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Stralsund Schwebend über dem Meer: Zukunftsvisionen für das Kap
Vorpommern Stralsund Schwebend über dem Meer: Zukunftsvisionen für das Kap
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00:01 22.07.2016

Organische Formen, mutige Zeltkonstruktionen oder tunnelartige Bauten bis an die Küstenlinie – in der Kulturscheune Putgarten fühlen sich Besucher wie in einem Science-Fiction-Film. Zu sehen sind 20 Entwürfe und Modelle von Architekturstudenten aus vier Fachhochschulen, die sich mit dem Thema „Neuordnung Flächendenkmal Kap Arkona-Putgarten-Vitt“

auseinandergesetzt haben.

Ihre Arbeiten haben die angehenden Architekten im Rahmen von Projekt- und Abschlussarbeiten erstellt, als speziellen Anreiz wurden die besten Entwürfe ausgezeichnet. „Wir wollten einen komplett unabhängigen und freien Blick auf das Gebiet bekommen“, beschreibt Peter Dietrich, der das Projekt für die Tourismusgesellschaft Kap Arkona betreut. „Allein schon, um mal zu schauen, was für Ideen und Visionen für den Standort zusammenkommen.“

Die Gemeinde Putgarten plant für den bei Touristen sehr beliebten Bereich am Kap große – auch bauliche – Veränderungen. Bis 2018 soll an den Leuchttürmen ein Besucherzentrum mit Museumsbereich entstehen. Auch die Wegeführung und Verkehrslenkung des Ortes soll überarbeitet werden.

„Derzeit nehmen viele Besucher die verschiedenen Sehenswürdigkeiten und die Bedeutung vom Kap Arkona gar nicht so wahr. Es fehlt die Orientierung“, so Putgartens Bürgermeisterin Iris Möbius (CDU).

„Deshalb haben wir uns für die Erstellung eines Konzeptes zur Neuordnung des Gebiets ausgesprochen.“ Finanziert wird das Vorhaben von der kommunalen Tourismusgesellschaft Kap Arkona, die Entwürfe der Studenten werden in die künftigen Planungen und in die Gespräche mit lokalen Akteuren miteinbezogen.  

Im April waren die Studenten auf Einladung der Gemeinde Putgarten zu einem Arbeitsbesuch ans Kap gekommen. Hier konnten sie sich einen Eindruck von der Landschaft, den vorhandenen Bauwerken und der Atmosphäre des besonderen Ortes machen. „Das Verständnis für die tatsächlichen Gegebenheiten ist wichtig“, unterstreicht Burkhard Pahl, Professor an der Universität Leipzig. „So kommt ein Gefühl für den Ort auf.“

In den folgenden Wochen entstanden die Entwürfe. Dabei waren die Studenten bemerkenswert frei in ihrer Ausführung – auf zu Starre Vorschriften wurde in der Ausschreibung bewusst verzichtet, um die Kreativität nicht einzuschränken.

Die eingereichten Arbeiten der Studenten aus Erfurt, Wismar, Frankfurt am Main und Trier überzeugten die Jury durch Ideenreichtum, Engagement und hohe Qualität. „Unsere Erwartungen wurden übertroffen“, sagt etwa Iris Möbius. „Es sind unheimlich spannende Entwürfe dabei.“

So machte das Preisgericht schließlich nicht nur einen Sieger aus, sondern zeichnete insgesamt sieben Entwürfe aus. „Ich finde es bemerkenswert, wie sensibel die Studenten an das durchaus ebenso sensible Thema herangegangen sind“, meint Burkhard Pahl. „Bei fast allen Entwürfen haben sie versucht, möglichst wenig in die Landschaft einzugreifen. Das zeugt von großem Respekt vor dem Ort.“

Trotz aller Sensibilität schrecken die jungen Architekten nicht davor zurück, auch radikale Veränderungen durchzusetzen. „Ich habe in meinem Entwurf erst mal ziemlich aufgeräumt und einiges an baufälligen Gebäuden entfernt“, gesteht Lorenz Reiter von der Fachhochschule Trier. Der 26-Jährige hat sich für einen in die Erde abgesenkten 180 Meter langen Gebäuderiegel entschieden, in dem Besucherzentrum und Museum gleichermaßen untergebracht sind.

„Eine zentrale Einrichtung halte ich für besser, weil damit kein so großer Flächenverbrauch einhergeht und nicht so viele Infrastrukturmaßnahmen erforderlich sind.“ Das Highlight seines Entwurfs ist sicherlich die verglaste Front des Gebäuderiegels, die über die Küstenlinie hinaus aufs weite Meer hinausragt. „Statisch ist das kein Problem“, sagt der Student. „Und der Besucher bekommt das besondere Gefühl, ganz einfach über dem Meer zu schweben.“

Anne Ziebarth

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