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SHV sieht Abstieg in die 4. Liga als Chance für Neustart

Stralsund SHV sieht Abstieg in die 4. Liga als Chance für Neustart

Der sportlichen Enttäuschung soll Ära mit gutem Handball folgen / Manager Markus Dau sucht in der Region nach Verstärkung / SHV-Präsident Frank Wahl: Verein ist gut aufgestellt

Stralsund. Manchmal hilft es ja, den Reset-Knopf zu drücken. Der Stralsunder Handballverein jedenfalls sieht den Abstieg aus der Dritten Liga nicht als Absturz in die handballerische Bedeutungslosigkeit, sondern vielmehr als Chance für einen Neustart. Der sportlichen Enttäuschung soll langfristig eine Ära folgen, in der die Stralsunder wieder zu alter Stärke finden und guten Handballsport aufs Parkett bringen.

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Der sportlichen Enttäuschung soll Ära mit gutem Handball folgen / Manager Markus Dau sucht in der Region nach Verstärkung / SHV-Präsident Frank Wahl: Verein ist gut aufgestellt

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Natürlich hatte sich der SHV die letzte Saison anders vorgestellt. „Wir wollten mit dem Abstieg nichts zu tun haben. Aber das Verletzungspech war in der vergangenen Saison einfach zu groß. Uns fehlten die Alternativen. Kokoszka und Brandt sind eben nicht so einfach zu ersetzen. Dann waren auch noch beide Torleute verletzt. Also schlimmer hätte es nicht kommen können“, sagt Markus Dau. Der Geschäftführer der SHV Handball GmbH betont, dass man sich so zum Schluss auch nicht mehr aufraffen konnte, um die Relegation zu packen.

Personaldecke zu dünn – neue Spieler gesucht

„Hoffnung keimte auf nach drei Siegen in Folge. Dann gab es zwei Schlüsselspiele gegen Berlin und Hannover, und als die verloren gingen, war nichts mehr zu machen“, so der 34-Jährige, der bis zum letzten Spiel der Saison 2015/16 selbst noch als Kapitän auf der Platte stand. Und SHV-Vize-Präsident Ralf Brehm ergänzt: „Natürlich haben wir uns um Ersatz bemüht. Aber da müssen spielerisches Potenzial und Preis-Leistungsverhältnis auch zueinander passen.“ Außerdem sei es schwer, einen Linkshänder zu finden. „Wir hatten einen qualitativ guten Kader, und das auch schon sehr früh. Aber das hat uns irgendwie kein Glück gebracht. Wir waren eben in der Breite nicht so gut bestückt.“

Um nun den Neustart hinzulegen, werden Spieler gesucht. „Ich konzentriere mich da auf die Region, bin da jetzt ständig unterwegs und denke, dass demnächst die ersten Verträge unterschriftsreif sind.

Wir konzentrieren uns auf junge Spieler, die perspektivisch bei uns eine gute Rolle spielen können“, so Manager Dau, der auch um Geduld bittet, was die bisherigen Spieler betrifft. „Da sind noch einige Bedingungen abzuklopfen...“ Und welches Ziel verfolgt der SHV in Liga 4? „Wir wollen schon oben spielen“, sagt Markus Dau. Und Ralf Brehm wirft ein: „Das ist eine ganz starke Liga. Deshalb sagen wir mal ein Platz unter den ersten Fünf. Wir wollen langfristig etwas entwickeln, da hilft uns kein kurzes Aufflackern.“ Defensiv waren die Stralsunder gut, in der Offensive sind sie einiges schuldig geblieben, und das soll sich wieder ändern. „Wir wollen guten Handball spielen“, ist sich die Chef-Etage einig.

Neustart und Langfristigkeit – da kommt doch auch der Nachwuchs ins Spiel... „Wir sind da auf dem richtigen Weg und behalten unser Nachwuchskonzept natürlich im Auge. Wir haben zwar keine männliche A-Jugend mehr, aber immerhin spielen fünf B-Handballer mit der Vorpommern-Spielgemeinschaft in der Ostsee-Spree-Liga“, benennt Markus Dau, der auch künftig zwei Nachwuchsmannschaften betreut, erste Erfolge.

Bleiben Sponsoren auch nach Abstieg an Bord?

Werden die Sponsoren dem SHV auch nach dem Abstieg die Treue halten? „Viele haben signalisiert, dass sie dabei bleiben. Ich habe natürlich noch nicht alle 80 Sponsoren und Förderer aufsuchen können.

Aber ja, wir haben schon etliche Verträge für die neue Saison unterschrieben“, strahlt Manager Dau da souveräne Sicherheit aus.

Brennende Frage:

Wer wird neuer Trainer?

Bleibt noch eine brennende Frage: Nachdem man sich von Danny Anclais getrennt hat, der in Schwerin bereits eine neue Aufgabe übernommen hat, ist der Sessel des SHV-Trainers noch frei. „Wir haben einen Wunschkandidaten. Doch es wäre zu früh, hier schon mit Namen zu hantieren“, hält sich Manager Dau bedeckt. Und auch der neue SHV-Präsident Frank Wahl bittet um Verständnis bei dieser Personalie. „Wir wollen auf jeden Fall einen Trainer, der hier etwas Vernünftiges aufbaut. Da müssen natürlich alle Konditionen abgeklopft werden“, so der 35-jährige ehemalige Handballer, der mit seiner Familie in Stralsund wohnt und hier als Versicherungsunternehmer arbeitet.

Egal, welche Namen sich mit der neuen SHV-Saison verbinden werden, eins steht schon jetzt fest: Die Stralsunder Handballfans sind dabei. Haben sie doch ihrer Mannschaft auch in der schweren letzten Saison bei jedem Spiel 700- bis 800-fache Rückenstärkung gegeben. Und das war bestimmt nicht immer leicht...

SHV-Damen wollen nicht in die Regionalliga aufsteigen

2002 holten die Mädels vom Sund das letzte Mal den Landesmeister-Titel nach Stralsund. In der Saison 2001/02 gelang auch der Pokalsieg. Trotz dieses Doubles konnten die Damen damals nicht aufsteigen, weil sich die SHV-Chefetage dagegen entschied. Man wollte nur eine hochklassige Mannschaft, und das waren die Männer.

Erfolgreich lief auch die gerade beendete Spielzeit. Schon vor dem letzten Spieltag hatten die SHV-Damen die Krone der MV-Liga sicher. Und die berechtigt auch zum Aufstieg in die Regionalliga.

Die SHV-Frauen haben sich gegen eine Spielzeit in der Regionalliga entschieden, diesmal ganz ohne Druck von außen. Trainer Walter Bollmann erklärt die Entscheidung so: „Einige Mädels gehen weg, andere wollen kürzer treten. Uns fehlt das Personal. Und wenn wir spielen, wollen wir nicht nur den Arsch voll kriegen. Das Team hat sich für die MV-Liga entschieden.

Der Trainer hatte zwar noch eine Spielgemeinschaft ins Auge gefasst, diese Idee nach einigen ablehnenden Gesprächen aber verworfen.

Ines Sommer

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