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„Als Kapitän schwer zu ersetzen“

Stralsund „Als Kapitän schwer zu ersetzen“

Pommern-Spieler Metzentin wird Christian Orend vermissen / Der 37-Jährige verlässt das Team

Stralsund. Zum letzten Mal konnte Fußball-Verbandsligist FC Pommern Stralsund am Sonnabend auf seinen langjährigen Kapitän Christian Orend bauen. Mit 37 Jahren sieht er die Zeit für den Abschied aus der Riege der ersten Mannschaft gekommen. „Es ist schwer, den richtigen Zeitpunkt für den Absprung zu erwischen“, so Orend. „Vielleicht hätte ich schon ein Jahr früher gehen sollen, durch meine Verletzung war ich ja eh schon ein halbes Jahr raus. Doch auch wenn es körperlich für diese Saison noch gereicht hat, wird es Zeit. Es ist nicht mehr wie vor zehn Jahren.“

Dabei hat sich Orend immer als verlässliche Stütze auf dem Spielfeld erwiesen. Seine ursprünglichen Pläne waren aber andere, wie sich sein Mannschaftskamerad aus Kindertagen, Robert Kuse, erinnert.

„Er stand nicht immer als Stürmer auf dem Platz. Eigentlich wollte er mal Torwart werden“, berichtet der ehemalige Trainingspartner von der gemeinsamen Zeit in der Nachwuchsabteilung.

Die Wege trennten sich, als Orend 2005 mit einer Elf aus Greifswald in die Oberliga aufstieg. Anfang 2010, zurück beim FCP, stand Orend später dann sogar anderthalb Jahre unter dem Kommando seines Trainers Robert Kuse. „Es gab nicht viele Spiele, in denen er nicht seine Leistung gebracht hat. Gerade die Jüngeren konnten zu ihm und seiner Erfahrung aufschauen“, so Kuse.

Etwa 15 Jahre Altersunterschied und Erfahrung trennen ihn mittlerweile von den jüngeren Spielern. „Selbst als ich noch Jugendspieler war, hatte ich ihn im Blick“, erinnert sich der 21-jährige Michael Lindberg. „Als ich dann zu den Herren kam, hat er uns Jungen, ob im Training oder im Spiel, immer beiseite gestanden. Gerade mit seiner Oberliga-Erfahrung konnte er vieles weitergeben. Schade, dass er sich verabschiedet.“

So sieht es auch Benny Metzentin. „Er wird in Zukunft fehlen“, sagt der 22-Jährige. „Wenn man an den FCP denkt, denkt man an Christian Orend. Gerade für die Jüngeren ist er eine Bezugsperson. ,Ore’

ist ein Spieler, zu dem man aufschaut. Als Kapitän wird er schwer zu ersetzen sein.“ Über diesen Punkt wird sich das Trainergespann Ingo Plewka und Uwe Kutz bald Gedanken machen müssen.

„Das wird eine schwere Aufgabe für uns“, ist sich Plewka sicher. „Er ist eine Persönlichkeit auf dem Platz, die schwer zu ersetzen ist. Von mir aus hätte er noch weitermachen können. Aber ich verstehe, dass ihm die Verletzung immer wieder zu schaffen macht,“ sagt Trainer Plewka. Mit dem Sieg im letzten Spiel habe sich Orend den Ruhestand verdient. Immerhin haben die Pommern eine sehr turbulente Saison hinter sich.

Das gilt auch für Kapitän Christian Orend. Verletzungsbedingt fielen unter anderem Manuel Kraft, Patrick Zienkiewicz und Orend selbst aus. „Das kann man nicht eben kompensieren“, sagt Orend.

„Trotzdem haben wir die Ergebnisse immer knapp gehalten, auch wenn wir verloren haben.“

Auch den Rauswurf von Trainer Jens Dowe zu Beginn des Jahres musste die Mannschaft verdauen. Klar, dass der verletzte Kapitän da als Interims-Coach seiner Elf beiseite stand. Ingo Plewka, der im Februar den Trainerposten übernahm, hatte viel Aufbauarbeit zu leisten. Zudem fand sich der FCP am unteren Ende der Tabelle wieder. „Ich habe das Abstiegsgerede allerdings nie so dramatisch gesehen.

Ich habe immer damit gerechnet, dass wir eine gute Truppe haben, wenn alle fit sind“, betont Orend.

„Ich wünsche der Mannschaft alles Gute für die Zukunft und werde, sofern die Zeit es zulässt, die Jungs von der Tribüne aus anfeuern“, verspricht er. Er sei davon überzeugt, dass es immer eine verbandsligataugliche Truppe in Stralsund geben werde. An einigen Stellen müsste der Kader dafür aber verstärkt werden. Orend wird in der kommenden Saison die Alten Herren unterstützen. „Ich habe Lust, bei den Oldies weiterzukicken. Vor allem freue ich mich aber auf mehr Zeit für die Familie.“ Robert Kuse betont: „Es ist wichtig, dass er dem Verein erhalten bleibt. Wir freuen uns natürlich, dass wir bei den Oldies auf ihn zurückgreifen können.“

Wenke Büssow-Krämer

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