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In 29 Sekunden Löschangriff abgespult

In 29 Sekunden Löschangriff abgespult

Neun Feuerwehren kämpften in den Franzburger Hellbergen um den 1. Bürgermeisterpokal der Stadt

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In 29,74 Sekunden hatten die Männer der 1. Franzburger Mannschaft den Löschangriff absolviert – damit gehörte der 1. Bürgermeister-Pokal ihnen. Auch den Tuning-Sonderlauf gewannen die Gastgeber. FOTOS (4): INES SOMMER

Franzburg. Mit einer Startklappe wie beim 100-Meter-Lauf in der Schule gibt der Kampfrichter am Samstagnachmittag in den Hellbergen das Signal für den ersten Wettlauf um den Bürgermeisterpokal der Stadt Franzburg – und schon sprinten sieben Feuerwehrleute los in Richtung Tragkraftspritze, von den Wettkämpfern nur TS genannt. An dieser Pumpe, wie Schläuche, Verteiler und Kupplingsschlüssel auf einer Platte zuvor fein säuberlich bereit gelegt, hat jeder seine Aufgabe.

OZ-Bild

Neun Feuerwehren kämpften in den Franzburger Hellbergen um den 1. Bürgermeisterpokal der Stadt

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Eine Gruppe kümmert sich um eine Verbindung zum 1000–Liter-Wasserbottich. Schließlich muss ja das Löschwasser irgendwie in die Schläuche kommen. Bei einem Brand ist der Bottich zum Beispiel ein Feuerlöschteich. Besonders den Frauen – hier vertreten durch Millienhagen-Oebelitz und Franzburg – sieht man an, dass es nicht leicht ist, die widerspenstigen Saugschläuche, die 2,50 Meter lang sind, ins Wasserbecken zu bekommen. Denn das passiert nicht irgendwie. Damit sich die „Klappen“ im Saugkorb öffnen und das Wasser weitertransportiert wird, muss man das Schlauchende möglichst kraftvoll und im rechten Winkel zur Wasseroberfläche in den Bottich drücken.

Genau im richtigen Moment muss dann auch die TS, eine Pumpe mit Motor, angeschmissen werden. Die andere Gruppe muss so genannte B-Schläuche mit dem Verteiler verbinden. Natürlich im Laufschritt, denn es geht beim Feuerwehrsport immer um die beste Zeit. Aus dem Verteiler kommen jetzt nur noch zwei kleinere C-Schläuche, die mit einem passenden Strahlrohr zur echten Löschleitung werden. Der Fachmann sagt: Die Angriffslinie ist gelegt.

Nun muss noch per Wasserstrahl das Ziel getroffen werden – erst dann drückt der Zeitnehmer die Stoppuhr ab. 29,74 Sekunden brauchte die schnellste Truppe an diesem Nachmittag für den „Löschangriff Nass“, der weit verbreitetsten Übung aus dem Feuerwehrsport. Es sind die Männer der ersten Franzburger Mannschaft, die sich über den Jubel des Heimpublikums freuen dürfen. Löschangriff – das hört sich ganz einfach an. Doch es lauern Fallen. Mal öffnen sich die Klappen im Saugkorb nicht, mal streikt die Tragkraftspritze (verdankt ihren Namen dem Umstand, dass sie zum Ort des Geschehens getragen wird). Achten müssen die Feuerwehrleute auch darauf, dass die Schläuche nicht geknickt sind, damit das Wasser seinen richtigen Weg nimmt. Und auch das ist am Samstag passiert: Schließt man einen falschen Schlauch an, wird das Team disqualifiziert.

Die größte Wettkampf-Flotte stellt diesmal die Feuerwehr der Gemeinde Millienhagen-Oebelitz. Zwei Männertrupps und eine Frauenmannschaft kämpfen, geben alles. So auch „Frischling“ Laura Heinig. Die 16-jährige Schülerin aus Weitenhagen feiert ihre Wettkampfpremiere. „Hat nicht alles geklappt, obwohl wir soviel auf dem Sportplatz geübt haben“, sagt sie. „Die Zeit lag bei 50 Sekunden. Aber Spaß

hat es trotzdem gemacht.“ Auch Bürgermeisterin Cordula Filter (parteilos) ist begeistert von ihren Blauröcken. „Es macht so eine Freude, die Truppe zu sehen. Die Feuerwehr bei uns boomt. Toll“, freut sie sich und schiebt hinterher: „Ich bin stolz auf die Kameraden, und das nicht nur hier. Sie halten auch das Gemeindeleben hoch.“

Natürlich lässt es sich der Gastgeber-Bürgermeister Dieter Holder (CDU) nicht nehmen, die Siegerehrung durchzuführen. Auch am Mikro ist das Franzburger Urgestein nicht zu stoppen, hat für jeden einen Spruch. Und auch die beiden Chefs des Feuerwehr-Fördervereins, Ronny Metzner und Anne Bergmann, sind nach zig Stunden im Stadion erleichtert. Der Bürgermeisterpokal war nicht nur eine sportliche Premiere, sondern auch die erste Veranstaltung des Vereins. Und für die gab es von allen Seiten viel Lob. Das geben sie gern weiter, zum Beispiel an die Franzburger Stadtarbeiter, die das Stadion für den Wettkampf auf Vordermann gebracht haben.

Blaurock-Alarm

9 Mannschaften beteiligten sich am Wettbewerb um den 1. Bürgermeisterpokal, der vom Feuerwehrförderverein Franzburg gemeinsam mit der Wehr organisiert wurde. Den Sieg holte sich Franzburg I, Silber erkämpfte Mesekenhagen, Bronze ging an Steinhagen. Auf den Plätzen folgten FFW Stralsund, Millienhagen-Oebelitz I, Franzburg II, Millienhagen II und Vorland. Millienhagens Frauen siegten konkurrenzlos.

Die Tragkraftspritze kann auch getunt werden. Dabei handelt es sich meistens um DDR-Spritzen, die die Feuerwehrleute aufmotzen, aus Leidenschaft – und aus eigener Tasche.

7 Feuerwehrleute gehören zu einer Crew. Viele hatten nicht nur Reservisten, sondern auch Helfer an Bord. Kein Wunder, dass am Samstag 100 Blauröcke die Hellberge rockten.

Ines Sommer

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