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Stralsunds Sport braucht 25 Millionen

Stralsund Stralsunds Sport braucht 25 Millionen

Sanierungsstau bei 30 kommunalen Stadien, Plätzen und Freizeitanlagen / Als Erstes soll Kupfermühle gebaut werden

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Die alten Gebäude sollen demnächst abgerissen werden. Damit fällt der Startschuss für die Stadion-Sanierung Kupfermühle.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Stralsund. Mit solch gewaltigen Summen hatte wohl keiner gerechnet: Für die 30 kommunalen Sportstätten braucht die Stadt Stralsund 25 Millionen Euro, um alles auf Vordermann zu bringen. Und da ist keine Rede von irgendwelchem Luxus. Allein zwei der vier großen Stadien stehen mit 15 Millionen Euro in der jetzt vorgelegten Sportstätten-Entwicklungsplanung. Keinesfalls besser sieht es bei den Sporthallen aus. So müssen Allende- und Andershofer Halle komplett abgerissen und neu gebaut werden – 3,6 Millionen sind dafür fällig.

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Sanierungsstau bei 30 kommunalen Stadien, Plätzen und Freizeitanlagen / Als Erstes soll Kupfermühle gebaut werden

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Als erstes Gremium hatte der Kultur- und Sportausschuss diese Woche die 40 Seiten umfassende Planung auf dem Tisch. „Das Ganze liest sich wie ein Krimi, gute Arbeit“, sagte Henry Wiese von den Grünen. Auch alle anderen Fraktionen lobten das Papier als sehr gute Arbeitsgrundlage. Denn im Gegensatz zu anderen großen Städten im Land habe man am Sund die Sportstättenplanung mit drei Mitarbeitern aus der eigenen Verwaltung erarbeitet.

„Natürlich sind die Zahlen schockierend, aber jetzt wissen wir wenigstens, was Sache ist. Wir reden nicht ins Blaue, sondern haben ganz genaue Informationen“, sagte der Ausschussvorsitzende Maik Hofmann. Der Mann von Bürger für Stralsund sprach sich außerdem dafür aus, neben den großen Millionen-Projekten die kleineren Maßnahmen nicht aus dem Auge zu verlieren. „Wir sollten jedes Jahr 50

000 Euro in den Haushalt einstellen, damit wir kleinere Sachen abarbeiten können. Und damit meine ich nicht den ohnehin knappen Reparaturfonds für die Sportstätten, sondern zusätzliches Geld.“

Jörn Tuttlies, Chef der Abteilung Schulverwaltung und Sport, erklärte zuvor, dass man bei der Erarbeitung des Konzeptes neue Wege ging. „Wir haben uns mal genau die Zahlen angeguckt. In Stralsund gibt es 66 Vereine, in denen rund 10000 kleine und große Leute Sport treiben. Da kann man wirklich von Stralsund als Sportstadt sprechen.“ Dabei gehe es aber nicht nur um organisierten Sport, sondern auch um all jene, die laufen, joggen und schwimmen ohne Vereinsausweis, und die Angebote für die Jugend. „Für die Kleinsten gibt es Spielplätze. Aber wo bleiben die 8- bis 16-Jährigen?“, gab Tuttlies zu bedenken. Außerdem müsse man bei aller Bebauung auch Flächen für den Sport freihalten.

Das vorgelegte Konzept beschreibt einerseits die Rahmenbedingungen für Sportler in der Hansestadt. Andererseits, und das wurde von vielen ungeduldig erwartet, gibt es eine neue Bestandsanalyse der kommunalen Sportstätten – samt Sanierungsbedarf. Daraus abgeleitet wurde dann eine Prioritätenliste, die von vielen mit Spannung erwartet wurde.

„Platz 1, da sind sich wohl alle einig, hat die Kupfermühle. Dahinter steht die Gagarin-Schulsporthalle. Alles andere ist flexibel zu sehen, das kann jederzeit verändert werden“, sagte Tuttlies im Ausschuss und betonte: „Was den Sanierungsbedarf angeht, haben wir jetzt eine Analyse vorgelegt. Will man hier etwas verändern, braucht man Haushaltsmittel. Und das wiederum ist eine politische Entscheidung.“ Ein Appell, den die Abgeordneten verstanden haben. Zumindest stimmten sie für das Konzept, das nun über den Finanzausschuss den Weg zur Bürgerschaft nimmt.

