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Sport Stralsund Pro und Kontra: Angelverbot auf dem Rügendamm
Vorpommern Stralsund Sport Stralsund Pro und Kontra: Angelverbot auf dem Rügendamm
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15:54 13.04.2017
Ein Bild der Vergangenheit? Seit Donnerstag darf auf dem Rügendamm nicht mehr geangelt werden. Quelle: Tino Schmidt
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Stralsund

Haken, Bleie und Schnüre mussten immer wieder von der neuen Rügenbrücke gesammelt werden. Das Verkehrsministerium hat nun die Notbremse gezogen und ein Angelverbot auf dem Rügendamm verhängt.

Seit Donnerstag ist das Angeln auf dem Rügendamm untersagt – ist das Verbot richtig?

Pro: Sicherheit geht vorVon Axel Büssem

Angeln auf dem Rügendamm hat Tradition und ist für viele ein beliebtes Hobby. Seit Jahren werden die Angler gebeten, auf den Verkehr Rücksicht zu nehmen. Während die meisten sich daran halten, gibt es offenbar immer wieder schwarze Schafe, die das nicht tun. Nun greifen die Behörden streng durch und verbieten die Freizeitbeschäftigung auf dem Damm komplett.Das ist bitter für die Angler, die sich korrekt und umsichtig verhalten. Aber im Sinne der Verkehrssicherheit ist der Schritt richtig. Bislang gab es nur leichte Schäden, aber niemand kann garantieren, dass es dabei bleibt.Wenn es nur um den Rügendamm ginge, ließe sich bestimmt ein Kompromiss finden. Bislang klappt es ja auch ganz gut, dass die Autofahrer vorsichtig fahren, weil sie die zahlreichen Angler auf dem Damm sehen.Aber Nutzer der Rügenbrücke sehen sie eben nicht und rechnen wohl auch kaum damit, dass ihnen dort ein Angelhaken begegnet. Wie leicht kann es passieren, dass sich ein Fahrer erschreckt, wenn ein Blei oder ein Haken auf seiner Windschutzscheibe landet und er das Steuer verreißt. Schwere Unfälle könnten die Folge sein. Das ist die Sache nicht wert, was übrigens auch der Landesanglerverband einsieht.

Kontra: AktionismusVon Axel Meyer

Das war’s nun also für die Heringsangler auf dem Rügendamm. Das Verkehrsministerium hat den Bereich komplett für die Angelei gesperrt – mitten in der Heringssaison. Viele Angler sind empört, und das völlig zu Recht. Sie müssen ausbaden, dass sich wenige nicht an die Regeln halten. Seit Jahren mahnen Schilder, dass Auto- und Radfahrer nicht gefährdet werden dürfen. Dennoch haben ein paar Angler offenbar ihre Bleigewichte bis auf die 80 Meter entfernte Rügenbrücke gepfeffert.Die Möglichkeiten zum Heringsfang sind bereits vor Jahren beschnitten worden, als die fangträchtigen Hafenbecken, etwa in Rostock, für Angler zur Tabuzone erklärt wurden. Grund war eine Verschärfung der Regeln im Zuge der Anschläge vom 11. September 2001.Und jetzt auch noch der Rügendamm. Sicher, es geht überhaupt nicht an, dass Bleie gegen Autos krachen. Aber das Problem ist bekannt, seit langem schon. Warum ist die Schutzvorrichtung, die jetzt montiert werden soll, nicht längst gebaut worden? Das Zeitfenster für die Heringsangelei ist eng, nur von März bis April kommen die Silberlinge unter Land. Da war vorher genug Zeit für den Bau einer solchen Vorrichtung. Jetzt überstürzt den Damm zu sperren, ist Aktionismus.

OZ

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