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Stralsund Sonnenschein am Ende des Lebens

Terrassen des Hospiz-Neubaus sollen krankengerecht und behaglich eingerichtet werden

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Pflegedienstleiterin Reike Mülling, Sozialarbeiterin Kathleen Schneider, Sabine Schwanz, Geschäftsführerin der Wohlfahrtseinrichtungen, Iris Leps vom Bundesfreiwilligendienst und Pflegefachkraft Sebastian Fischer-Pehlke stehen hier stellvertretend für das Team, das sich für das stationäre Hospiz engagiert. FOTO: JÖRG MATTERN

Stralsund. Jana Wermter war froh, dass sie ihre Mutter im Hospiz in Stralsund pflegen lassen konnte, als deren Krebserkrankung ins Endstadium überging. „Seit wir sie aus dem Krankenhaus geholt hatten, ging es ihr von Tag zu Tag schlechter“, berichtet die 45-Jährige. Gemeinsam mit der Familie habe man sich die Einrichtung angeschaut, die in einem Trakt der Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen am Grünhufer Bogen ihr Domizil hat.

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„Helfen bringt Freude“ sowie Anschrift für Spendenquittung

„Wir haben schnell das Gefühl gewonnen, dass Mutter hier fachgerecht umsorgt wird“, sagt Jana Wermter. Sie hat dabei erfahren, dass sich die Hilfe und Unterstützung nicht nur auf das sterbenskranke Familienmitglied erstreckte. „Ich habe selbst viel Betreuung erfahren, konnte zu jeder Zeit kommen, habe immer jemanden gefunden, mit dem ich über die Situation vertrauensvoll reden konnte.“ Die Gespräche haben ihr und ihrer Mutter geholfen, mit dieser schlimmen Erfahrung umgehen zu können.

Seit der Eröffnung des Hospizes „Gezeiten“ im April sind hier über 60 Menschen in ihren letzten Lebenstagen begleitet worden. „Der Bedarf für ein solches Haus in Stralsund ist da. Das können wird nach den ersten acht Monaten feststellen“, sagt Sabine Schwanz, Geschäftsführerin der gemeinnützigen Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen, die Träger des Hospizes sind. Sie hat sich gemeinsam mit vielen anderen Mitstreitern in der Hansestadt dafür eingesetzt, dass eine stationäre Einrichtung an den Sund kommt.

Der Weg dahin war nicht einfach. Zuletzt galt es, Zweifel bei den Spitzengremien der Krankenkassen auszuräumen, ob Stralsund ein Hospiz brauche. Um diesen Nachweis anzutreten, gab es zunächst erst einmal einen Versorgungsauftrag für zwei Jahre. Teil dieser Zweifel war auch die Tatsache, dass es nicht gelungen war, das Hospiz von Beginn an in einem separaten Gebäude unterzubringen.

„Das werden wir ab dem nächsten Jahr ändern“, betont Sabine Schwanz und zeigt auf fertige Unterlagen für einen Neubau. Der entsteht auf einem Grundstück am Grünhufer Bogen gleich neben dem Pflegehotel. Es sind wieder acht Betten in Einzelzimmern für Bedürftige geplant. Die Besonderheit: Die Fenster der Zimmer liegen diesmal alle nach Süden. Und jeder Raum wird einen eigenen Außenbereich haben. Mit einer Terrasse, die auch mit dem Krankenbett zu befahren ist.

Das gibt es im derzeitigen Hospiztrakt nicht. Er verfügt nur über eine winzige, sechs Quadratmeter große Terrasse, die sich an den Gemeinschaftsraum anschließt.

Die Ausstattung der Terrassen soll nicht nur krankengerecht sein, sondern für die Kranken eine Wohlfühlathmosphäre erzeugen. „Dafür brauchen wir entsprechende Möbel, genau so wie Sonnen- und Sichtschutz durch große Hecken“, sagt Sabine Schwanz. Das alles kostet Geld.

Und so richten sich die Hoffnungen auch auf die OZ-Leser und die Weihnachtsaktion der Heimatzeitung. Jana Wermter findet es gut, für die Ausstattung dieser Terrassen Spenden zu sammeln. „Meine Mutter liebte Licht, Luft und Sonne. Und sie hat es zum Ende hin bedauert, dass die Möglichkeiten, dies aus dem Krankenbett heraus genießen zu können, begrenzt waren“, sagt sie. Und eins ist ihr noch wichtig: „Das Hospiz und seine Mitarbeiter waren für mich eine neue Erfahrung. Es ist wichtig, dass es das hier gibt.“ Das hat sie bisher jedem so erzählt, mit dem sie darüber gesprochen hat.

Der lange Weg zum stationären Hospiz

2007 gründete sich der Stralsunder Hospizverein. Seither arbeiten seine Mitglieder ambulant in der Sterbebegleitung und setzen sich für den Bau eine Hospiz-Hauses ein.

2010 bekräftigte die Bürgerschaft, ein Hospiz am Sund zu unterstützen. Drei Jahre später wurden die Wohlfahrtseinrichtungen als Tochtergesellschaft der Stadt ins Boot geholt.

2016 startete nach langem Ringen um Finanzierung und Vertrag mit den Krankenkassen das Hospiz unter dem Dach der Pflegeeinrichtungen. Start des separaten Neubaus: 2017.

Ziel bleibt der Bau eines separaten Hospiz-Hauses

. Es ist ein Gedanke, mit dem wir uns ungern auseinandersetzen: Auf wen dürfen wir hoffen, wenn das Leben mit einer schweren Krankheit zu Ende geht? „Wir lassen Sie nicht alleine.“ So lautet ein Versprechen des Stralsunder Hospizvereins. Seit 2007 lösen engagierte Menschen diese Verpflichtung bei der Pflege Sterbenskranker hingebungsvoll ein. Seither wurden über 100 Frauen und Männer ehrenamtlich ambulant zu Hause betreut. Wo das nicht ging, mussten Betroffene auf Pflegeeinrichtungen in Bergen oder Greifswald ausweichen.

Am 1. April dieses Jahres öffnete das Hospiz „Gezeiten“ mit acht Betten seine Pforten in einem Trakt der Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen, Träger des Hospizes. 15 Mitarbeiter kümmern sich hier in drei Schichten um die ihnen anvertrauten Menschen und deren Angehörige.

Noch ist das eine Zwischenlösung, denn das Ziel bleibt ein separater Hospiz-Neubau. Baustart soll im nächsten Jahr sein. Jedes der acht Zimmer wird eine eigene Terrasse bekommen. Für ihre krankengerechte Ausstattung wird Geld benötigt.

Dieses Anliegen möchte die OSTSEE-ZEITUNG mit ihrer diesjährigen Weihnachtsaktion „Helfen bringt Freude“ unterstützen. Wir bitten Sie, liebe OZ-Leser, um eine Spende, die mithilft, sterbenskranken Mitmenschen die letzten Tage ihres Lebens zu erleichtern.

Jörg Mattern

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