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Sport Stralsund „Der schnellste Marathon aller Zeiten“
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00:00 01.07.2014
Zwei Sechser-Outrigger-Boote nahmen in diesem Jahr erstmals am Hiddenseemarathon teil. Einige Crew-Mitglieder sahen die Wettfahrt als Vorbereitung für ihren Outrigger-Weltrekordversuch von Bornholm nach Sellin auf Rügen im September an. 2015 sollen erneut Outrigger bei der Wettfahrt um das „Söte Länneken“ dabei sein. Quelle: Rainer Ewert
Stralsund

„Ha, jetzt musst du erst mal wieder vorlegen. Ich komm erst wieder, wenn eine neue Bestzeit steht“, stichelt Michael Dobler. Der 45-Jährige aus Düsseldorf grinst über das ganze Gesicht. Mit seiner Zeit von 5:53 Stunden hat er die magische Sechs-Stunden-Grenze geknackt. Steffen Burkhard, dem die Frotzelei gilt, winkt gelassen ab. Der Kieler kennt die rheinische Frohnatur bereits von anderen Wettkämpfen, weiß, wie er sie an den Haken kriegt. „Ach, nächstes Jahr starten wir im Zweier“, wirft der dreimalige Sieger des Hiddenseemarathons ein und sieht Dobler abwartend an. Der ist sofort Feuer und Flamme. Vergessen ist das Zeit vorlegen. Zweier? Keine schlechte Idee. Schon sind die beiden in eine Diskussion versunken. Eine 5:30 im Zweier müsste doch zu packen sein?

„2014 ist das Jahr der guten Zeiten“, erzählt Hartmut Vogt, Vorsitzender des Stralsunder Kanu-Clubs. Die Bedingungen seien optimal gewesen. Wenig Wind, kaum Wellen. In 52 Booten machen sich am Samstagmorgen insgesamt 78 Kanuten auf den Weg, die Insel Hiddensee zu umpaddeln. Viele von ihnen sind Wiederholungstäter, einige neu dabei. Unter den Neulingen sind mit Olympiasieger Andreas Dittmer und den Weltmeistern Frank Fischer und Martin Mittelstedt auch namhafte Sportler. Während sich Fischer im Einer zur Umrundung aufmacht, gehen Dittmer und Mittelstedt im — ebenfalls ein Novum — Sechser-Outrigger an den Start.

„Das war eine tolle Erfahrung“, schwärmt Heiko Papenfuß. Der 2. Vorsitzende des Stralsunder Kanu-Clubs verstärkte eines der beiden Outrigger-Teams, bei denen in regelmäßigen Zeitabständen während voller Fahrt Wechsel im Boot vorgenommen werden. „Wir wurden da im wahrsten Sinne des Wortes ins kalte Wasser geworfen, so etwas haben wir vorher ja noch nie gemacht“, so Papenfuß. Aber Spaß habe es gemacht. Und dumm angestellt hätten sich die Outrigger-Neulinge definitiv nicht. „Im Gegenteil, sie haben das echt super hinbekommen“, lobt Dirk Oschetzke. Der Berliner hat in diesem Jahr noch Großes vor und sieht den Marathon als eine Art Trainingseinheit: Im September will der 29-Jährige mit solch einem Boot die Ostsee von Bornholm nach Sellin auf Rügen überqueren.

Mit solchen Gedanken schlagen sich Swanhild Kluge und Gerhild Winkler nicht herum. Für sie zählt nur eines: ankommen. „Dieser Marathon macht einfach Spaß. Jeder, der hieran teilnimmt, ist für mich ein Held“, sagt Gerhild Winkler. Die Stralsunderin weiß, wovon sie spricht. Immerhin ist sie sozusagen eine Frau der ersten Stunde. Bei ihrer 13. Teilnahme sorgt sie mit Swanhild Kluge — sie ist zum elften Mal dabei — im Zweier für Frauenpower. Für die 70 Kilometer rund um Hiddensee benötigen die Kanutinnen 8:42 Stunden. Für Gerhild Winkler eine neue persönliche Bestzeit.

Während die beiden Frauen, Michael Dobler, Steffen Burkhardt und viele andere bereits wieder im Trockenen sitzen, brauen sich über den Übrigen dunkle Wolken zusammen. In der Ferne donnert es bereits.

Das ist nicht gut. Als die erste Blitze vom Himmel zucken, trifft die Rennleitung die Entscheidung: Aus Sicherheitsgründen müssen alle runter vom Wasser. Insgesamt gibt es sechs „Gewitteropfer“ unter den Teilnehmern. Am härtesten trifft es Thomas Imgrund. Der Essener wird 300 Meter vor dem Ziel von einem Begleitboot aufgenommen. Bei der Siegerehrung am Abend hadert er noch immer mit seinem Schicksal. „Das war schon hart, so kurz vor dem Ziel. Aber ich komm schon drüber weg und war bestimmt nicht das letzte Mal hier“, sagt er. Und da derjenige, der den Schaden hat, für den Spott nicht zu sorgen braucht, bekommt er gleich noch einen Rat gratis. „Im nächsten Jahr paddelst du einfach etwas schneller, da kommst du auch bei schönem Wetter an“, sagt Rennleiter Achmed Ewert in seiner launigen Art und erntet lautes Gelächter. Auch Thomas Imgrund muss grinsen. Und im nächsten Jahr, da wird er es ihnen schon zeigen.

Nachdem die letzten Urkunden verteilt sind und sich das Gelände des Stralsunder Kanu-Clubs langsam leert, fällt von den Organisatoren die Anspannung ab. „Es ist alles super gelaufen, alle sind gesund an Land“, sagt Cheforganisator Mirko Wetzel erleichtert. Der 34-Jährige wuppte einen Riesenaufwand an Logistik. Über 80 Mitstreiter sorgten an seiner Seite für einen reibungslosen Ablauf an Land und auf dem Wasser. Die Verschnaufpause ist jedoch kurz. „Nach dem Marathon ist vor dem Marathon“, sagt Mirko Wetzel, der schon bald mit der Organisation des 14. Hiddenseemarathons loslegen wird. Die erste Anfragen liegen bereits vor.

Fakten zum 13. Hiddenseemarathon der Kanuten

70Kilometer lang ist die Strecke, die die Kanuten beim Hiddenseemarathon bewältigen müssen.


Erstmals waren beim diesjährigen Hiddenseemarathon zwei Sechser-Outrigger an der Wettfahrt beteiligt. An Bord waren mit Andreas Dittmer (dreifacher Kanu-Olympiasieger) und Martin Mittelstedt (Kanu-Weltmeister) zwei prominente Kanu-Sportler.


Der mehrfache Kanu-Weltmeister Frank Fischer ging im Einer an den Start.
5:53 Stunden ist die neue absolute Bestzeit, aufgestellt vom Düsseldorfer Michael Dobler (45).


Werner Gubatz war mit 70 Jahren der älteste Teilnehmer.
80Helfer der DGzRS, Wasserwacht, DLRG, MTS, Segelschule Dänholm, Hafenresidenz, des THW, Surf&Sail Altefähr, Stralsunder Kanu-Clubs sowie private Helfer sorgten an Land und zu Wasser für einen reibungslosen Ablauf.



Claudia Noatnick

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