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Der Senior und die Laufschuhe: Marathon-Eddi auch mit 80 fit

Stralsund Der Senior und die Laufschuhe: Marathon-Eddi auch mit 80 fit

Stralsunder Läufer Edgar Raschauer hat erst vor 30 Jahren mit dem Laufsport angefangen, inzwischen sind 145 Medaillen zusammengekommen

Stralsund. Beim Steinhäger Karl-Krull-Gedenklauf am vergangenem Sonntag mussten die Starter auf ein bekanntes Gesicht verzichten. „Da bin ich nicht dabei. Schließlich feiere ich da meinen 80. Geburtstag“, entschuldigte sich Edgar Raschauer im Vorfeld. Nachgefeiert mit den Lauffreunden von der FHSG wird später.

Über 80 Marathon-Läufe hat der rüstige Senior, der deshalb auch gern Marathon-Eddi genannt wird, schon absolviert. Und die liegen noch gar nicht allzu viele Jahre zurück. Erst vor 30 Jahren begann der Stralsunder mit dem Laufsport. „Uwe Rochow hat damals mit einem Inserat nach Mitläufern für seine Gruppe gesucht, und ich wollte Bewegung“, erklärt Raschauer.

Zuvor radelte er seinen täglichen Arbeitsweg von Zarrendorf bis zur Werft, wo er bis dahin 29 Jahre als Schiffbauer und Schweißer tätig war, bis er aus gesundheitlichen Gründen aufgeben musste. Die anfänglich kurzen Übungsstrecken wurden durch regelmäßiges Training immer länger. „Mein erster richtiger Lauf ging damals gleich von Greifswald nach Stralsund“, erzählt der 80-Jährige.

Inzwischen ist er laufend schon durch ganz Deutschland gekommen und auch darüber hinaus gestartet. Auch beim Marathon in Wien oder rund um den Wolfgangsee war er dabei. Mit 71 Jahren startete er erstmals beim Rennsteiglauf. Über 70 Kilometer von Eisenach bis Schmiedefeld hat er in fast zehn Stunden absolviert.

Wie viele andere Läufer, hat auch Edgar Raschauer einige Lieblingsveranstaltungen. „Der Burgenlauf von Penzlin nach Burg Stargard ist sehr abwechslungsreich und geht landschaftlich auf und ab“, erklärt er. „Dagegen bietet der Tollensesee-Marathon schwere Steigungen, und der Ueckermünde-Lauf verläuft eher flach.“

Auch wenn der letzte Marathon schon ein paar Jahre zurückliegt, zählt der Senior bei allen kleineren und größeren Laufveranstaltungen, einschließlich der Cup-Läufe, zu den bekannten Namen auf den Starterlisten. Probleme mit den Beinen zwangen ihn am Jahresbeginn zu einer Auszeit, doch mittlerweile absolviert Marathon-Eddi drei- bis viermal die Woche seine Runden um den Moorteich. Zehn Kilometer kommen da jeweils zusammen. Im Monat bringt er es auf 150 bis 160 Kilometer. Da wird auch im Winter gelaufen, sofern Nässe und Glätte nicht in Sicht sind. In diesen Fällen macht er es sich lieber mit einem Buch in der Wohnung bequem.

145 Medaillen hängen dort an der Wand. „Ich würde schon gerne nochmal einen Marathon laufen – aber ob ich das schaffe?“, zeigt sich Raschauer skeptisch. Dafür stehen demnächst der Abendlauf auf der Insel Poel und der Halbmarathon auf Usedom auf dem Plan. Und selbstverständlich geht Raschauer auch beim Brückenlauf im Oktober an den Start. Die 12 Kilometer lange Strecke soll es dann werden.

„Das Laufen tut mir gut, man fühlt sich danach wohl. Und außerdem muss man sich doch bewegen. Die Ärztin ist über meine guten Werte erstaunt. Solange es geht, werde ich weiterlaufen. Auch wenn ich irgendwann mit Wettkämpfen aufhöre, hoffe ich wenigstens, noch trainieren zu können“, so Marathon-Eddi.

Wenke Büssow-Krämer

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