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Stralsund verabschiedet Weltmeister

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647 Sportler aus 49 Nationen erlebten in der Hansestadt beste Wettkampfbedingungen für Senioren-Fecht-WM

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Brigitte Greunke (r.) gewann im Finale gegen Susan Hurst (USA) und holte so den zweiten deutschen WM-Titel.

Quelle: Fotos: Wenke Büssow-Krämer(3)/peter Endig

Stralsund. . Die gestern endende Senioren-Weltmeisterschaft im Fechten hat in Stralsund alle Erwartungen übertroffen. Dabei hat Deutschland mit 647 Startern aus 49 Nationen nicht nur einen neuen Teilnehmerrekord aufgestellt. Es war – wie man es sich für ein „Heimspiel“ wünscht – aus deutscher Sicht auch die bisher erfolgreichste Senioren-Weltmeisterschaft. Mit fünf Weltmeistertiteln von 16 Medaillen wurde die Bilanz des Vorjahres übertroffen. Nachdem Roman Christen bereits am Mittwoch mit dem Florett in der Ü50 den Titel in Deutschland hielt, folgten am Samstagabend gleich zwei Damen seinem Beispiel. Der gestrige Abschluss brachte zwei weitere Titel.

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647 Sportler aus 49 Nationen erlebten in der Hansestadt beste Wettkampfbedingungen für Senioren-Fecht-WM

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Deutsche Meisterschaften, Europameisterschaften und Weltmeisterschaften brachten Brigitte Greunke schon über hundert Medaillen ein. „Ich freue mich unheimlich, dass es hier wieder geklappt hat, denn die Konkurrenz ist nunmal Weltspitze. Aber ein WM-Titel ist schon etwas Besonderes für mich“, meinte die 74-Jährige aus Waldshut, die außerdem Bronze mit dem Florett gewann und am Degen Sechste wurde. Doch es waren nicht nur die persönlichen Erfolge, die hier überzeugten. „Stralsund ist einfach wunderschön und wir waren sicher nicht das letzte Mal hier“, versprach Greunke.

Die Organisation der Wettkämpfe und die Kulisse der Hansestadt brachten den Verantwortlichen nur Lob ein. „Von allen Nationaldelegationen lautet das Feedback, dass diese 20. Senioren-WM gut gelaufen ist“, berichtete ein erleichterter Präsident des Landesfechtverbandes, Jürgen Becker. „Mit Hilfe der Region Vorpommern, der Stadtverwaltung und dem Wyndham-Hotel und HanseDom mit ihrem engagierten Personal hat alles reibungslos geklappt und lieferte ein Rundumpaket, das gestimmt hat“, meinte Becker.

Denn neben den sportlichen Kämpfen waren Veranstalter und Organisatoren auch bemüht, mit Empfang beim Oberbürgermeister, Stadtbesichtigungen oder Gala-Abend ein ansprechendes Rahmenprogramm zu bieten. „Das ist im Vergleich mit vergangenen Weltmeisterschaften durchaus nicht üblich. Hier hat Stralsund sich hervorragend präsentieren können. Hier wurde auch über den Tellerrand hinaus geschaut und den Sportlern die Möglichkeit geboten, die Region kennenzulernen“, bestätigte Olaf Wolf vom Deutschen Fechterbund aus Halle. Dadurch kamen nicht zuletzt auch Stralsunds Einzelhändler und Taxifahrer in den Genuss internationaler Kundenströme.

Außerdem bot die WM wieder ein Beispiel für die sportliche Völkerverständigung. „Wie selbstverständlich hier Freundschaftsgeschenke, Pins oder Wimpel zwischen den Gegnern ausgetauscht wurden, zeigt deutlich, wie Sport zur Verständigung beitragen kann“, meinte Maik Schulz, Vizepräsident des Landesfechtverbandes. Täglich gingen so auch die Fotos der Siegerehrungen mit dem HanseDom-Maskottchen Hansi um die Welt und brachten Hansestadt und HanseDom ins Gespräch. „Wir haben eine tolle Woche hinter uns gebracht. Alles, worauf wir anderthalb Jahre hingearbeitet haben, ist geglückt“, meinte dann auch Dirk Höft, General-Manager HanseDom, der Tag für Tag die Wettkämpfe in der Halle verfolgte.

Das taten am Rande aber auch hunderte andere Einsatzkräfte, wie beispielsweise Sanitäter oder Elektriker. Seit Dezember letzten Jahres hat sich Jürgen Wachtel mit den technischen Vorbereitungen beschäftigt. „Wir haben natürlich schon Tage vorher damit begonnen, 400 Meter Lichtwellenleiterkabel und 2100 Meter Kupfer nur für das Internet zu verlegen, wofür wir eigens drei Leitungen von der Telekom benötigten“, so Wachtel, der hier für das Unternehmen ADTRAN im Einsatz war. W-Lan für Sportler und Betreuer, Videoaufnahmen für die Kampfrichter oder die Live-Übertragungen ins Internet mussten realisiert werden.

Bis zu 250 Gäste verfolgten dann auch live die Finalkämpfe in der Vogelsanghalle, wo nach amerikanischem Vorbild mit einer Kiss-Cam dann auch für stimmungsvolle Pausenunterhaltung gesorgt wurde.

Die einzelnen Wettkampfarten des Fechtsports

Im Fechten unterscheidet man zwischen den drei Wettbewerbsarten Florett, Säbel und Degen.

Florett kommt von französisch fleur (Blume), nach der Form des Spitzenschutzes, der auf der Spitze der Waffe aufgesetzt ist. Das Florett ist eine reine Stichwaffe. Treffer können nur mit der Spitze erzielt werden. Ein Florett wiegt höchstens 500 Gramm. Als Trefferfläche dient hier die Brokatweste – auch E-Weste genannt. Mit Metallfäden durchwebt, leitet sie jeden Treffer elektronisch weiter.

Der Säbel ist eine Hieb- und Stichwaffe. Es können sowohl mit der Spitze als auch durch Hiebe mit Schneide oder Rückschneide Treffer erzielt werden. Der Säbel ist die leichteste Waffe, denn die 500 Gramm Höchstgewicht bringt er meist nicht auf die Waage. Trefferfläche ist hier der Oberkörper samt Arme und Maske.

Der Begriff Degen kommt aus dem Französischen (degue) und heißt soviel wie langer Dolch. Es handelt sich um eine Stichwaffe mit einer langen, schmalen, dreikantigen, elastischen und geraden Klinge. Er entwickelte sich zum Ende des 17. Jahrhunderts aus dem Rapier. Beim Degen dient der gesamte Körper als Trefferfläche. So zählen auch gleichzeitige Treffer beider Kontrahenten.

Zur Ausrüstung beim Fechten gehören neben der Brokatweste und einem undurchlässigen Spezialanzug – der selbst brechenden Klingen standhält – auch Handschuhe, Maske, gepolsterte Fechtsocken, eine weitere Weste unter dem Anzug, sowie ein Brustschutz für Frauen.

Wenke Büssow-Krämer

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