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Olympiasiegerin radelt mit

Stralsund Olympiasiegerin radelt mit

300 Teilnehmer am Start auf der Hafeninsel / Spitzensportlerin Miriam Welte bei Autogrammjägern gefragt

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Die Olympiasiegerin und mehrfache Weltmeisterin Miriam Welte ging in Stralsund zusammen mit OB Alexander Badrow und Radfahrlegende Olaf Ludwig (v.l.) an den Start zur Tour d’ Allée.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund. Einmal an der Seite einer Olympiasiegerin radeln – das konnten die über 300 Teilnehmer der Tour d’ Allée, die sich am Sonnabend auf den Weg von Stralsund nach Sellin machten.

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300 Teilnehmer am Start auf der Hafeninsel / Spitzensportlerin Miriam Welte bei Autogrammjägern gefragt

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Auch wenn die ursprünglich angekündigte Olympiasiegerin Kristina Vogel nicht dabei sein konnte, gab es wohl kaum einen besseren Ersatz: Radrenn-Legende Olaf Ludwig verkündete mit Stolz in der Stimme, dass dafür Team-Kollegin Miriam Welte, die in London 2012 Gold und in Rio mit Kristina Vogel Bronze geholt hatte, bereit war, einzuspringen. „Kristina musste wegen eines Rennens in Japan leider kurzfristig absagen“, hatte Ludwig zuvor erklärt.

Die 29-jährige Weltklasse-Bahnradfahrerin Miriam Welte aus Kaiserslautern war mit ihrem Lebensgefährten Oliver Schäfer, einem ehemaligen Fußball-Profi, nach Stralsund gekommen, um von hier nach Rügen zu radeln. „Mein Freund und ich sind das erste Mal an der Ostsee. Auf Deutschlands größte Insel sind wir deshalb schon echt gespannt“, sagte Miriam Welte gegenüber der OSTSEE-ZEITUNG kurz vor dem Start.

Als der ebenfalls mitradelnde Stralsunder Oberbürgermeister Alexander Badrow (CDU) hörte, dass die Spitzensportlerin noch nicht in den Hafen der Ehe eingelaufen ist, rührte er ordentlich die Werbetrommel: „In Stralsund kann man übrigens wunderbar heiraten, entweder in unserem schönen Rathaus, im Ozeaneum oder hier auf der Gorch Fock“, lud das Stadtoberhaupt die prominente Radsportlerin zum Wiederkommen ein. Etwas verschmitzt lächelte Miriam Welte kurz darauf ihren Lebensgefährten an, der das ebenfalls mit einem leichten Schmunzeln quittierte. Wer weiß

Stralsunds aktivster Autogramm-Jäger, Hans-Ulrich Hensel, ließ sich am Samstagmorgen jedenfalls den Moment nicht entgehen und stand auf der Matte vorm Restaurant „Fischermanns“, wo die Radfahrer ein kräftiges Frühstück vor der Abfahrt einnahmen. Als Miriam Welte sich ihre Stärkung geholt hatte, ging der 79-jährige Rentner forsch auf die Olympiasiegerin und Weltmeisterin zu, um sie zu bitten, ihm zwei Bücher zu signieren. Das tat die erfolgreiche Rad-Sprinterin gern.

Punkt neun Uhr brachen dann etwas mehr als 300 Pedalritter unter Polizeischutz nach Rügen auf. Gabi Garolea und Janet Riebe von der Stralsunder Tourismuszentrale waren für die Anmeldungen der Radler zuständig. „Wir haben exakt 152 Teilnehmer verzeichnet, die sich bei uns angemeldet haben, und die restlichen Aktiven sind per Bus nach Stralsund gekommen“, sagte Gabi Garolea. „Der älteste Tourteilnehmer ist 79 Jahre alt“, ergänzte Janet Riebe.

Olympiasieger Olaf Ludwig hat mit seinem Team für die Radfahrer wieder ein ereignisreiches Wochenende organisiert. „Das Tour d’ Allée-Wochenende bietet für jeden etwas. Radeln für die ganze Familie über ruhige Straßen und Wege und auch längere Strecken für die anspruchsvollen Radsportler“, sagte sein Geschäftspartner, Jörg Strenger. Das Jedermann-Rennen über Strecken von jeweils 54 und 107 Kilometer sei sehr anspruchsvoll. „Bei den 54 Kilometern müssen 210 Höhenmeter überwunden werden. Bei der 107 Kilometer langen Strecke sind es sogar 490 Höhenmeter“, betonte Strenger.

Olympiasieger Ludwig selbst hatte im Laufe der Veranstaltung das Zweirad mit einem Gefährt getauscht, das vier Räder hat. Er saß im Führungsfahrzeug und begleitete auf der Insel die 156 Radfahrer, die die 107-Kilometer-Strecke in Angriff nahmen. „Privat fahre ich schon noch Fahrrad, aber bei solchen Events muss ich meiner Aufgabe als Organisator gerecht werden und kann nicht mitfahren, obwohl es schon ein wenig in den Beinen kribbelt“, sagte der 56-Jährige. Schließlich sei er für den reibungslosen Ablauf verantwortlich. „Da wollen wir nicht, dass irgendjemanden etwas passiert“, fügte Strenger hinzu. Mit der „RügenChallenge“ – dem Jedermann-Rennen – fand die diesjährige Radsportsaison ihren Höhepunkt und für 2016 zugleich ihr Ende.

Christian Rödel und Christian Niemann

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