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Jetzt wird’s eng: Hochbetrieb im Hafen

Stralsund Jetzt wird’s eng: Hochbetrieb im Hafen

Die 350 Liegeplätze der Stralsunder City- Marina sind bestens ausgelastet. Teilweise müssen die Boote sogar im Päckchen liegen

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Dicht an dicht liegen die Boote in der Stralsunder City-Marina. Die Gäste kommen aus ganz Europa. Fotos (8): Marlies Walther

Stralsund. Noch einen Meter. Elegant schiebt sich die blau-weiße 20-Meter-Yacht an den Steg. Der Skipper hat seinen Platz hinterm Steuer verlassen und übernimmt die Feinjustierung per Fernbedienung, während seine Frau die Leinen an Land wirft. Hafenmeister Jürgen Oschmann greift zu und macht das Schiff fest. Geschafft.

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Die 350 Liegeplätze der Stralsunder City- Marina sind bestens ausgelastet. Teilweise müssen die Boote sogar im Päckchen liegen

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An- und Ablegemanöver können es so in sich haben. Aber die Neuankömmlinge bewältigen den Akt problemlos. „Ich habe meinen Mann vor 30 Jahren mit Boot geheiratet“, erzählt die Kölnerin lachend nach dem Willkommen. Die Urlauber hatten zuletzt in Warnemünde Station gemacht. Weil der Wind sie auf der Ostsee aber „ein bisschen geärgert hat“, freuen sie sich nun auf den Schutz des Stralsunder Hafens. Und der ist rappelvoll.

„Wir profitieren von dem durchwachsenen Wetter. Da kommen viele Segler aus den Ostseemarinas zu uns“, sagt Jürgen Oschmann, der den Job im siebenten Jahr macht – zusammen mit Hafenmeister Stefan Wegner. Einen Platz würde aber noch jeder finden. Auch wenn es teilweise so eng sei, dass die Boote „im Päckchen“ liegen müssen. Das heißt, sie werden nebeneinander vertäut, und wenn man auf den Steg will, muss man über ein anderes Schiff klettern.

Dass es „extrem viel mehr Arbeit als in vergangenen Sommern“ gibt, spürt auch Thomas Krutoff (49), der sich vor 15 Jahren mit seinem Bootsservice für Reparaturen selbstständig gemacht hat. Der Kedingshäger kümmert sich um die gesamte Elektronik – von der Navigations-Technik bis zum Autopiloten. „Zusammen mit der Tomczyk-Werft und dem MotorenSpezialisten Nehmzow können wir gutes heimisches Handwerk vermitteln“, sagt Oschmann.

Dass immer mal was kaputt geht, bleibt nicht aus. Denn die Segler haben oft einen weiten Weg über die Meere hinter sich. Sie kommen nicht nur aus ganz Deutschland, sondern auch aus Holland, Polen, dem Baltikum, Frankreich oder England. „Stark sind die Skandinavier vertreten – hier vor allem die Dänen und Schweden, aber auch Finnen und Norweger“, so Oschmann.

Physiker Bodo Dümcke lebt mit seiner Freundin in Dänemark. Den Sommer nutzt er, um mit seinen Kindern Moritz und Lucy, die in Deutschland wohnen, tolle Segelferien zwischen Rostock, Hiddensee und Stralsund zu verbringen. „Wir kommen gern hier her, um einen Einkaufstag einzulegen und uns die Museen anzuschauen“, erzählt der 47-Jährige.

Von Ostsee, Bodden und der Stralsunder Hafenatmosphäre begeistert sind auch der Uni-Professor Manfred Kaps und seine Frau Beate aus Wetzlar in Mittelhessen. Die beiden segeln seit 20 Jahren, „wohin uns der Wind trägt“. An der Küste von MV seien alle sehr freundlich. „Es hat sich in den Häfen unwahrscheinlich viel getan“, sagt der 62-Jährige. Während für ihn die Mischung aus Natur und Technik den Reiz ausmacht, ist es für sie die wunderbare Möglichkeit, zu entschleunigen. Ihr zwölf Meter langes Boot heißt „Ikigai“. Das kommt aus dem Japanischen und beschreibt frei übersetzt das Gefühl,

etwas zu haben, für das es sich lohnt, morgens aufzustehen.

Gut gegen Nordwind

150 Plätze stehen in der Stralsunder City-Marina in jedem Sommer für Gastlieger bereit. Insgesamt verfügt die Anlage des Unternehmens Kuhnle-Tours über 350 Liegeplätze.

Beliebt ist der Stralsunder Hafen vor allem durch seine Stadtnähe und den Schutz, den die 450 Meter lange Mole vor Nordwind bietet.

Infos: ☎ 0 38 31/44 49 78 oder stralsund@rundtoern-marinas.de.

Marlies Walther

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