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Schwimmendes Windrad: Gicon geht das Geld aus

Stralsund Schwimmendes Windrad: Gicon geht das Geld aus

Nach Angaben des Unternehmens seien die aufwendigen Verfahren der Bundesnetzagentur schuld daran, dass das innovative Projekt vorerst auf Eis liegt

Stralsund. Ein hoffnungsvolles Offshore-Projekt, das in Stralsund entwickelt worden ist, gerät in Schwierigkeiten: Die Firma ESG Edelstahl und Umwelttechnik, die zur Dresdener Gicon-Gruppe gehört, ist beim Bau des Prototypen einer schwimmenden Windkraftanlage in finanzielle Schwierigkeiten geraten. Die Arbeiten an dem Offshoreelement sind deshalb vorerst eingestellt worden. Ein Gicon-Sprecher bestätigte dies auf Anfrage der OSTSEE-ZEITUNG.

 

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Die schwimmenden Windräder werden verankert und nicht in den Grund gerammt. Grafik: Gicon

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Das Unternehmen betonte aber, dass es weiter auf eine Inbetriebnahme hinarbeite, wenn „die Finanzierung dieser Investitionsmittellücke organisiert“ sei. Neuer Termin für erste Tests auf der offenen Ostsee sei 2017. Wann genau das im nächsten Jahr sein soll, ist aber noch offen. Wie Gicon weiter mitteilte, sollen „die praktischen Arbeiten noch in 2016 wieder aufgenommen werden“.

Der Bau des schwimmenden Offshore-Fundamentes war zwischenzeitlich fast das einzige Vorhaben, an dem auf der Volkswerft überhaupt noch gearbeitet wurde. Dort hatte die ESG den Teil einer Halle gemietet, um die 32 mal 32 Meter große Stahlkonstruktion herzustellen. Zurzeit liegen in der Halle mehrere zusammengeschweißte Stahlzylinder. Sie sind riesig, müssen aber noch zu der fertigen Konstruktion zusammengesetzt werden. Arbeiter seien schon seit längerem keine mehr gesehen worden, verlautet es auf der Werft. „Die brauchen wohl neue Fördermittel“, vermutet ein Schiffbauer.

Bei der Frage, wie viel Fördergeld bis heute in das Windrad-Projekt geflossen ist, gibt sich Gicon verschlossen. Anfrage ans Wirtschaftsministerium: „Genehmigt wurde ein Zuschuss von 5,25 Millionen Euro. Ausgezahlt worden sind rund 2,7 Millionen Euro“, sagt Gunnar Bauer, der Sprecher von Wirtschaftsminister Harry Glawe (CDU).

Als Grund dafür, warum das Unternehmen nur gut die Hälfte der freigegeben Gelder abgerufen hat, nennt Gicon das aufwendige Verfahren in Zusammenhang mit der Kapazitätszuweisung durch die Bundesnetzagentur, obwohl das Projekt den Status eines Forschungsvorhabens besitze. Die Bundesnetzagentur erfasst jedes Windrad, das irgendwo in Deutschland aufgestellt wird, in einem Anlagenregister, um die Summe der neu installierten Netzleistung zu erfassen. Mit dem Register können die Ausbauziele nach dem Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) und sinnvolle Grenzen für den Bau weiterer Windkraftanlagen festgelegt werden.

Das gesamte Verfahren sei „mit einem erheblichen Zeitverlust von über einem Jahr und ebenfalls erheblichen Mehrkosten verbunden“ gewesen, lässt der Chef der ESG Edelstahl und Umwelttechnik, Bernd Danz, über seinen Sprecher ausrichten. Die Anlage sei so nicht mehr während der laufenden Fördermittelperiode zu errichten gewesen, „was mit einem erheblichen Zuwendungsverlust verbunden war“.

Deshalb hätten „die praktischen Arbeiten auf der Werft bereits im Jahr 2015 reduziert werden“ müssen, heißt es weiter. Bislang seien für den Weiterbau der Pilotanlage keine neuen Fördergelder beantragt worden.

Ein Pilotprojekt

670 Tonnen soll die Testanlage wiegen, wenn sie eines Tages fertig sein sollte. Der Termin dafür war während der vergangenen zwei Jahre immer wieder verschoben worden. Dann soll die Plattform zunächst nach Mukran geschleppt und dort mit einem Windrad ausgestattet werden. Anschließend wird die Konstruktion an ihren Platz am nordöstlichen Ende des Windparks Baltic I vor der Halbinsel Fischland-Darß-Zingst gezogen und dort verankert. Das Projekt kostet insgesamt mehr als 18 Millionen Euro.

Benjamin Fischer

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