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Stralsund Simson-Geknatter auf der Hafeninsel
Vorpommern Stralsund Simson-Geknatter auf der Hafeninsel
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00:01 06.05.2016
Nach einem kurzen Zwischenstopp vor der „Gorch Fock“ setzten die Simson-Fahrer im Pulk ihre 10. Herrentagsausfahrt weiter fort.
Stralsund

Ein Klangteppich aus Knattern und Hupen und der Auspuffgestank von knapp 250 motorisierten Zweirädern breiteten sich gestern am frühen Nachmittag über der gesamten Hafeninsel aus.

Fast 250 Zweiräder aus DDR-Produktion trafen sich zur Herrentagsausfahrt. Eingeladen hatte der Obermützkower Freizeitverein.

Ein bunter Pulk aus Mopeds und Motorrädern aus DDR-Produktionszeiten ergoss sich über das Areal in unmittelbarer Nähe der „Gorch Fock“. Zur zehnten Herrentagsausfahrt hatte der Obermützkower Freizeitverein eingeladen. Fans ostdeutscher Kräder unter anderem aus Barth, Greifswald, Grimmen und Stralsund folgten dem Aufruf.

Allein die Namen der teilnehmenden Vereine ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass sie von einem starken Lokalpatriotismus geprägt sind. Kleine Kostprobe: Ostblock MV, Simson Bulls NVP und Kolbenklemmer-Bande Barth nennen sich beispielsweise die Enthusiasten von DDR-Krädern aus der Region.

Den organisatorischen Hut der alljährlichen Himmelfahrtstour hatte in bewährter Weise Nico Rühling vom Obermützkower Freizeitverein auf. Der 35-jährige Service-Mitarbeiter für Großküchentechnik ist ein Macher, der auch den ganzen „Behördenkram“ mitregelt. „Um versicherungstechnisch auf der sicheren Seite zu sein, habe ich auch diesmal wieder unseren Zwischenstopp vor der ,Gorch Fock‘

ordnungsgemäß bei der Hansestadt angemeldet“, sagte der Obermützkower, der sich im vergangenen Jahr erstmals dafür entschied, im Schatten von Stralsunds berühmter Bark eine Tourpause einzulegen.

Am 11. Juni wollen die Obermützkower auf ihrer Festwiese das zehnte Jubiläum der Ostalgie-Oldtimer-Tour mit einer Ossi-Party begehen. An diesem Tag werden wieder mehrere Hundert DDR-Vehikel auf zwei und vier Rädern in dem kleinen Ort erwartet. Auf jeden Fall wird auch Nadine Woller mit ihrer Simson KR 50, einem Schwalben-Vorgängermodell aus dem Jahre 1959, dabei sein. Die 31-jährige Steuerfachangestellte schwört auf ihr himmelblaues gewienertes Gefährt, mit dem sie bei schönem Wetter gerne durch die Landschaft knattert.

Eine ganz besondere Dekoration hat der Barther Tischler Sebastian Genieke seiner Schwalbe KR 1 verpasst: Einen alten Minol-Aufkleber und eine Fahne vom 30. Jahrestag der DDR als Sitzüberzug. Der 32-Jährige ist Mitglied der etwa 30-köpfigen Barther Kolbenklemmer-Bande. „Von meinem Opa habe ich eine EMW 350 geerbt, die eigentlich nur noch ein Rosthaufen war“, erzählte der Stralsunder René

Kühnrich, als er sein Gefährt, Baujahr 1954, abstellte. In mühevoller Kleinarbeit hat der 39-Jährige den Schrottberg wieder aufgearbeitet. Nun fährt er seit fünf Jahren mit dem schwarz glänzenden Motorrad fast täglich umher. Die Einzylinder-Viertakt-Maschine war ein begehrter fahrbarer Untersatz, dessen Produktion zur Enttäuschung vieler DDR-Motorradfreunde leider frühzeitig eingestellt wurde.

Von Christian Rödel

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