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Eine Ferienwoche voller Hufgetrappel

Viersdorf Eine Ferienwoche voller Hufgetrappel

Beim Reitlager in Viersdorf werden aus Kindern und Pferden dicke Freunde

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Die Kinder lernen hier nicht nur das Reiten. Sie putzen und füttern die Tiere, satteln selbst auf und freuen sich riesig darüber, dass sie soviel Zeit mit den Islandpferden verbringen dürfen.

Quelle: Fotos: Britta Kuntoff/merle Pätsch

Viersdorf. Was ist Glück? Darüber kann man sich den Kopf zerbrechen. Oder einfach nach Viersdorf fahren. Dort ist das Glück nämlich zu Hause. Rund 140 Ponys stehen auf den Weiden des Islandpferdehofs von der Waydbrink. Die Sonne scheint, die Pferde dösen, irgendwo dahinten galoppieren zwei vor Frühlingsübermut um die Wette. Ein Kindertraum mit Pferdeduft. In den Osterferien hat er sich für acht Mädchen erfüllt.

OZ-Bild

Beim Reitlager in Viersdorf werden aus Kindern und Pferden dicke Freunde

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Pia (12) aus Bremen, ist schon um 6.30 Uhr aufgestanden, freiwillig. „Morgens helfen wir beim Füttern“, erzählt sie stolz und zupft sich einen Strohhalm aus dem Haar. Milla und Charlotta aus Stralsund wuchten mit Mühe einen Sattel aus der Kammer. „Der ist nicht zu schwer, und Aufsatteln ist für uns das Schönste“, versichern die beiden Erstklässlerinnen. „Die Kinder lernen bei uns nicht nur Reiten, sondern den Umgang mit dem Pferd“, erklärt Hofbesitzerin Josephine von der Waydbrink. „Dazu gehört, dass die Kinder die Pferde putzen und aufzäumen. Es ist mir sehr wichtig, dass es den Kindern und den Tieren gut geht.“ Deshalb sind in den Reitferien nicht mehr als zwölf Kinder zu Gast. Öfter als zweimal täglich läuft keines der Pferde im Unterricht. „Alles andere könnte ich nicht vertreten“, so Josephine von der Waydbrink.

Die Liebe zu den Tieren hat sie von ihrer Mutter geerbt. Im Mut und der Leidenschaft von Christine von der Waydbrink liegt der Ursprung des Pferdehofes. Weil ihr das Urwüchsige der kleinen Pferde so gefiel, importierte sie gemeinsam mit Ehemann Gottfried Rönsch kurz nach der Wende zehn Stuten direkt aus Island. „Wir wollten eigentlich nur züchten und hatten keine Reitschule geplant“, erinnert sich von der Waydbrink. Als aber zwei Mädchen unermüdlich um Reitstunden bettelten, sattelte sie um zur lizenzierten Trainerin. Heute gibt es in Viersdorf Reitbahnen, Paddocks, weite Koppeln und viele kleine und große Reitschülerinnen und Reitschüler, für die die kräftigen Ponys mit der wilden Mähne das Größte sind.

Eine von ihnen ist die neunjährige Wanda. Sie ist im letzten Sommer von Berlin-Mitte nach Stralsund gezogen und war auch davor fast jedes Wochenende in Viersdorf. „In den Ferien bin ich immer hier.

Wir reiten und haben Theorie. Da lernen wir, was eine Kardätsche ist und wie ein Dressurviereck aufgebaut ist“, erzählt sie, während sie ihrem Pferd Angurgapi die Hufe auskratzt. Die Namen der Islandponys klingen nach Elfen und Trollen.

„So, dann holen wir mal die Pferde. Emma nimmt Toppa und Hermine Bjala“, ruft Reitlehrerin Karlotta Hampe. Hofhund Ecki jagt bellend eine Schar Spatzen auf, ein Traktor tuckert einen Strohballen zum Stall, in der Küche brodelt die Kaffeemaschine – und alles fühlt sich ein bisschen wie Familie an. „Darf ich Mamacita reiten?“, fragt Fine, 10. Sie darf und holt ein schwarzes Shetlandpony. „Die sind zwar ziemlich klein, fordern von Kindern aber Durchsetzungskraft“, erklärt Josephine von der Waydbrink und trägt einen Gurt mit vielen silbernen Ringen in die Reithalle. Der wird für das Voltigieren gebraucht. Wer will, kann später noch bei Josephines Mann Augustin Torrealba lernen, dass Pferd auf Spanisch Cavallo heißt. Als am Abend die Pferde heusatt im Stall stehen, hört man nur noch ein leises Kichern vom Dachboden. „Das war ein ganz toller Tag“, sagt die zehnjährige Sophie selig.

Island-Pferde

Islandpferde, auch Isländer genannt, sind robuste Ponys mit einem kräftigen Körperbau und einem ausgeglichenen, aber sensiblen Charakter. Sie gehören zu den so genannten Gangpferden und beherrschen neben Schritt, Trab und Galopp auch Tölt und Pass.

Das Reitlager auf dem Islandpferdehof findet für Kinder ab 6 immer in den Ferien statt. Mehr Informationen unter www.islandpferde-waydbrink.de oder ☎ 0176/8004

8011.

Britta Kuntoff

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