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00:00 06.10.2016
Betreuerin Kathrin Pöthke kümmert sich seit Dezember 2011 um die Kinder und Jugendlichen auf dem „Heuboden“. Fotos(4): Robert Niemeyer

Heute feiert der Stadtteiltreff „Heuboden“ in der Tribseer Vorstadt in Stralsund seinen fünften Geburtstag. Heute vor fünf Jahren begann eine Geschichte, die den Kindern und Jugendlichen des Stadtteils im Westen der Hansestadt nach der Schließung des beliebten Jugendklubs „Kupfermühle“ wieder einen Ort für Gemeinschaft gegeben hat. Eine Geschichte, die den jungen Menschen in dem Viertel eine helfende Hand gereicht hat. Aber auch eine Geschichte, die nicht frei von Sorgen ist.

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Der Stadtteiltreff „Heuboden“ in der Tribseer Vorstadt feiert heute seinen fünften Geburtstag

„Kinder und Jugendliche leben nicht im luftleeren Raum“, sagt Kathrin Pöthke. Die 46-Jährige ist hauptamtliche Betreuerin auf dem „Heuboden“ und meint damit, dass dieses Umfeld nicht immer Antworten auf die Fragen junger Menschen hat. Ein Treffpunkt mit entsprechender Betreuung wie unterm Dach des Gebäudes im Heuweg 11 trägt dazu bei, solche Fragen zu beantworten. „Ich empfinde es als große Aufgabe, manchmal als Geschenk, Begleiter der Kinder zu sein“, sagt Kathrin Pöthke. Es sei manchmal nicht einfach, zu sehen, welche Sorgen und Nöte mancher der jungen Besucher mit sich trägt. Doch über die vergangenen fünf Jahre sei zu vielen ein besonderes Vertrauensverhältnis entstanden.

Mal ist es nur eine Handvoll Besucher, mal sind es bis zu 50 Kinder und Jugendliche, die die Angebote nutzen. Kickertisch, Dartscheibe, Brettspiele, Computer – es gibt zahlreiche Möglichkeiten, die freie Zeit hier zu verbringen. Kreative Workshops, Sportkurse und Kochnachmittage gehören ebenfalls dazu. Beliebt sind die Ferienprogramme. „Wir haben unterschiedliche Angebote, vor allem für Kinder und Jugendliche, aber auch welche, bei denen Eltern und Großeltern mitmachen können.“

Ganz allein könnte Kathrin Pöthke das umfangreiche Programm sicherlich nicht stemmen. „Ohne die ehrenamtlichen Mitarbeiter würde nichts laufen“, so Pöthke. Einer von ihnen ist Holger Burr. Der 51-Jährige hatte als Kind eine Hirnhautentzündung. „Dadurch bin ich sehr Kind geblieben“, sagt Burr. Fast täglich trifft man ihn auf dem Heuboden, mitspielend, mitquatschend, mitbetreuend. „Hier lebe ich auf. Das macht mir Spaß“, sagt der Berufsunfähigkeits-Rentner, der stolz darauf ist, was hier aufgebaut wurde.

Doch es war kein einfacher Weg. Vor allem zu Beginn habe es laut Kathrin Pöthke Bedenken gegeben. Im Haus befindet sich nämlich noch eine Kindertagesstätte, wie der Stadtteiltreff betrieben vom Kreisdiakonischen Werk Stralsund (KDW). Eltern und Erzieher hatten Sorgen, teilweise zu Recht. „Es gab Reibungsflächen. Aber wir haben ein gutes Miteinander gefunden“, sagt Kathrin Pöthke.

Mittlerweile planen Kita und Stadtteiltreff gemeinsame Aktionen.

Auch musste der Stadtteiltreff zu Beginn erst einmal bekannt werden. Mund-zu-Mund-Propaganda, Werbung in den Schulen und über die Kirche halfen. „Mittlerweile sind wir eine anerkannte Einrichtung der Kinder- und Jugendhilfe“, sagt Pöthke. Dazu beigetragen habe auch die Offenheit des Treffs, unter anderem mit Veranstaltungen, zu denen Eltern eingeladen sind, um sich einen Eindruck zu verschaffen.

60500 Euro wurden 2011 investiert. Im Laufe der Zeit wurde der etwa 90 Quadratmeter große Raum immer schicker. Stück für Stück wurden beispielsweise die zu Beginn noch genutzten gebrauchten Möbel gegen neue ausgetauscht. Doch gerade die laufende Finanzierung bereitet Kathrin Pöthke manchmal schlaflose Nächte. „Es wäre schön, wenn für die Jugendarbeit ein gewisses Grundbudget zur Verfügung steht“, sagt sie. Jahr für Jahr müsse die Finanzierung des Stadtteiltreffs neu beantragt werden. Landkreis und Stadt tragen die Kosten. Derzeit läuft wieder der Antrag für das nächste Jahr. „Es ist belastend, nur von Jahr zu Jahr schauen zu können, das macht eine langfristige Arbeit schwer möglich“, sagt Pöthke, „vor zwei Jahren habe ich erst an Weihnachten erfahren, dass ich im Januar weiterarbeiten darf.“

Heute jedoch wird erstmal gefeiert auf dem Heuboden. Mit buntem Programm (siehe Infokasten), vielen Gästen und der Hoffnung, dass die Geschichte noch viele weitere Jahre fortgeschrieben wird.

Promikoch beim Heufest

Von 15 bis 19 Uhr wird heute der Geburtstag des Stadtteiltreffs „Heuboden“ mit einem Heufest gefeiert. Mit dabei ist der Spitzenkoch Tom Waschat aus Duisburg. Seit über 20 Jahren setzt sich Waschat für sozial Schwache, insbesondere für Kinder und Familien ein. Heute wird er Suppen und andere Gerichte aus regionalen und saisonalen Produkten für die Besucher des Heufestes zaubern.

Außerdem können die Gäste ihrer Kreativität bei Heubasteleien und an der Druckerpresse freien Lauf lassen. Es gibt Informationen zum Thema „Fahrradfahren mit Licht macht Spaß“.

Fahrräder können codiert werden. Mathias Trenner unterhält mit Mittelaltermusik. Bei passendem Wetter wird ein Lagerfeuer entzündet.

Das Heufest soll zudem einem guten Zweck dienen. Die Hälfte der Einnahmen wird an das Stralsunder Projekt „Escuelita“ in Grünhufe gespendet. Die Währung an diesem Tag wird „Heuzaster“ sein, der am Eingang gegen Euro eingetauscht werden kann.

Kontakt: Stadtteiltreff „Heuboden“, Heuweg 11, Stralsund, ☎ 0157/84807488, E-Mail: kathrin.poethke@kdw-hst.de

Robert Niemeyer

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