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So teuer ist Bauland im Kreis

Stralsund So teuer ist Bauland im Kreis

Bei den Grund- stückspreisen in Vorpommern-Rügen gibt es krasse Unterschiede: Sie liegen zwischen sechs Euro und 1100 Euro je Quadratmeter

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Kennen sich bestens mit den Bodenrichtwerten aus: Heiko Schröder, Vorsitzender des Gutachterausschusses, Geschäftsstellenleiterin Beate Dinse und Mitarbeiterin Sylva Pingler (v.r.).

Quelle: Marlies Walther

Stralsund. Die Preise für Bauland in Vorpommern-Rügen haben sich in den letzten Jahren erheblich verteuert. Das erfahren nicht nur Häuslebauer, das geht auch aus den statistischen Erhebungen des Landkreises hervor.

 

OZ-Bild

„Allein in den Ostseebädern gab es in den Jahren von 2010 bis 2014 eine 50-prozentige Steigerung“, sagt Beate Dinse (50), Leiterin der Geschäftsstelle des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis Vorpommern-Rügen, von dem die Bodenrichtwerte regelmäßig ermittelt werden.

Die aktuellen Daten beziehen sich auf den Stichtag zum 31. Dezember 2014 und lassen krasse Unterschiede für die Quadratmeterpreise in den einzelnen Wohnlagen erkennen. Absoluter Spitzenreiter sind — und das ist wohl kaum eine Überraschung — die Ostseebäder — und hier Grundstücke mit Meerblick. Ganz vorn liegt Binz — mit Preisen an der exponierten Strand-Promenade bis zu satten 1100 Euro/Quadratmeter. Die Spanne beginnt bei 175 Euro/m2. Im Ort selbst muss man laut den aktuellen Richtwerten für den Quadratmeter zwischen 180 und 600 Euro hinlegen.

Ähnlich sieht es in den anderen Ostseebädern und an weiteren beliebten Fleckchen am Wasser aus. Beispielsweise liegen die Preise in Ahrenshoop zwischen 335 und 620 Euro, in Zingst geht es bis auf 675 Euro hoch. Die Halbinsel Mönchgut schlägt mit einer Preisspanne zwischen 95 und 160 Euro zu Buche. Auf der Halbinsel Wittow zahlt man zwischen 105 und 190 Euro, während für die Insel Hiddensee zwischen 135 und 285 Euro einzuplanen sind, falls man denn ein Grundstück überhaupt ergattert.

Aber es geht natürlich auch günstiger auf den Inseln. Wer sich für Bergen als Bauplatz entscheidet, muss mit Quadratmeterpreisen zwischen 55 und 95 Euro rechnen. Im ländlichen Bereich auf Rügen geht es noch weiter runter — hier sind es zwischen 22 und 28 Euro. Und wer den Bodden mag — den Darß allerdings ausgenommen — ist laut der Erhebung mit Preisen zwischen 30 und 115 Euro dabei — in reinen Feriengebieten bis 70 Euro.

Die Hansestadt Stralsund weist ebenfalls eine relativ große Preis-Spanne auf. Die Grundstückspreise beginnen bei 50 Euro und arbeiten sich zu Spitzenwerten von 200 Euro hoch. Dagegen nehmen sich Grimmen (30 Euro), Richtenberg (20 Euro) und Tribsees (18 Euro) oder der ländliche Bereich südlich der B 105 (zwischen 6 und 18 Euro) als absolute Schnäppchen aus. Insgesamt sind in dem Kartenwerk des Landkreises rund 1000 Bodenrichtwerte ausgewiesen. Alle zwei Jahre werden die Daten auf den neuesten Stand gebracht.

Dafür nehmen die acht Mitarbeiter der Geschäftsstelle alle Kaufverträge unter die Lupe. 2015 waren das allein 4500 Verträge, die erfasst und ausgewertet werden müssen. „Wir erfassen im Land Mecklenburg-Vorpommern mit die meisten Verträge, Tendenz steigend“, sagt Geschäftsstellen-Mitarbeiterin Sylva Pingler (53). „Je detailgetreuer die Fragebögen, die wir an die Käufer verschicken, beantwortet werden, desto genauer können wir die Bodenrichtwerte ermitteln“, ergänzt die Rüganerin und appelliert, dass die Bürger und Investoren, die ein Grundstück erworben haben, die Arbeit des Gutachterausschusses unterstützen.

In die Ermittlung des Richtwertes würden viele unterschiedliche Faktoren einfließen — dazu gehöre, ob es sich um ein bebautes Grundstück handelt und wie die Fläche genutzt wird — erläutert Heiko Schröder (49), Vorsitzender des Gutachterausschusses, der am Ende die Bodenrichtwerte beschließt und festlegt. Diesem ehrenamtlichen Gremium gehören 27 Mitglieder an, die in unterschiedlichen Berufen arbeiten und ihre Erfahrungen einbringen — ob nun als Bausachverständiger, Immobilienmakler, Verwaltungsmitarbeiter, Banker oder Finanzkaufmann.

Die Experten des Landkreises erstellen ebenfalls alle zwei Jahre Bodenrichtwerte, die ausschließlich den landwirtschaftlichen Bereich betreffen, erarbeiten den Grundstücksmarktbericht und sind für Verkehrswertgutachten zuständig.

„Wir sehen es als unsere wichtigste Aufgabe an, Transparenz auf dem Grundstücksmarkt darzustellen“, sagt Heiko Schröder. Kostenfrei kann sich jeder die Bodenrichtwerte im Internet ansehen. Außerdem werden von der Geschäftsstelle rund 2200 mündliche Auskünfte im Jahr erteilt.

Orientierungshilfe auf dem Grundstücksmarkt

Als Bodenrichtwert bezeichnet man den durchschnittlichen Lagewert des Bodens für eine Mehrheit von Grundstücken innerhalb eines abgegrenzten Gebietes (Bodenrichtwertzone), die nach ihren Grundstücksmerkmalen — vor allem nach der Art und der Nutzbarkeit — weitgehend übereinstimmen.

Grundlage für die Ermittlung sind die Kaufpreise.

Festgelegt werden die Bodenrichtwerte, die eine Orientierungshilfe sind, vom Gutachterausschuss des Landkreises Vorpommern-Rügen.

Die aktuellen Bodenrichtwerte beziehen sich auf den Stichtag 31. Dezember 2014. Die Veröffentlichung erfolgt im Zwei-Jahres-Rhythmus. Die landwirtschaftlichen Bodenrichtwerte werden jährlich ermittelt.

Mehr Informationen gibt es unter www.lk-vr.de/politik-Verwaltung/Kataster-und-Vermessung/Gutachterausschuss Die Geschäftsstelle des Gutachterausschusses erreicht man über gaa@lk-vr.de oder telefonisch unter 03831/3572818.

Von Marlies Walther

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