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Stralsund Europäischer Solarpreis für Autofähre von Ostseestaal
Vorpommern Stralsund Europäischer Solarpreis für Autofähre von Ostseestaal
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12:25 08.11.2018
Das Stralsunder Unternehmen Ostseestaal bekommt den europäischen Solarpreis 2018. Quelle: Ostseestaal
Stralsund

 Das Unternehmen Ostseestaal sorgt mal wieder für positive Nachrichten aus der Stralsunder Wirtschaft: Die Firma wird am Sonntag mit dem europäischen Solarpreis ausgezeichnet. Wie die Europäische Vereinigung für Erneuerbare Energien Eurosolar in Bonn mitteilte, erhält das Spezialunternehmen den „European Solar Prize 2018“ in der Kategorie „Transport und Mobilität“. Gewürdigt wird damit die Entwicklung und der Bau der weltweit ersten vollelektrischen Solarautofähre für den Binnenverkehr mit dem Namen „Sankta Maria II“.

Die Preisjury will mit dem europaweit wichtigsten Erneuerbare-Energien-Award das außerordentliche Engagement von Ostseestaal anerkennen, die Vision vom kohlendioxidfreien Transport auf dem Wasser zu verwirklichen und damit auch einen Weckruf an die etablierte Schiffbauindustrie zu senden, heißt es in der Begründung.

Im August 2018 ist Ostseestaal für den Preis nominiert worden. Vor zwei Tagen kam die Nachricht, dass die Stralsunder die Auszeichnung bekommen. „Natürlich haben wir uns gefreut, aber wir wussten schon, dass wir mit unserer Fähre, die zwischen Deutschland und Luxemburg pendelt, so einen Preis verdient haben“, sagt Marketing-Leiter Philipp Peuß mit einem Augenzwinkern. Die feierliche Übergabe des Preises in Form eines extravaganten Glaspokals findet am nächsten Sonntag in Bonn statt. Und dann steht er beim Chef in der Vitrine? „Bestimmt nicht, der Preis reiht sich bestens ein in unsere bisherigen Auszeichnungen, die wir bei uns im Flur zeigen. Ich denke da nur an den Europäischen Stahlbau-Preis.“

Ostseestaal-Geschäftsführer Bert Doldersum sieht in der Verleihung eine Bestätigung der Firmenstrategie, „mit der innovativen Nutzung von Erneuerbaren Energien in der beruflichen Binnenschifffahrt einen neuen Markt zu erschließen und die Technologieführerschaft zu übernehmen“. Der renommierte Preis gibt zudem der 100-prozentigen Firmentochter Ampereship einen imageträchtigen Schub.Das Unternehmen ist in diesem Jahr neu gegründet worden.

„Nachdem Ostseestaal bislang insgesamt zehn emissionsfreie Schiffsneubauten abgeliefert hat, wollen wir uns mit Ampereship noch stärker auf diesen Zukunftsmarkt fokussieren und als führender Anbieter etablieren“, betont Dr. Thomas Kühmstedt, Geschäftsführer der Ampereship GmbH. „Wir bringen die E-Mobilität aufs Wasser.“

Die jetzt ausgezeichnete Solar-Autofähre „Sankta Maria II“ gehört zu den spektakulären Produktionen von Ostseestaal in diesem speziellen Segment. Die Fähre kann sechs Pkw und 45 Passagiere an Bord nehmen. Sie verkehrt auf der Mosel zwischen Deutschland und Luxemburg. Mit ihrem Einsatz werden jährlich 14 000 Liter Diesel eingespart. „Dies ist ein wichtiger Schritt zur klimaneutralen Mobilität“, unterstreicht Dr. Kühmstedt gegenüber der OZ. Je nach Bedarf können die umweltfreundlichen Schiffe von Ampereship bis zu 50 Meter lang und 12 Meter breit sein und bis zu 300 Gäste befördern.

Der „European Solar Prize“ ist 1994 zum ersten Mal vergeben worden. Die Auszeichnung des diesjährigen Preisträgers Ostseestaal erfolgt am 17. November in einer Festveranstaltung im Kunstmuseum Bonn. Hinter der Ehrung steht die gemeinnützige Vereinigung Eurosolar, die 1988 gegründet mit dem Ziel, die breitenwirksame Einführung von Erneuerbaren Energien in der Wirtschaft und Gesellschaft zu befördern, zu begleiten und zu unterstützen.

Ines Sommer

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