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Polen holt sich in Stralsund Speedway-Europameisterkrone

Polen holt sich in Stralsund Speedway-Europameisterkrone

Das deutsche Team kann Schweden besiegen und erkämpft sich damit die ersehnte Bronzemedaille hinter den Dänen / 750 Zuschauer feuerten die Teams an

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Einen tollen Lauf legte Erik Riss (blauer Helm) gestern auf der Stralsunder Piste hin und ließ den Dänen Mikkel B. Andersen und den Polen Dominik Kubera hinter sich. Leider blieb es sein einziger Sieg fürs deutsche Team. Fotos (3): Bernd Quasching

Stralsund Nach gut zweieinhalb Stunden gab es für die Polen kein Halten mehr, sie stürmten auf die Stralsunder Speedway-Bahn und wirbelten Bartosz Smektala durch die Luft. Der Junior hatte gerade die letzten Punkte für den frisch gebackenen Junioren-Europameister gebucht. Mit 46 Zählern hat das weiß-rote Team gestern Abend im Paul-Greeifzu-Stadion souverän den Europameistertitel geholt. Keine Überraschung für den Junioren-Weltmeister. „Wir sind natürlich zufrieden mit unserer Leistung. Allerdings brauchte man einen guten Start, ansonsten war man verloren. Außen ging gar nichts“, sagt Dominik Kubera, der für seine polnische Mannschaft zehn Punkte buchte.

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Das deutsche Team kann Schweden besiegen und erkämpft sich damit die ersehnte Bronzemedaille hinter den Dänen / 750 Zuschauer feuerten die Teams an

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Doch noch ein Team konnte jubeln: Deutschland erkämpfte sich im eigenen Land den Bronze-Pokal. Dabei gab es ein paar Schrecksekunden, zum Beispiel als Daniel Spiller stürzte. Am Ende brachten die „Jungen Wilden“ doch den Erfolg nach Hause. Dabei freuten sich die Fans besonders über den Nordstern Dominik Möser. Der Stralsunder Bundesligafahrer war erst am Samstag für den verletzten Sandro Wassermann ins Team gerückt und konnte diesmal seinen Heimvorteil auch nutzen und genießen. „Ich denke, sieben Punkte sind nicht schlecht. Natürlich ärgere ich mich über den Ausfall im letzten Lauf“, sagte der 18-Jährige kurz vor der Siegerehrung und war sichtlich erleichtert, dass er die Fans nach dem Liga-Aus vor drei Wochen nun wieder versöhnlich stimmen konnte. Der frisch gebackene deutsche Juniorenmeister Michael Härtel hatte mit der sundischen Piste so seine Not, doch auch seine sechs Punkte waren wichtig. Lukas Fienhage bongte fünf Zähler, Daniel Spiller vier Punkte aufs schwarz-rot-goldene Konto. Erik Riss trug einen Laufsieg zum Erfolg bei. „Ich bin froh, dass wir Bronze geholt haben. Dabei lief nicht alles rund, wir hatten ein paar Probleme, weil sich die Bahn sehr schnell veränderte“, so der deutsche Team-Chef Herbert Rudolph und ergänzte: „Die Jungs haben aber toll zusammengearbeitet, so hat Erik, der gerade aus England kam, das Motorrad von Dominik bekommen. Das war Teamgeist.“ Der Nationalmannschaftsleiter sieht Deutschland auf dem richtigen Weg. „Wir müssen jetzt da ansetzen und weitermachen.“

Mit ihren 25 Punkten hatten sich die Deutschen klar von Schweden abgesetzt, die mit 14 Punkten Platz 4 belegten. „Ich bin sehr enttäuscht, wir hatten fest einen Podestplatz im Visier. Wir haben für die schwer zu fahrende Bahn kein Setup gefunden, obwohl wir einen guten Teamgeist hatten. Gegen die Deutschen zu verlieren, ist für uns eine herbe Niederlage und peinlich“, sagte ein frustrierter schwedischer Teammanager Anders Fröjd.

Vize-Europameister sind mit 35 Zählern die Dänen geworden, die sich sicher mehr erhofft hatten.

Auch wenn bei Affenhitze nur 750 Zuschauer den Weg ins Stralsunder Speedway-Stadion gefunden hatten, die Stimmung war bombastisch. Trotz großer Staubwolken wurden die Deutschen natürlich besonders angefeuert und quasi zu Bronze getrieben. Aber auch die anderen Teams erhielten Applaus – die Norddeutschen haben sich als faire Speedway-Anhänger präsentiert.

„Wir haben ein gutes Rennen gesehen. Trotz der Hitze haben unsere Klubmitglieder alles gegeben, um ein tolles EM-Finale abzuliefern. Und dabei konnte die deutsche Mannschaft sogar noch aufs Podest steigen“, so Bernd Hoppe, Präsident des MC Nordstern Stralsund.

Ergebnisse: 1. Polen, 46: Kubera 10, Smektala 14, Woryna 13, Karczmarz 9, Kaczmarek 0; 2. Dänemark, 35: Andersen 4, Jeppensen 6, Jakobsen 9, B. Andersen 8, Lyager 8; 3. Deutschland , 25: Möser 7, Härtel 6, Spiller 4, Fienhage 5, Riss 3; 4. Schweden, 14: Wennerstam 2, Hjelmland 4, Johansson 5, Andersson 3, Kling 0.

Stralsund im Fokus der internationalen Medien

Der vierfache Speedway-Weltmeister Hans Nielsen – er holte 1986, 1987, 1989 und 1995 die Krone – war mit der dänischen Teamleitung nach Stralsund gekommen. Der 56-Jährige, auch elfmal Team-Weltmeister, betreut heute den Nachwuchs.

23 Journalisten hatten sich für das EM-Rennen im Nordsternbüro angemeldet, so groß war das Medieninteresse am Sund schon lange nicht mehr. Darunter viele Fotografen aus Polen, aber auch aus Tschechien und Deutschland. Elf Mann stark war allein die Crew von Sabotar TV, einem polnischen Internet-Sender, der die Rennen live übertragen hat (www.polskizuzel.pl oder auf der Facebook-Seite des Senders). Auch Radio Elka aus Leszno kam mit drei Reportern nach Stralsund, um das Rennen zu verfolgen.

In Polen ist das Interesse besonders groß, ist das weiß-rote-Team doch gerade Junioren-Weltmeister geworden und kann sich nun auch bei der EM mit Gold schmücken. Außerdem gilt bei unseren Nachbarn Speedway als Nationalsport. Es gibt drei Ligen mit über 30 Mannschaften. Deshalb waren auch viele Fans nach Stralsund gekommen.

Ines Sommer

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