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Über 600 Fechter kämpfen am Sund um die WM-Krone

Stralsund Über 600 Fechter kämpfen am Sund um die WM-Krone

Nach einem Empfang im Stralsunder Rathaus der Hansestadt gehen die Wettkämpfe mit Sportlern aus 48 Nationen in die heiße Phase / Zuschauer sind im Hansedom herzlich willkommen

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Die zwei Greifswalder Fechter Armen Khachatryan (l.) und Jan Tiedemann, die in Stralsund eine Trainingsgruppe betreuen, zeigten den Ehrengästen des Empfangs im Rathaus in einer kleiner Show, wie mit dem Florett gefochten wird.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Stralsund. „Fechten ist wie Boxen auf dem Schachbrett, es verbindet Kampf- und Denksport, fordert Taktik, Konzentration, Feinmotorik und zeigt dabei auch Eleganz.“

OZ-Bild

Nach einem Empfang im Stralsunder Rathaus der Hansestadt gehen die Wettkämpfe mit Sportlern aus 48 Nationen in die heiße Phase / Zuschauer sind im Hansedom herzlich willkommen

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Mit diesen Worten empfing der sportbegeisterte Oberbürgermeister Alexander Badrow am Mittwochabend Fechter, WM-Organisatoren, aber auch Vertreter der heimischen Sportvereine im Stralsunder Rathaus, um die Senioren-Weltmeisterschaft der Fechter feierlich zu eröffnen. 646 Teilnehmer aus 48 Ländern kämpfen noch bis Sonntag um die WM-Kronen in verschiedenen Altersklassen.

„Ich habe mir schon einige Wettkämpfe angesehen. Ich muss sagen, das ist eine tolle Atmosphäre im Hansedom. Und Stralsund bietet für diese WM einen professionellen Rahmen“, so Badrow und sagte weiter: „Jeder von uns hat als Kind schon mal gefochten. Früher machte man es mit dem Stock, heute mit dem Laserschwert.“ Gleichzeitig eine Einladung an die Stralsunder, ruhig mal im Hansedom vorbeizuschauen.

Begonnen hatte der Festempfang mit einer besonderen Aufführung – die Hymne für die Fecht-WM, gespielt von der Musikschule Stralsund, geschrieben von ihrem Leiter Oliver Spitz und gefeiert von den Gästen im Löwenschen Saal.

Staunen konnten die Gäste auch beim Showkampf. Die zwei Greifswalder Fechter Armen Khachatryan und Jan Tiedemann, zeigten, wie mit dem Florett gefochten wird. Ein Kampf, ausgelegt auf fünf Treffer, dauerte drei Minuten. So wie ein Vorrunden-Duell bei der Senioren-WM. Die beiden jungen Sportler dürfen mit 19 und 22 Jahren zwar noch nicht bei den Senioren starten, sorgten aber dennoch für den Höhepunkt des Abends. Die beiden, die einst auch Meisterschaften bestritten und bei der WM hinter den Kulissen dabei sind, widmen sich heute dem neu gegründeten Fechten in Stralsund – als Übungsleiter. Und noch etwas verbindet sie mit der Hansestadt am Sund: Sie studieren an der Fachhochschule Maschinenbau und Informatik.

Kommentiert wurde die Show, übrigens zum Teil auf Englisch, nicht nur von Moderator Christian Holzmacher, sondern auch vom ersten deutschen Weltmeister: Roman Christen hatte sich nämlich am Mittwochabend den Titel in der Altersklasse 50 gesichert. Der Mann aus Hannover besiegte seinen einstigen Weltcup-Rivalen Laurent Bell aus Frankreich. „Wir kennen uns noch aus unserer aktiven Zeit 1983/84 und haben in den vielen Jahren schon so manchen Kampf gemeinsam bestritten. Diesmal hatte ich die Nase vorn“, freute sich der 50-Jährige über seinen Florett-Erfolg. Und er hat noch mehr Medaillenhoffnungen – im Teamwettkampf und im Degen-Einzel.

Die besten Wünsche des Deutschen Fechterbundes überbrachte Vize-Präsident Dieter Lammer und sah sich dabei „im schönsten Rathaus der Welt“.

In Stralsund ist der Fechtsport noch jung

25000 Fechter gibt es in der gesamten Bundesrepublik. 279 sind es in Mecklenburg-Vorpommern. In Stralsund ist dieser Sport noch jung. Erst 2015 wurde hier durch den Kroaten Ivica Saric ein Fechtclub gegründet, der inzwischen zum SV Medizin gehört. WM-Teilnehmer stellt MV nicht, weil sich keiner qualifiziert hatte.

48 Nationen – von Armenien über die USA bis hin nach Venezuela – sind bei der Fecht-WM in Stralsund vertreten. Die Wettkämpfe werden im Hansedom ausgetragen. Vor zwei Jahren hatte sich Stralsund für die Austragung beworben, 2015 holte OB Badrow die WM-Fahne persönlich bei den Titelkämpfen in Frankreich ab.

300 Euro muss man mindestens für eine Fechtausrüstung auf den Tisch legen, natürlich geht es auch teurer. Spezialschuhe, besonders verstärkte Handschuhe oder der weiße Anzug, der aussieht, als sei er feuerfest, gehören ebenso zu jedem Kampf wie der Gesichtsschutz.

Die Kämpfer sind „verkabelt“. Bei jedem Treffer schließt sich ein Stromkreis. Dieser Moment zählt als Punkt und wird auf der Tafel angezeigt.

24 Entscheidungen in Einzel- und Mannschaftswettbewerben werden bis Sonntag auf den 29 WM-Planchen in Stralsund ausgetragen. Im Fechten gibt es drei Wettbewerbsarten: Florett, Säbel und Degen.

Ines Sommer

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