Menü
Ostsee Zeitung | Ihre Zeitung aus Mecklenburg-Vorpommern
Anmelden
Sport Stralsund DHB-Spielverbot: Handballer im Land sind frustriert
Vorpommern Stralsund Sport Stralsund DHB-Spielverbot: Handballer im Land sind frustriert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
00:00 01.12.2017
Stralsund/Grimmen/Barth

Die Handballvereine der Region schieben Frust. Sie dürfen an diesem Wochenende keine Spiele austragen. Hintergrund ist ein Beschluss des Deutschen Handballbundes (DHB), der seine Landesverbände dazu aufgefordert hat, den Spielbetrieb während der heute beginnenden Frauen-Weltmeisterschaft im eigenen Land komplett auszusetzen.

DHB-Generalsekretär Mark Schober wird auf der Homepage des Verbandes zitiert: „Wir müssen zur WM 2017 auch unsere in den Vereinen aller Ligen aktiven Spielerinnen und Spieler in die Arenen bringen.

Das ist eine große und gemeinsame Aufgabe.”

Damit stößt er bei den Verantwortlichen vor Ort aber auf wenig Gegenliebe. „Wir finden das nicht gut. Man hat das Gefühl, dass einfach über die Köpfe der Breitensportler hinweg entschieden wurde“, sagt Lars Kibscholl, Trainer beim HSV Grimmen. Für das Spiel seines Teams gegen die TSG Wismar muss nun ein neuer Termin gefunden werden. „Und das, obwohl die Deutsche Mannschaft am Sonnabend gar nicht spielt“, betont Kibscholl.

„Das bringt unser gesamtes Spielsystem durcheinander“, ärgert sich auch Peter Thum, Abteilungsleiter Handball beim SV Motor Barth und wird noch deutlicher: „Das ist großer Schwachsinn und an der Realität vorbei.“ Klar drücke man auch bei seinem Verein den deutschen Handballerinnen bei der WM die Daumen, organisatorisch stehe man aber nun vor einigen Problemen. „Es gibt wenig Spielraum, um die nun abgesagten Begegnungen neu zu terminieren“, erläutert Thum.

Bereits im Mai 2016 hatte der Bundesrat des DHB beschlossen, den Spielbetrieb auf Landesebene auszusetzen. „Darüber haben wir unsere Mitgliedsvereine informiert“, sagt Thomas Schweder, Vizepräsident Spieltechnik beim Handballverband Mecklenburg- Vorpommern (HVMV). Bei der Erstellung des Rahmenspielplans habe man dann aber festgestellt, dass auf Grund des späten Endes der Sommerferien in diesem Jahr und dem frühen Beginn im nächsten die Terminsituation recht angespannt sei. Deshalb habe man die Spiele zunächst auch angesetzt. „Wir haben dann bei den Vereinen nachgefragt, ob während der WM Bedarf besteht, Spiele zu verlegen“, informiert Schweder. Einhellige Antwort: Wir wollen Handball spielen! Daraufhin habe der Landesverband mehrfach Kontakt zum DHB aufgenommen, zuletzt bei der Bundesratssitzung Ende Oktober, um eine Lösung zu finden. Ohne Erfolg! Das Votum der Vereine aus MV sei dort nicht akzeptiert worden. „Daraufhin habe man die Reißleine ziehen müssen und die Spiele abgesetzt“, sagt Thomas Schweder. Andernfalls hätten finanzielle Sanktionen in fünfstelliger Höhe gedroht.

Ein Haken bei der Neuansetzung der abgesagten Partie sei vor allem, dass die Vereine in der Regel nicht Eigentümer der Hallen sind, in denen sie spielen. „Da bedarf es einer neuen Abstimmung mit den Kommunen“, sagt Schweder. Der Terminplan der Teams sei aber jetzt schon voll. „Wir haben jetzt die ganze Arbeit und müssen uns mit den anderen Trainern abstimmen und zusätzlich eine Halle finden“, sagt Walter Bollmann, Trainer der Damenmannschaft beim Stralsunder HV. Dazu komme, dass in Schulferien nicht alle Spielerinnen zur Verfügung stehen. Für die Handballerinnen fallen durch die WM in diesem Jahr zwei Partien aus – denn am Finaltag, 17. Dezember, soll der Spielbetrieb ab 12.00 Uhr ruhen.

Bollmann ärgert sich vor allem darüber, dass der Landesverband die Spiele erst so spät abgesetzt habe. „Wenn man so früh davon wusste, hätten die Spieltage einfach ans Ende der Saison angehängt werden können“, gibt er zu bedenken. „Der SHV hat ja sehr viele Teams – dabei für alle Teams neue Partien anzusetzen, sei ein großer organisatorischer Aufwand. Bei vielen Partien wird es wohl lange dauern, bis sie nachgeholt werden können.

Bereits jetzt steht fest, dass die Vereine auch in der kommenden Saison vor eine ähnliche Situation gestellt werden. Der Bundesrat des Deutschen Handballbundes hat kürzlich beschlossen, während der Männer-Weltmeisterschaft, die im Januar 2019 in Deutschland und Dänemark ausgetragen wird, „den Spielbetrieb in den Landesverbänden und deren Untergliederungen an ausgewählten Tagen ruhen zu lassen“.

Manuela Wilk und Marco Schwarz

Mehr zum Thema

Wismarer MV-Liga-Handballer bezwingen die Reserve der Mecklenburger Stiere Schwerin mit 26:21

27.11.2017

Handballerinnen kassieren 25:27-Niederlage

28.11.2017

Barther und Ribnitzer Frauen gewinnen in der Verbandsliga ihre Heimspiele

28.11.2017

Trainer André Thiel erwartet eine Partie auf Augenhöhe / Sundstädterinnen wollen zu Hause weiterhin ungeschlagen bleiben

01.12.2017

Verbandsligist vom Sund gastiert beim TSV Friedland.

01.12.2017

Grimmener MMA-Kämpfer steht bei Fight Night im Ring

29.11.2017