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Kalter Abriss: Sturm und Eis geben Seebrücke letzten Rest

Stralsund Kalter Abriss: Sturm und Eis geben Seebrücke letzten Rest

Holzkonstruktion ist verrottet und droht einzustürzen / Steganlage im Stralsunder Strandbad seit 2013 gesperrt / Bauarbeiten starten im Herbst

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Herbst- und Winterstürme, aber auch die jetzige Frostperiode haben der Brücke im Stralsunder Seebad arg zugesetzt. Keiner weiß, was beim nächsten Orkan passiert. Aus Sicherheitsgründen ist die Steganlage aber schon seit Monaten gesperrt. FOTOS (2): CHRISTIAN RÖDEL

Stralsund. Stralsund. Da wehen sie dahin – die restlichen Teile der ohnehin schon maroden Seebrücke im Stralsunder Strandbad. Herbst- und Winterstürme, aber auch der starke Frost haben der Steganlage so sehr zugesetzt, dass man befürchten muss: Der nächste Orkan versetzt der Holzkonstruktion den Todesstoß.

OZ-Bild

Holzkonstruktion ist verrottet und droht einzustürzen / Steganlage im Stralsunder Strandbad seit 2013 gesperrt / Bauarbeiten starten im Herbst

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Doch bereits jetzt hat das für das Seebad zuständige Tiefbauamt der Stadt alle Hände voll zu tun, die bisherigen Sturmschäden zu beseitigen. Mit einem Kranausleger auf einem Schwimmponton wurden die losen Teile von der Steganlage entfernt, herumschwimmende Teile eingesammelt und entsorgt.

Und doch ist es ein Trauerspiel, das die Stralsunder da seit Jahren verfolgen. Endgültig vorbei die Zeiten, als sich kleine und große Badefans noch auf Sprungturm und Rutsche mutig in den Sund stürzten. Denn schon im Frühjahr 2013 musste die gesamte Anlage gesperrt werden. Eine Bauwerksprüfung hatte ergeben: Tragende Bauteile sind so sehr durch Korrosion beschädigt, dass die Verkehrssicherheit nicht mehr gewährleistet werden kann. Nur zum Sundschwimmen gab es eine Ausnahme mit speziellen Maßnahmen. Im Sommer 2016 war auch das vorbei...

„Nach der Sturmsaison im Frühjahr wird es eine Notreparatur geben, so dass die Verkehrssicherheit gewährleistet werden kann und im Sommer das Sundschwimmen nicht gefährdet ist. Dabei sollen die Kosten so gering wie möglich gehalten werden“, heißt es aus dem Stralsunder Rathaus auf OZ-Anfrage.

Verständlich, dass hier keine großen Investitionen erfolgen, denn nach dem Sundschwimmen beginnt im Herbst die Seebad-Umgestaltung. Als Erstes soll die komplette Spundwand abgerissen und durch eine neue ersetzt werden. „Das ist Bestandteil des Projektes Freizeitbereich Sundpromenade, in dem die Neugestaltung der alten Badeanstalt enthalten ist. Wegen des großen Umfanges wurde die Maßnahme in drei Bauabschnitte unterteilt“, so die Presseabteilung der Stadtverwaltung.

Der erste Bauabschnitt bein- haltet die Verlängerung der Sundpromenade vom Lindenrondell bis zur Platzfläche im Seebad, dabei soll für die Besucher eine Terrasse entstehen, die auch einen Zugang zum Wasser hat. „Dazu ist es erforderlich, die alte Spundwand zu entfernen und neu zu bauen. In diesem Zuge wollen wir auch die bereits gesperrte Steganlage abreißen“, erklärt Tiefbauamts- leiter Stephan Bogusch. Die Arbeiten werden sich von Herbst 2017 bis 2018 hinziehen. Zu den ge- nauen Kosten wollte sich die Stadt nicht äußern – man sei in der Planung.

In der zweiten Bauphase – und für die gibt es noch keine genaue Zeitplanung – soll die Seebrücke neu gebaut werden. „Der dritte Teil des Projektes beinhaltet die Umgestaltung der Freiflächen für die verschiedensten Freizeitaktivitäten. Geplant ist ein neues Funktionsgebäude mit sanitären Einrichtungen und der Möglichkeit der gastronomischen Versorgung. Auch an ein neues Werkstattgebäude, Fahrstreifen zur Versorgung der Gebäude sowie die Elektro-Ausstattung ist gedacht“, so die Informationen aus dem Bauamt. Oder anders gesagt: Freizeitbereich für alle Altersgruppen, Strandkorb-Idylle und Beachvolleyballfeld – eingebunden in eine Promenade zum Flanieren mit kleiner Seebrücke und Gaststätte. Das hört sich toll an, ist aber erst einmal Zukunftsmusik.

Denn die Realisierung hängt nicht zuletzt von Fördermitteln ab. Die OZ hatte berichtet, dass im Stralsunder Strandbad Investitionen von 8,4 Millionen Euro vorgesehen sind. Ein Anfang wurde schon 2015 gemacht: Der 640000 Euro teure Neubau für die Rettungsschwimmer wurde eingeweiht und hat beim Sundschwimmen längst seine Feuertaufe bestanden.

Betreten verboten

Die Stadt weist noch einmal eindringlich darauf hin, dass die gesamte Steganlage gesperrt ist und nicht betreten werden darf.

Die Neugestaltung des Strandbades ist ein umfangreiches Projekt. Im Herbst 2017 beginnen die ersten Arbeiten mit dem Abriss der alten Spundwand, die bis 2018 erneuert werden soll.

640 000

Euro kostete der erste Teil des Projektes – und das war der Neubau des Gebäudes für die Rettungsschwimmer, der bereits 2015 realisiert wurden.

Brückenbau ist fast 100 Jahre alt

Das waren noch Zeiten, als sich Massen von Badelustigen in der Seebadeanstalt tummelten. 1922 wurden die Pfahlbauten (hier ein Bild kurz nach der Eröffnung) errichtet. In den Folgejahren hat man zudem meterhoch Sand aufgeschüttet. In den 50er-Jahren erfreute sich die Badeanstalt großer Beliebtheit bei den Stralsundern. Bei schönem Wetter war es rappelvoll. Damals fanden an der Seebrücke sogar Schwimmwettbewerbe statt. Und viele Einheimische erinnern sich bestimmt auch noch an Rettungsturm, Sprungturm und Rutsche... iso

Ines Sommer

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