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Schweriner Glückskekse

Jpwintim1 Schweriner Glückskekse

Schön, dass es wenigstens in unserer Landesregierung Leute gibt, die nicht alles bierernst nehmen. Denen Politik noch Spaß macht, die auch gerne mal Leute nach Strich und Faden ver.

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.. und einfach mal so losregieren. Ohne alles immer genau abzuwägen, bis ins letzte Detail zu prüfen. Die auf das Bauchgefühl vertrauen. Hauptsache, es kommt Freude auf. Dafür müsste eigentlich ein neuer Preis erfunden werden.

Natürlich gibt es immer wieder Spielverderber, die sich nicht mit unserer Schweriner Elite freuen wollen. So wie diese Woche. Als aus dem Wirtschaftsministerium eine wunderbare Meldung an alle Medien raus geht: Die Klosteranlage St. Johannis wird weiter saniert. Für zwei Millionen Euro. Und der Räucherboden für das Archiv ausgebaut. „Eines der ältesten Bauwerke Stralsunds erstrahlt in neuem Glanz“, wird Wirtschaftsminister Harry Glawe zitiert.

In Windeseile verbreitet sich die Erfolgsmeldung über die Nachrichtenagenturen in alle Welt. Die Schweriner Glückskekse finden reißenden Absatz. Gerade noch war das Kloster nach dem Schimmelbefall der Archivbücher in aller Munde, musste sogar geschlossen werden. Und während deutschlandweit Experten orakeln, ob das Gebäude überhaupt für die Aufbewahrung der Archivalien geeignet ist und Forschungen laufen, wie es weitergehen könnte, weiß Schwerin schon mehr. Haut Geld raus und feiert drauflos.

Nur in der betroffenen Stadt gibt es lange Gesichter. Um nicht zu sagen: völlige Ratlosigkeit. Auf unsere Nachfragen bei Stadtverwaltung und Stadterneuerungsgesellschaft reagiert man vorsichtig, bis sich herausstellt: Bei dem Erfolgscoup handelt es sich um eine olle Kamelle. Arbeiten, die schon längst erfolgt sind, noch vor der Archivschließung. Nur dass Schwerin jetzt formal seinen Fördermittel-Anteil verbucht hat.

Ich liebe ja den Hauptmann von Köpenick — und wenn in Schwerin hochrangige Leute erfolgreich versuchen, in die Fußstapfen eines Helden früherer Tage zu schlüpfen. Warum nicht? Wichtig ist doch allein, dass unsere Region gut verkauft wird, dass die Menschen merken, hier tut sich was. Ob das alles stimmt oder nicht, ist letztendlich egal. Ich freue mich schon auf die nächste Meldung aus Schwerin. Vielleicht heißt die ja: Ein ausländischer Autohersteller will in der 120 000-Einwohnerstadt Stralsund ein Werk mit 2500 Arbeitsplätzen eröffnen.


Andreas Lindenberg über die Hansestadt im Speziellen und den nebensächlichen Rest der Welt.

OZ

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