Gute Nachrichten: Sowohl für die Kupfermühle als auch für die Gagarin-Halle wurden Fördermittel zugesagt. Die Komplettsanierung der Halle mit Erweiterung kostet insgesamt 1,3 Millionen (75 Prozent EU-Förderung). Für das Großprojekt Kupfermühle wird der erste Abschnitt in Angriff genommen. Für rund drei Millionen Euro erfolgt hier die Sanierung des Stadions mit sechs Laufbahnen, Stadionbeleuchtung, Rundum-Laufparcours, Weitsprung- und Beachvolleyballanlage sowie Abriss der alten Gebäude. Nebenan entsteht danach ein Bereich für Schul- und Freizeitsport mit Kunstrasenplatz. Im dritten Abschnitt erfolgt der Neubau von Funktionsgebäude und Tribünen. Insgesamt verschlingt die Maßnahme 8,8 Millionen Euro. Auch hier winkt EU-Förderung.

Vorläufige Prioritäten

1. Stadion Kupfermühle

Komplettsanierung 8,8 Millionen Euro

2. Gagarin-Sporthalle

Komplettsanierung mit Erweiterung, behindertengerechter Ausbau 1,3 Millionen 3. Curie-Sporthalle

Erneuerung Wand- und Bodenbeläge, neue Türen, energetische Sanierung, neue Fensterbänder 600000

4. Außensportanlage Diesterweg

Halle: Reparatur Tribüne, Außenbereich: neue Weitsprunganlage 430000

5. Sporthalle Andershof Komplettabriss, Neubau einer Zwei-Felder-Halle, Wirtschaftsminister Glawe hat 90-prozentige Förderung zugesagt 2,1 Millionen 6. Allende-Sporthalle

Komplettabriss, Neubau einer ZweiFelder-Halle 1,8 Millionen 7. Sarnow-Sporthalle

Sanierung Waschräume, Erneuerung Wand- und Bodenbeläge sowie Türen, Schwingboden, energetische Sanierung 800000 8. Soccerplätze

Neubau von Plätzen 20x13 Meter in Andershof/Knieper West/Knieper Nord 250000

9. Sportplatz Brunnenaue

Halle: Fenstersanierung, neue Türen, Wand- und Bodenbeläge, Sanierung Eingang und Treppenraum, Platz: Anlauf Weitsprung, zweiläufige Rundbahn 154000 10. Streetballanlagen

Wulflamufer, Wallensteinstraße, Schwedenschanze, Ehm-Welk-Weg 280000

11. neuer Fußballrasenplatz

Platz wird gebraucht als Ersatz für Kupfermühle, Ort und Kosten noch offen 12. Primus-Arena

Komplettsanierung Tribüne, Rasenplatz, Funktionsgebäude 6 Millionen 13. Paul-Greifzu-Stadion

Errichtung Funktionsgebäude, neuer Zaun 600000 14. Sportanlage „sport live“

Luxemburg-Halle: Komplettabriss, Neubau Zwei-Felder-Halle 1,8 Millionen

15. Bogenschützen-Anlage

geplantes Projekt der Schützencompagnie, noch keine genauen Angaben.

Die Dänholm- Sportstätte steht als Gesamtprojekt noch in der Planung, ist aber auf dem Weg.

3 Mitarbeiter der Abteilung Schulverwaltung, Sport und Zentrales Gebäude-Management haben die Sportstätten -Entwicklungsplanung erarbeitet: Karsten Holtz, Diana Westphal und Marlies Zessin.

Die Millionen-Projekte können nur in Angriff genommen werden, wenn Fördermittel zur Verfügung stehen.

30 kommunale Sportstätten hat Stralsund (6 Plätze, 8 Kleinsportanlagen, 16 Hallen), hinzu kommen Hanse-Dom, Dänholm, Kegel- und Bowlingbahnen, Tennisanlage, Skaterhalle, Sporthallen FHS und BFW.

Ines Sommer

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