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Ein Bayer rockt die Küste und holt sich die Krone

Speedway Ein Bayer rockt die Küste und holt sich die Krone

Als Mister Maximum sichert sich Martin Smolinski in Stralsund den Deutschen Meistertitel / Nordstern Kevin Wölbert ist Vize, Lokalmatador Tobias Busch nur Neunter

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Mister Maximum Martin Smolinski (vorn) aus dem bayrischen Landshut konnte am Sonnabend auf der Stralsunder Flutlicht-Piste niemand stoppen – auch nicht Lokalmatador Tobias Busch (gelber Helm). Fotos (3): Bernd Quaschning

Stralsund. Der alte ist auch der neue Deutsche Speedwaymeister: Martin Smolinski aus Landshut holte sich am Samstagabend in Stralsund vor 1200 Zuschauern souverän den Titel. Der Bayer trumpfte als Mister Maximum auf.

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Als Mister Maximum sichert sich Martin Smolinski in Stralsund den Deutschen Meistertitel / Nordstern Kevin Wölbert ist Vize, Lokalmatador Tobias Busch nur Neunter

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„Es hat heute alles gepasst. Und ich habe gezeigt, dass sich der Umstieg auf Jawa-Motoren ausgezahlt hat“, so der 31-Jährige, der in Deutschland zurzeit das Maß aller Dinge ist. Zwar zählte die Stralsunder Piste bisher nicht zu seinen Lieblingsbahnen, „aber heute waren auch endlich mal meine Starts gut.“ Der Bayer erntete für seine Top-Leistung auch den anerkennenden Applaus vom Publikum.

Die Nordstern-Ehre verteidigte Kevin Wölbert, der mit 12 Punkten aufs Silbertreppchen kletterte und für diesen Erfolg von den gut gelaunten Fans gefeiert wurde. „Ich bin zufrieden. Aber es war mehr drin. Ich hab mich einfach im ersten Lauf verzockt. Ich wusste, ich muss Smolinski hinter mir lassen, ansonsten war's das mit dem Titel: Aber da hatte ich noch nicht das richtige Setup wie dann in den anderen Läufen“, sagte der 27-Jährige, der auch in England als Profi unterwegs ist.

Mit Beifall sparten die Zuschauer auch nicht beim Kampf um den 3. Platz, der in einem Stechen entschieden wurde. Hier hatte zwar der Brokstedter Tobias Kroner den besseren Start, doch der Ex-Stralsunder und heute für Wittstock fahrende Mathias Schultz steckte nicht auf und holte sich den Konkurrenten in der zweiten Runde und wurde mit Bronze belohnt.

Bei einem half alles Anfeuern nichts: Lokalmatador Tobias Busch konnte die tobenden Massen im Rücken nicht als „Wunderwaffe“ nutzen – zu groß war der Druck vor Heimkulisse. Zwar legte er im ersten Lauf mit 70,93 Sekunden den schnellsten Lauf des Tages hin, doch es folgten zwei Null-Punkte-Durchgänge, die natürlich alle Titelträume zunichte machten. Dabei rutschte den Fans das Herz in die Hose, als der Stralsunder stürzte. „Da hat man mich zu Unrecht disqualifiziert, denn Matze Schultz hat mir das Vorderrad weggefahren“, haderte „Buscher“ mit der Schiedsrichter-Entscheidung und ist sich sicher: „Das wäre ein Dreier geworden, denn das war mein leichtester Lauf. Aber es sollte nicht sein.“

Der 28-Jährige, der wusste, dass es an diesem Abend auf super Starts ankam, um zu punkten, biss sich durch das für ihn schwere Rennen und verabschiedete sich noch mal mit einem Laufsieg von seinem Heimpublikum. Sieben Punkte und Platz 9 – das hatte keiner erwartet. Natürlich waren die Fans enttäuscht, aber sie jubelten ihm zu, munterten ihn auf, getreu dem Motto „Kopf hoch, und weiter geht’s“.

„Ich hätte Tobi den Sieg so gegönnt. Der Erfolg hätte ihn aufgebaut“, sagte Frank Mauer vom MSC Wölfe Wittstock.

Für die anderen Nordsterne lief es auch nicht optimal. Dominik Möser landete mit drei Punkten auf Platz 15, und Mathias Bartz blieb mit zwei Zählern nur Rang 16.

Doch auch wenn die Stralsunder nicht allzu viel zu jubeln hatten, die Fans sahen unter Flutlicht ein spannendes, gut organisiertes Rennen. „Wir sind alle mit dem Bus angereist, um Smoli die Daumen zu drücken. Und es lief ja super“, schrie Klaus Zwerschina. Im Tuten-Gewirr der Landshuter konnte man zwar sein eigenes Wort nicht verstehen, aber die Bayern feiern eben laut. Und nach so vielen Bundesliga-Begegnungen mit den Stralsundern hat man sich nun auch aneinander gewöhnt. „Wir kommen gern nach Stralsund“, so der 47-Jährige. Nach einer Nacht im Hansedom machte sich der Landshuter Fanclub der „Devils“ dann gestern Morgen auf nach Brokstedt, wo die Bayern das erste Finale um die diesjährige Meisterschaft zu bestreiten hatten.

„Wir haben uns mit einem tollen Rennen aus der Saison 2016 verabschiedet, und dafür danke ich allen Nordsternen und Partnern, die dafür geackert haben“, so das Resümee von Bernd Hoppe, Präsident des MC Nordstern.

Ergebnisse: 1. Smolinski, 15 Punkte; 2. Wölbert 12; 3. Schultz 11+3; 4. Kroner 11+2; 5. Huckenbeck 10; 6. Härtel 9; 7. E. Riss, 8; 8. Deddens 8; 9. Busch 7; 10. Maaßen 6;

11. Dilger 5; 12. Fienhage 5; 13. M. Riss, 4; 14. Mauer 3; 15. Möser 3; 16. Bartz 2; 17. Wassermann 1.

Mit ausgekugelter Schulter auf der Piste

Pechvogel des Tages war Max Dilger. Der 27-Jährige war im Training gestürzt und hatte sich die rechte Schulter ausgekugelt. Die renkten die Mediziner an der Piste zwar gleich wieder ein, weil Dilger unbedingt weiterfahren wollte. Doch man sah dem Fahrer die Qualen an. Unter Schmerzen setzte er sich aufs Motorrad. Nach dem Rennen, das er auf Platz 11 abschloss, graute ihm vor der Heimreise – 1000 Kilometer bis in den Schwarzwald.

Gerald Simbeck , 2. Vorsitzender des AC Landshut, angereist mit dem Fanbus, war froh, dass sich keiner seiner Fahrer verletzt hat. „Wir haben ja schließlich noch das Brokstedt-Finale vor uns. Da brauchen wir unsere Jungs.“

20 Journalisten , darunter auch Internet-Redakteure aus Polen, haben am Sonnabend aus dem Paul-Greifzu-Stadion berichtet.

Ines Sommer

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