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Stralsund Sozialstunden für das Verschicken von Sexting-Fotos
Vorpommern Stralsund Sozialstunden für das Verschicken von Sexting-Fotos
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06:45 03.03.2016

In den letzten zwei Jahren hat die Staatsanwaltschaft Stralsund über 120 Fälle von Sexting bearbeitet. 85 dieser Straftaten gegen die sexuelle Selbstbestimmung stammten aus dem Jahr 2014 und waren vorrangig im Raum Stralsund zur Anzeige gebracht worden. Spuren führten die Ermittler in über zwanzig Fällen zudem bis auf die Insel Rügen. „Alle Verfahren dazu sind durch die Staatsanwaltschaft eingestellt worden. In einigen Fällen wurde gegen die Betroffenen die Ableistung von Sozialstunden verhängt“, erklärte gestern Oberstaatsanwalt Martin Cloppenburg, Sprecher der Staatsanwaltschaft, auf Nachfrage der OZ.

Hinter dem Sexting steckt das unkontrollierte Verbreiten eigener und fremder Nacktfotos über Smartphones und Computer, zumeist durch Kinder und Jugendliche. Verschickt wurden Bilder, die zum Teil im Grenzbereich zur Pornografie anzusiedeln sind. Die jüngsten Kinder waren 12 und 13 Jahre alt.

Laut Cloppenburg stand bei der Behandlung der Fälle für die Staatsanwaltschaft der Erziehungsgedanke im Mittelpunkt. Schon während der Ermittlungen seien dazu mit den Kindern und Jugendlichen, die zum Teil Opfer, aber auch Tatverdächtige waren, eindringliche Belehrungen erfolgt. Zudem erfolgten Einträge ins Erziehungsregister des Bundes. „Im Wiederholungsfalle ist für den Einzelnen belegbar, dass es und welche Vorfälle es gegeben hat“, so Cloppenburg unter Hinweis darauf, dass dies weitere Auswirkungen auf die Art der Strafverfolgung haben werde.

Dass das Thema Sexting an den Schulen noch immer nicht aus Köpfen und Handys verschwunden ist, das merkt Marko Bittner bis heute bei seiner Arbeit mit Schülern. Der Sozialarbeiter des Chamäleon-Vereins Stralsund weiß: „Wenn wir bei unseren Projekten dieses Thema anschneiden, dann merke ich schnell: Die Kids wissen, wovon die Rede ist.“

OZ

Von Jörg Mattern

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