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Stralsund Mit der Hantel bis in den Ruhestand

Oldie-Bankdrücker des TSV 1860 Stralsund wollen sich bei der Deutschen Meisterschaft beweisen

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Der mehrfache Titelträger Frank Heinrich strebt in diesem Jahr wieder nach der Krone der Deutschen Meisterschaft.

Quelle: Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. In diesem Jahr wollen Stralsunds Bankdrücker-Oldies wieder angreifen. Zur Deutschen Meisterschaft im November schickt der TSV 1860 Stralsund mit Frank Heinrich, Harald Decker, Axel Wodtke und Detlef Heinrich gleich vier Kandidaten bei den Masters ins Rennen. Dabei hat Detlef Heinrich - der in Harrislee lebt und bei solchen Wettkämpfen mit dem TSV startet - erst kürzlich seinen ersten Weltmeistertitel in der Altersklasse 3, der über 60-Jährigen, in Dänemark ergattert. Nach seinen Erfolgen als Vizeweltmeister und Europameister ist er damit auf dem Gipfel seiner Bankdrücker-Karriere angekommen.

 

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Detlef Heinrich holte sich den Weltmeistertitel in Dänemark.

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Weltmeister kann man aber nur werden, wenn man auch weltmeisterliche Trainingsbedingungen hat."

Frank Heinrich, 2-facher Weltmeister

Bei der kommenden Deutschen Meisterschaft rechnet sich aber vor allem sein jüngerer Bruder Frank Heinrich Chancen aus. Diszipliniertes Training dreimal in der Woche ist für ihn Selbstverständlichkeit. "Zum Ende des Sommers wird dann aber mit zielgerichtetem Training mit höheren Belastungen die Vorbereitung auf die Meisterschaft begonnen", erklärt der 58-Jährige. "200 Kilogramm ist dann das Maß der Dinge", so Heinrich, der schon so manchen Titel bei Weltmeisterschaften geholt hat.

Dabei stammt Heinrich aus der alten Garde der Gewichtheber. 1971 begann er als 13-Jähriger beim damaligen Motor Stralsund an den Hanteln und hat in den vergangenen Jahrzehnten noch live die "Goldenen Zeiten" des Stralsunder Gewichthebens miterlebt. "Mit Kinderturnen, Judo und Leichtathletik wurde bei mir in jungen Jahren der Grundstein gelegt", sagt der Stralsunder. Nachdem er jedoch mit dem Kraftsport begann, ließen auch die ersten Erfolge nicht lange auf sich warten.

Landesmeister, Spartakiadesieger und sogar "Stärkster Lehrling der DDR" durfte Frank Heinrich sich nennen. Nach einem Unfall war Anfang der 80er Jahre dann jedoch Schluss mit Stoßen und Reißen. "Zu diesem Zeitpunkt gab es beim Gewichtheben das Drücken aber noch als dritte Disziplin, sodass wir Bankdrücken ja sowieso schon immer mittrainiert haben", erklärt Heinrich. So stand der weiteren Entwicklung im Kraftsportbereich nichts im Wege.

1996 belegte er den vierten Platz bei der Europameisterschaft in Luxemburg, zwei Jahre später sogar Platz vier bei der Weltmeisterschaft in Neuseeland. Spätestens jetzt war der Name Frank Heinrich der Bankdrückerszene ein Begriff. Ab 40 Jahre geht es dann im Master-Bereich weiter. Und hier gelang 2002 in Texas der erste Weltmeistertitel. "Man kann aber nur Weltmeister werden, wenn man auch weltmeisterliche Trainingsbedingungen hat", betont Heinrich. "Der TSV hat mich hier immer gefördert und besonders Ronald Lade habe ich viel zu verdanken." Aber auch die Unterstützung der Familie und des Arbeitgebers sind wichtige Bausteine. So ermöglichte der Arbeiter-Samariter-Bund - wo Heinrich seit 20 Jahren im Krankentransport tätig ist - stets die Teilnahmen an solchen Meisterschaften.

Insgesamt 12 Deutsche Meistertitel sammelte er in den Jahren, wurde Vizeweltmeister 2004 in Bratislava, erneut Weltmeister 2007 in Schwedt und 2009 wieder Vizeweltmeister in Trencin/Tschechien sowie Europameister in Hamm.

Mit 58 Jahren schaut Heinrich jedoch schon auf die Altersklasse 3 der Masters ab dem 60. Lebensjahr. "Dann hoffe ich, wieder vorne mitzumischen." Doch nun ist erstmal das Ziel für die diesjährige Deutsche Meisterschaft anvisiert. "Ich trete natürlich ganz klar an, um zu gewinnen", betont Heinrich. Doch auch wenn es irgendwann nicht mehr gehen sollte, wird er aus dem Kraftraum nicht verschwinden. "Auf jeden Fall werde ich auch im Rentenalter dem Sport und dem Verein die Treue halten. Ich werde hier wohl unter der Bank sterben", verspricht Frank Heinrich mit einem Schmunzeln.

Wenke Büssow-Krämer

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