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Stralsund Schlagabtausch unter Freundinnen
Vorpommern Stralsund Schlagabtausch unter Freundinnen
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00:00 03.09.2016

Kratzen, beißen, kloppen – irgendwann war das Maß voll. Mitte Juni erschien eine Mutter mit ihrer Tochter bei der Polizei, um Anzeige wegen Körperverletzung zu erstatten Die 14-Jährige war von einem gleichaltrigen Mädchen verprügelt und dabei erheblich in Mitleidenschaft gezogen worden.

„Wie sich schnell herausstellte, waren die beiden knapp vier Wochen zuvor auf einem Schulhof schon einmal aneinandergeraten“, weiß Kriminalhauptkommissar Heiko Lutzke. Dabei galten die beiden Kontrahentinnen eigentlich als Freundinnen. „Niemand habe sich im Mai vorstellen können, dass beide sich einmal so in die Haare geraten können“, sagt der Ermittler. Irgendwie spielten wohl bei dem ersten Streit einige Unzulänglichkeiten der Mütter von beiden eine Rolle, die zunächst lautstark kolportiert wurden, bevor zu Handgreiflichkeiten geschritten wurde. „Die Geschädigte gab an, dass sie eine Ohrfeige ins Gesicht erhielt und ihr büschelweise Haare ausgerissen wurden. Der erste Schlagabtausch endete mit einem Tritt in den Bauch des Opfers. Im Zuge der Ermittlungen später dazu befragt, sah die schlagende Amazone das Geschehene etwas anders. „Die Ohrfeigen gab sie zu, den Tritt in den Bauch stritt sie jedoch ab“, berichtet der Kriminalist. Stattdessen erklärte sie, selbst einen Tritt in den Bauch erhalten zu haben.

Diese erste Prügelei unter den beiden Kontrahentinnen wurde ursprünglich nicht angezeigt. Doch in der Hansestadt läuft man sich immer irgendwann einmal über den Weg. So auch die beiden einstigen Freundinnen. Der Schlagabtausch fand diesmal auf offener Straße in Knieper West statt. Wieder hagelte es Ohrfeigen und unter dem Gejohle Gleichaltriger, die die Szene umringten, gewann Miss Rowdy aus der ersten Runde auch diesmal die Oberhand. „Als ihre Kontrahentin stürzte, sprang sie ihr auf den Rücken und biss in Hals und Nacken. Auch hier soll es zu Tritten in den Bauch gekommen sein. „Die Wunden wurden später ärztlich dokumentiert“, sagt Lutzke.

Erst als das Opfer laut schrie, rissen die Umstehenden die beiden Krawallbürsten auseinander. „Die Ursachen solcher Aggressivität blieben auch bei den Vernehmungen etwas im Vagen“, sagt der Ermittler. Heiko Lutzke kann sich jedoch vorstellen, dass es etwa mit den Wirren der Pubertät zu tun haben könnte. Beide Rivalinnen sollen nach ersten Erkenntnissen inzwischen mittels Handy-Nachrichten im Kontakt sein.

Was bleibt, sind Anzeigen wegen Körperverletzung und schwerer Körperverletzung sowie wegen einer eventuell nicht zurückgegebenen Jacke aus Zeiten, wo die einstigen Freundinnen noch Klamotten tauschten.

Jörg Mattern

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