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48 Stunden schlaflos durch Deutschland

Stralsund 48 Stunden schlaflos durch Deutschland

Der 36-jährige Stralsunder Alexander Ebell machte sich beim „Race across Germany“ im Sattel auf den Weg von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen

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1100 Kilometer radelte der Stralsunder Alexander Ebell quer durch Deutschland.

Quelle: privat

Stralsund. 1100 Kilometer und 7500 Höhenmeter überwand der Stralsunder Alexander Ebell auf der Suche nach der nächsten Herausforderung. Mit dem „Race across Germany“

absolvierte er am letzten Wochenende den Ultraradmarathon, der ihn von Flensburg bis nach Garmisch-Partenkirchen einmal vom Norden in den Süden Deutschlands führte.

Statt als Einzelkämpfer auf die Strecke zu gehen, entschied sich Ebell für den Start in der Gruppe. „Solch eine Distanz mit mehreren Fahrern in Angriff zu nehmen, ist immer auch ein Wagnis, da Trainingsumfang, Charakter, Physis und Mentalität aufeinander abgestimmt werden müssen“, meint der 36-Jährige. Das Team der 12 Langstreckenradfahrer wurde während der gesamten Fahrt durch ein Support-Team im Fahrzeug begleitet, das für Verpflegung, Reparaturen und Navigation zuständig war.

Bei teilweise heftigen Böen und dunklen Wolken begaben sich die Radler am frühen Morgen mit Tempo 30 durch Schleswig-Holstein auf die Strecke, und bis zum Abend wurde die Elbe in Niedersachsen erreicht. Die erste Nacht forderte den Teilnehmern dann alle körperlichen und psychischen Kräfte ab. Nach 24 Stunden im Sattel und 500 getretenen Kilometern gaben zwei Fahrer diese Strapazen auf.

Dabei standen die größeren Herausforderungen erst noch bevor, denn von nun an ging es bergauf.

Während die Ausläufer des Harzes überquert wurden, ging es an Göttingen und Eschwege vorbei bis ins Werra Tal. Niedersachsen, Hessen und Thüringen waren geschafft. „Vor uns lag das letzte und größte zu durchquerende Bundesland. In Bayern wurde es wieder ruhiger, wobei sich bei einigen Fahrern erste Blessuren auftaten“, blickt Ebell auf diese Passage zurück. Auch bei dem Stralsunder hinterließen die letzten Stunden ihre Auswirkungen an den Knien und Füßen. „Nach 770 Kilometern und mehreren kürzeren Stopps am Tage legten wir nun wieder eine längere Pause zur Vorbereitung auf die Nacht ein.

Einige Fahrer nutzten diese, um ein kurzes Powernapping einzulegen“, erklärt der Langstreckenradfahrer.

Solch ein 15-Minuten-Schläfchen nutzte auch der Stralsunder, für den solch ein Rennen über zwei Tage auch eine neue Erfahrung war. Auch als während dieser zweiten Nacht die ersten Radler drohten im Sattel einzuschlafen, wurde solch eine Pause wiederholt. Im Gegensatz dazu wurden kleine Zwischensprints eingelegt, um den Puls hochzujagen.

Im Morgengrauen wurden die letzten Kräfte mobilisiert und Augsburg und der Ammersee passiert. Der Schlussspurt wurde dann nochmals richtig steil. „Nach der letzten Herausforderung waren wir sehr glücklich und stolz, nach 1121 Kilometern in das Skisprungzentrum von Garmisch-Partenkirchen einzufahren“, so Ebell. „Wenn ich nächstes Jahr wieder starte, möchte ich aber alleine fahren.“

Marathon für Radler

Einzelstarter – die in diesem Jahr auch aus der Schweiz, Dänemark, Schweden, Italien, Polen und den Niederlanden kamen – können sich mit ihrer Teilnahme für das „Race across America“ qualifizieren, wenn die Strecke in 48 Stunden bewältigt wird.

Alexander Ebell bestritt 2013 und 2014 bereits das 24-Stunden-Rennen von Nortorf, startete 2014 auf der Mecklenburger Seenrunde und nahm 2014 und 2015 an der Fichkona – vom Fichtelgebirge bis Arkona – teil.

Wenke Büssow-Krämer

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