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Kanuten trotzen Wind und Wellen

Stralsund Kanuten trotzen Wind und Wellen

41 Boote gingen beim 16. Hiddensee-Marathon ins Rennen / Der Schnellste braucht 5:36 Stunden

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Trotz des Windes und der starken Wellen können Thomas Hildebrand (l.) zund Mirko Wetzel noch lachen.

Stralsund. Der Wind bläst ihnen unerbittlich ins Gesicht. Die Wellen schlagen schräg von vorn gegen die Boote. Die Kanuten versuchen, mit ihrem Paddel gegenzusteuern.

OZ-Bild

41 Boote gingen beim 16. Hiddensee-Marathon ins Rennen / Der Schnellste braucht 5:36 Stunden

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Aufgeben kommt für die meisten nicht infrage. In 41 Booten haben sich die Kanu-Sportler am Sonnabend beim 16. Hiddensee-Marathon aufs Wasser gewagt. Sieben von ihnen brachen die Tour jedoch vorzeitig ab. „Es ist ein anspruchsvoller Kurs die Wellen waren ziemlich stark“, sagt Heiko Papenfuss vom Stralsunder Kanuclub.

Aus Sicherheitsgründen hatte die Rennleitung schon tags zuvor den Kurs geändert. Statt der geplanten 70 Kilometer rund um die Insel Hiddensee, sollten die Kanuten zwischen Rügen und Hiddensee bis zur Ostsee fahren, dort wenden und boddenseitig wieder nach Stralsund zurückkehren. Doch auch diese etwa 65 Kilometer lange Strecke hatte es in sich. Gerade auf dem Schaproder und Kubitzer Bodden waren die Sportler gefordert.

Ihre gute Laune ließen sie sich davon aber nicht verderben. „Ist alles gut bei euch?“, ruft Henning Winkler den Sportsfreunden Mirko Wetzel und Thomas Hildebrand zu. Sie nicken dem 30-Jährigen zu und lächeln. Die Sportler des Stralsunder Kanuclubs sind in einem Surfski unterwegs. Bei diesen Booten fehlt im Vergleich zum Kajak unter anderem die Spritzschutzdecke. Die Wellen laufen also auf der einen Seite ins Boot und auf der anderen wieder heraus. Außerdem sind diese langen Boote besonders schnell, gerade bei Rückwind. Der schnellste Paddler im Surfski, Steffen Burkhardt, kam schon nach 5:36 Stunden ins Ziel. Damit unterbot er die schnellste Zeit der Kajaks um knapp eine Dreiviertelstunde. Denn Volker Seibel kam mit seinem Einer nach 6:15 Stunden wieder in Stralsund an.

„Es ist das schönste Gefühl, wenn man es aus eigener Kraft zurück ins Ziel schafft“, weiß Henning Winkler aus eigener Erfahrung. „Ich bin sechs oder sieben Mal selbst mitgefahren“, sagt er. Dieses Mal begleitet er die Kanuten im Schlauchboot und sichert mit anderen Helfern wie der DLRG die Rennstrecke ab. Auch wenn jemand Hilfe braucht oder nicht mehr weiterpaddeln kann, ist er zur Stelle.

„Man braucht schon einen gewissen Trainingsstand, um hier mitzufahren“, sagt er. Weil der 30-Jährige nicht genug Zeit zum Üben habe, sei er seit fünf Jahren nicht mehr selbst mitgefahren. Denn der Hiddensee Marathon gehöre zu den anspruchsvollsten Offshore- Rennen für Kanuten. „Das ist schon etwas anderes als die Rennen auf Flüssen oder dem Bodensee“, sagt auch Falk Spieth aus Aurich. Der Sportler ist – wie die meisten an diesem Tag – nicht zum ersten Mal in Stralsund dabei. 2016 legte er die Strecke bei Sonnenschein und heißen Temperaturen um 30 Grad, in 8:50 Stunden zurück. Dieses Jahr sollte es eine halbe Stunde weniger sein – nach 8:01 Stunden ist er im Ziel.

„Wichtig ist, dass man lange im Boot sitzen kann“, sagt Falk Spieth. Die Kanuten dürfen zwar Pausen machen, aber sie können nicht überall an Land gehen – auch weil Teile des Boddens Nationalparkgebiet sind. Und so trotzen sie einfach dem Wind und den Wellen und halten zielstrebig auf den Stralsunder Hafen zu. Sind die Paddler nach all den Strapazen wieder an Land, kommt auch das Lächeln schnell zurück. Und Kanute Henning Winkler weiß: „Einige melden sich dann gleich schon für das nächste Jahr an.“

Die Ergebnisse der Kanuten

Herren-Einer

18 bis 39 Jahre

1. Hardy Schneider (6:22 h)

2. Thomas Kredl (8:58 h)

40 bis 59 Jahre

1. Volker Seibel (6:15 h)

2. Ralf Gowers (7:58h )

3. Falk Spieth (8:01 h)

Ü 59 Jahre

1. Norbert Pieperbeck (7:24 h)

2. Manfred Schübel

(8:44 h)

3. Werner Gubatz (8:48 h)

Herren-Zweier

40 bis 59 Jahre

1. Jörg Zielke und Henning Mewald (6:37 h)

2. Roland Stelzer und Steven Madsen (8:30 h)

Damen-Einer

40 bis 59 Jahre

1. Gudula Seibel (8:47 h)

2. Yvonne Imgrund (9:25 h)

3. Mona Wolfs (9:30 h)

Damen-Zweier

40 bis 59 Jahre

1. Michaela Höltke und Susanne Jürgens (8:20 h)

2. Gerhild Winkler und Swanhild Kluge (9:20 h)

Surfski, Herren-Einer

18 bis 39 Jahre

1. Hannes Jonscher (6:25 h)

40 bis 59 Jahre

1. Steffen Burkhardt (5:36 h)

2. Petr Mojzisek (6:02 h)

3. Stefan Möller (7:26 h)

Herren-Zweier

18 bis 39 Jahre

1. Mirko Wetzel und Thomas Hildebrand (6:36 h)

40 bis 59 Jahre

1. Achemd Ewert und Andreas Bethke (5:59 h)

Mixed 18 bis 39 Jahre

1. Conny Winkler und Micha Klawtter (6:22 h)

Manuela Wilk

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