bahn AG und Baufirma nicht ausgewiesen worden.

Birk Henkel aus Berlin, der mit Frau und Sohn Urlaub in Baabe macht und unterwegs Richtung Bergen war, vermisste die Schilder umso mehr, als er der Umleitung über Putbus gefolgt war, die am Circus endet.

Auch Uwe Brahm, der im Forsthaus unmittelbar vor der Kurve zum Bahnübergang wohnt, wundert sich darüber, dass es keine Umleitung gibt. Ohnehin könne auch der Plattenweg über Pastitz nicht den gesamten Verkehr aufnehmen. „Unter den Lkw sind zum Teil große Klopper, die kommen dann nicht um die Kurve und haben Probleme beim Rangieren“, hat er beobachtet. Aber auch Personenwagen müssen an engen Stellen oder Kurven aufeinander warten. „Auch auf Sicherheit ist nicht geachtet worden. Manche Autos haben einen ganz schönen Zahn drauf und wenn dann hinter der Kurve eine längere Schlange entsteht, während die ersten vorne umdrehen, könnte das sogar brenzlig werden“, sagt Brahm.

„Wir haben vier Schilder aufgestellt. Wer das nicht kapiert, dem ist nicht zu helfen“, sagt der von der Bahn beauftragte Bau-Überwacher, der weder seinen Namen nennen noch weitere Auskünfte erteilen möchte. Auch Enrico Michelchen, technischer Assistent Gleisbau bei der ausführenden BUG Verkehrsbau AG, steht für Auskünfte nicht zur Verfügung. „Wir sind ein großes Unternehmen und eine Baustelle auf Rügen hat für mich nicht Prio A“, sagt BUG-Sprecher Sebastian Fritsche und verweist auf die Bahn als Auftraggeber sowie das von der BUG beauftragten Sub-Unternehmen Verkehrsleittechnik West (VLT) in Schönwalde. Das hätte – sofern es den Auftrag dazu erhielt – die Ausschilderung von Baustelle und Umleitung vornehmen müssen. Telefonisch erreichbar war dort gestern niemand.

„Die Baustelle wurde auf Antrag der Bahn eingerichtet, um Arbeiten an Gleisbett und Übergang auszuführen“, weiß Olaf Manzke, Sprecher des Landkreises. Dessen Straßenverkehrsamt habe nach einer Anhörung in der Sperrkommission die sogenannte „Verkehrsrechtliche Anordnung“ erlassen. Dass die dabei angeordnete Beschilderung inklusive Umleitung aber offenbar weder von der Bahn durchgeführt noch kontrolliert wurde, erklärt er mit dem hohen Krankenstand in der Behörde.

Die Straßenmeisterei des Landkreises habe zwar von der geplanten Maßnahme gewusst, sei aber über den genauen Beginn nicht informiert worden, weiß Ralf Sendrowski. „Die Strecke lag in den vergangenen Tagen nicht im Tourenplan unserer routinemäßigen Kontrollen“, so der Leiter des Straßenbauamtes in Stralsund. Seine Theorie zu der unterlassenen Ausschilderung einer Umleitung: „Da spart einer ganz schön Geld“.

Am heutigen Freitag um 17 Uhr soll der Teer ausgehärtet und der Bahnübergang wieder befahrbar sein.

Uwe Driest

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