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Sporthallen können für Stadt teuer werden

Sporthallen können für Stadt teuer werden

Für die Einnahmen aus den Nutzungsentgelten soll Stralsund 20 Prozent Umsatzsteuer zahlen

Stralsund. Gesetz ist Gesetz, da gibt es nichts dran zu rütteln. Und das heißt für Stralsund im Klartext: Die Stadt muss auf den Betrag X, den sie von den Vereinen für die Nutzung der Sporthallen bekommt, Umsatzsteuern zahlen. 20 Prozent sind da fällig. Denn der Gesetzgeber behandelt dies als gewerbliche Einnahme. Und das immer dann, wenn der Erlös über 35

 

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Sportförderung, ob nun mit oder ohne Gesundheitssport – das ist ein Thema, bei dem man es nicht allen recht machen kann. Darüber müssen wir uns im Klaren sein.„Ute Bartel (SPD)

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000 Euro liegt. In den vergangenen Jahren hat Stralsund um die 90000 Euro eingenommen.

Die Stralsunder Sportvereine haben schon davon gehört und befürchten nun, dass sie diesen Betrag obendrauf gepackt bekommen. Der neue Sportamtsleiter Jörn Tuttlies sagte im jüngsten Sport- und Kulturausschuss der Bürgerschaft, dass man jetzt verschiedene Varianten vom Steuerbüro prüfen lasse.

Jörn Tuttlies sieht drei Ansätze: Entweder die Stadt zahlt alles – bei der angespannten Haushaltslage doch sehr unwahrscheinlich. Zweitens: Die Vereine bekommen die Prozente aufgebrummt, zahlen also ein höheres Entgelt für die Hallennutzung. Dritte Variante – und auf die läuft es nach jetzigem Stand hinaus: Hansestadt und Vereine teilen sich die zusätzlichen Kosten. „Wir wissen, noch wird beraten. Aber machen wir uns doch nichts vor: Es wird am Ende darauf hinauslaufen, dass auch die Sportler tiefer in die Tasche greifen müssen“, sagt Maik Hofmann. Der Mann der Fraktion Bürger für Stralsund leitet nicht nur den Ausschuss, sondern ist auch selbst Übungsleiter bei den Rettungsschwimmern. „Wir zahlen als Verein schon pro Jahr rund 12000 Euro für die Schwimmhalle. Müssen wir ja, wir können ja keine andere Trainingsstätte nutzen. Wenn da jetzt was obendrauf kommt, wird die Belastung bald unerträglich“, gibt er zu bedenken.

Den 67 Vereinen im Stralsunder Sport – dahinter stehen immerhin 10679 kleine und große Sporttreibende – wird wohl nichts anderes übrig bleiben, als sich auf teurere Hallenzeiten einzustellen.

Schon vor Jahren gab es eine Debatte um eine neue Entgeltordnung. In der ist festgelegt, was eine Stunde in welcher Halle kostet. Und genau wegen des unklaren Umgangs mit der Umsatzsteuer wurde die Diskussion damals vertagt. Jetzt ist die Stadtverwaltung natürlich bestrebt, beide Probleme – Entgelt und Steuer – gleichzeitig zu lösen.

Dabei wird auch die Sportförderrichtlinie als Problem Nummer 3 wieder auf den Tisch kommen – mit diesen Fragen: Wie soll der Kinder- und Jugendsport gefördert werden – bleibt es bei 100 Prozent? Und wie geht man künftig mit dem Reha- und Gesundheitssport um? Noch vor fünf Jahren einigte man sich darauf, alle Sportgruppen gleich zu behandeln – ob Freizeitkicker oder Leistungsboxer, ob Kind oder Senior. „Doch gerade der Gesundheitssport, der von den Krankenkassen gefördert wird, hat sich enorm entwickelt. Wir müssen darüber neu nachdenken“, so Sportamtsleiter Tuttlies.

Ute Bartel (SPD) sagte im Ausschuss, dass man mit Gegenwind rechnen müsse. „Das ist ein Thema, bei dem man es nicht allen recht machen kann.“Michael Philippen (Bürger für Stralsund) meinte: „Die Vereine müssen vielleicht künftig für ihren Breiten- und Leistungssport die Beiträge erhöhen, und andere holen sich das von der Krankenkasse wieder. Da entsteht doch ein Spannungsfeld. Darum müssen wir uns kümmern.“

Ines Sommer

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