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Sport Stralsund Hauen und Stechen um Sporthallen-Zeiten in Stralsund
Vorpommern Stralsund Sport Stralsund Hauen und Stechen um Sporthallen-Zeiten in Stralsund
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00:00 02.06.2017

Stralsund. In Stralsund werden Sporthallen-Zeiten immer knapper. Ob nun kleiner Judoka, Bundesliga-Ringer, Seniorensportler oder Rehabilitand – das Hauen und Stechen um mehr Trainingsmöglichkeiten hat längst begonnen. Denn über 10000 Sportler aus 67 Vereinen müssen auf 18 Sporthallen und den Hanse-Dom verteilt werden. Ein wahres Wunder muss das Sportamt da vollbringen – und gerät immer mehr an Grenzen. „Wir gehen jedem Wunsch nach, können aber nicht alle Zeitfenster berücksichtigen“, sagte Sport- und Schulverwaltungs-Abteilungsleiter Jörn Tuttlies am Montagabend bei einer öffentlichen Diskussion, zu der die Stralsunder Grünen eingeladen hatten.

Um die Hallenzeiten einigermaßen gerecht zu verteilen, handelt die Verwaltung nach der so genannten Sportförderrichtlinie. In der ist zum Beispiel festgelegt, dass der Kinder- und Jugendsport zu 100 Prozent von der Stadt gefördert wird. Dauernutzer bekommen 50 Prozent Rabatt. Bisher werden alle Sportbereiche gleich behandelt. Doch der Mangel an Hallenzeiten beflügelt eine Neid-Debatte. Soll der von den Krankenkassen geförderte Reha- und Gesundheitssport genauso gefördert werden wie zum Beispiel der Kinder- und Jugendbereich? Angefeuert wird der Konflikt durch die Tatsache, dass der Gesundheitssport boomt. Angeboten wird er von den drei Vereinen SV Medizin, Sport live und Uhlenhaus.

„Das sind kranke Leute, warum sollen die schlechter behandelt werden als andere“, fragte Arndt Melms, Vorsitzender von Sport live, und betonte, dass die Nachfrage gigantisch sei. Dr. Georg Weckbach, Chef des größten Stralsunder Sportvereins Medizin und zudem Stadt-Sportbundpräsident, sagte: „Man muss unterscheiden zwischen neuen Verordnungen, für die es Geld gibt, und denen, die danach trotzdem bei uns weitermachen.“ Außerdem sei es doch positiv zu bewerten, dass dieser Bereich boomt. „Stralsund ist auf diesem Gebiet führend im Land.“

Sowohl Melms als auch Weckbach zeigten kein Verständnis für irgendwelche Neidgedanken. „Ich frage doch auch nicht, wie der SHV zu seinem Geld kommt. Er wird unterstützt und kann somit seinen Vereinssport gestalten. Das Geld, das wir von den Krankenkassen bekommen, fließt ebenfalls in die gemeinnützige Arbeit des Vereins. Wo ist da der Unterschied“, wollte Weckbach wissen.

Der Sportbund-Präsident fügte zum Thema Hallenzeiten an: „Wir hatten in den letzten Jahren keine Schlichtungsanfragen.“ Kein Wunder, entgegnete Steffen Täubrich, Vorsitzender des 1. VC. „Ich bekomme auch weniger Zeiten, als ich beantragt habe. Und dann stehen wir mit 30 Kindern in der Hauptmann-Halle, obwohl nur 12 aufs Feld passen. Aber soll ich deshalb gegen einen anderen Verein kämpfen. Das macht doch keiner, weil man ja auch den anderen Sport achtet.“ Täubrich schlug vor, dass alle Vereine noch mal ihre Trainingszeiten prüfen. „Es gibt Tendenzen, dass einige lieber bezahlen, als Zeiten zurückzugeben...“

In einem Punkt waren sich die Vertreter aus Sport und Kommunalpolitik einig: Stralsund braucht mindestens eine neue Sporthalle. „Eine Zwei-Felder-Halle schlägt mit fünf Millionen zu Buche. Nehmen wir eine große mit Platz für 1000 Zuschauer, sind wir bei acht bis zehn Millionen“, gab Jörn Tuttlies den enormen Finanzaufwand zu bedenken, der angesichts knapper Kassen nicht so schnell zu realisieren sei. Andererseits: Stralsund will wachsen, und da braucht man nicht nur Wohnungen, Kitas und Schulen, sondern eben auch Sportmöglichkeiten. Besonders krass ist der Engpass im Wassersport. „Mit dem Wegfall der Schwimmhalle in Negast gibt es für Reha-Sport im Wasser lange Wartelisten“, so Georg Weckbach. Doch eine neue Schwimmhalle sei erst recht nicht in Sicht.

Platzbedarf

67 Vereine sind im Stralsunder Stadtsportbund organisiert – dahinter stehen immerhin 10679 kleine und große Sporttreibende. Doch nicht nur sie wollen Hallenzeiten. Es gibt auch Freizeitsportler, die sich einmieten möchten.

18 Sporthallen und der Hanse-Dom stehen den Stralsundern zur Verfügung. Zu wenig, sagen die Sportler und fordern eine neue Halle.

Ebenso dramatisch ist die Situation auf dem Rasen. Sechs Plätze und der Kunstrasen sind voll ausgebucht. Auch hier steht die Forderung: Mindestens ein neuer Platz muss her.

Ines Sommer

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