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Stralsund Speedway-Junior ist Weltmeister
Vorpommern Stralsund Speedway-Junior ist Weltmeister
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15:14 10.07.2018
Ben Ernst ist Speedway-Jugend-Weltmeister in der 250er-Klasse. Quelle: Privat
Stralsund/Zarrendorf

Da kullern dann auch mal bei einem 15-Jährigen die Tränen: Ben Ernst aus Zarrendorf bei Stralsund stand am Wochenende wie schon in seiner über zehnjährigen Sportler-Laufbahn in Torun auf dem obersten Treppchen des Podestes. Doch diesmal wurde für den Speedway-Youngster in einem der schönsten Stadien der Speedway-Hochburg Polen sogar die deutsche Fahne gehisst. Große Ehre für eine große Leistung: Der junge Motorsportler holte sich in der 250-ccm-Klasse die Weltmeister-Trophäe. „Wenn man da oben steht und die deutsche Nationalhymne hört, ist man einfach überwältigt, da heult man“, sagt er.

Mit dem Ziel, Weltmeister zu werden, machte sich das Team Ernst – dazu gehören Opa Hartmut, Vater Martin und Mechaniker Mirko Heiden – zunächst auf zum Semifinale nach Gdansk. „Ich war nach einer Grippe gesundheitlich noch nicht richtig fit, musste mich mit Platz 5 zufrieden geben. Das reichte zwar fürs Finale, aber ich dachte: Das war’s mit dem Titel. Zum Glück ging’s mir am Tag darauf in Torun viel besser“, erzählt Ben Ernst. In vier Vorläufen sammelte er fleißig Siege. Nur einmal musste er aufgeben. „Da ist plötzlich mein Motorrad abgebrannt. Wir vermuten, dass der Luftfilter durch einen Rückschlag der Zündung Feuer fing.“ Doch die Punkte reichten für den Einzug ins Halbfinale. Dort fuhr Ben wieder als Erster über die Zielline.

„Damit war ich im Finale. Plötzlich wird einem klar, dass man Weltmeister werden kann. Also das, worauf ich mich monatelang vorbereitet und wofür ich hart gearbeitet habe. Ich wusste, jetzt zählen keine Punkte aus irgendwelchen Läufen. Es hieß: Alles oder nichts. Da wird man dann doch schon ganz schön nervös.“

Aber Ben Ernst zwang sich zu vollster Konzentration, gab alles und holte sich schließlich souverän diesen lang ersehnten Sieg. Wovon Papa Martin Ernst zunächst nicht viel mitbekommen hat. „Ich konnte mir das Finale nicht angucken, so aufgeregt war ich. Aber als Ben ins Fahrerlager kam, haben wir ihn gefeiert und ordentlich in die Luft geschmissen“, erzählt der 40-Jährige, der einst auch für den MC Nordstern Stralsund in der Speedway-Liga unterwegs war. Auch der sonst eher sachlich-nüchterne Opa Hartmut Ernst, der vor 40 Jahren den DDR-Meistertitel holte, zeigte Emotionen, wie Ben verrät. Hunderte Glückwünsche blinkten seitdem auf seinem Handy auf, sogar von Weltmeister Greg Hancock.

Doch richtig feiern konnte die Ernst-Crew nicht. Denn nach dem Sieger-Interview im polnischen Sportfernsehen, das „Benny“ auf Englisch gut hinbekam, ging es noch in der Nacht weiter nach Wittstock. Im Brandenburgischen stand die nächste Weltmeisterschaft auf dem Plan – auf der Langbahn. Und da holte sich der Teenie, der sowohl beim MC Nordstern als auch beim MSC Güstrow Mitglied ist, auch noch eine Silbermedaille.So viele Erfolge, da kam nun auch Mama Angelika ins Spiel. Sie fährt wegen der großen Aufregung meistens nicht mit zu den Rennen: Sie kann nicht hingucken, wenn ihr Sohn über die Piste rast. Dafür hat sie Ben zu Hause einen kleinen Empfang mit Familie, Freunden und Förderern organisiert.

Fällt man nach soviel Trubel nicht automatisch auf die Ferien-Couch? „Ein paar Tage habe ich jetzt zum Ausruhen, aber dann steht schon wieder die Deutsche Meisterschaft an, und den Titel will ich mir auch noch holen“, sagt Ben, der in Franzburg gerade die 8.<TH>Klasse beendet hat. Und wie lief es so in der Schule? „Eigentlich ganz gut. Ich habe zwar mein Zeugnis noch nicht, weil ich ja in Polen unterwegs war, aber ich bin zufrieden.“

Er weiß, dass er die Schule nicht schleifen lassen darf, sonst wird der Sport gestrichen. Und das will der ehrgeizige Junior definitiv nicht, denn schon jetzt ordnet er dem Sport alles unter. So hat der Speedwayfahrer zum Beispiel auf seine Jugendweihe verzichtet, weil ein wichtiges Rennen anstand. Auch Freundin und Freunde kommen erst nach dem Motorsport, denn für Ben Ernst steht fest: „Ich will Speedway-Profi werden.“

Sommer Ines

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