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Verhandlungen mit Hansedom: Vereine machen Druck

Verhandlungen mit Hansedom: Vereine machen Druck

Schwimmhallen-Kapazitäten reichen nicht aus: DLRG, PSV und „sport live“ müssen vielen Kindern absagen / Bürgerschaft soll endlich entscheiden, wie es nach Mietende 2017 weitergeht

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Das Sportbad im Hansedom. In Stralsund bemängeln Vereine zunehmend knapper werdende Kapazitäten für das Schwimmenlernen. Immer öfter müssen Kinder abgewiesen werden.

Quelle: Christian Rödel

Stralsund Die Stadt am Wasser hat ein großes Problem: Die Schwimmhallen-Kapazitäten im Hansedom sind ausgereizt. So müssen die Stralsunder Schwimmvereine immer mehr Kindern absagen, die das Schwimmen lernen oder sicherer beherrschen wollen.

„Es kann doch nicht sein, dass wir – und da spreche ich für DLRG und PSV Stralsund, immer mehr Eltern wegschicken müssen, die ihre Kinder beim Schwimmen anmelden wollen. Als Wasserstadt müssen wir dafür sorgen, dass sich die Kinder sicher in der Ostsee bewegen“, brachte Ulf Schwarzer den Frust der Ehrenamtlichen bei der öffentlichen Sitzung der CDU/FDP-Fraktion der Bürgerschaft Anfang letzter Woche auf den Punkt. „Wir bekommen keine Hallenzeiten, vor allem am späten Nachmittag, der Hoch-Zeit für den Kinder-Freizeitsport“, so der Chef der Stralsunder Lebensretter, der kein Geheimnis daraus macht, dass das hobbymäßige Schwimmen auf der Strecke bleibt.

Allerdings ist das Problem nicht so leicht zu lösen, denn die Hansestadt ist nur Mieter der Schwimmhalle. 1,5 Millionen Euro fließen jährlich aus dem Stadtsäckel in die Hansedom Stralsund GmbH.

Hauptkostenfaktor für die Stadtverwaltung sind die Unterhaltskosten für das Sportbad. Nur ein kleiner Teil wird aus den Einnahmen für Eintrittsgelder abgedeckt. Mit dem Mietvertrag wird gesichert, dass der Schwimmunterricht der Schulen und das Training der Vereine stattfinden können.

Ein Lösungsansatz ergibt sich aus der Tatsache, dass besagter Mietvertrag am 25. Juni 2017 ausläuft. „Wir hören jetzt seit ungefähr einem Jahr, dass die Stadt mit dem Hansedom verhandelt. Bisher ohne Ergebnis. Wir fordern die Stadt auf, den Druck zu erhöhen, damit wir endlich zu einer Lösung kommen“, sagte Arndt Melms gegenüber der OZ. Und wie seine Sportkollegen von den anderen Vereinen macht der Vorsitzende des Vereins „sport live“ kein Hehl daraus, dass man nichts gegen eine kommunale Schwimmhalle einzuwenden hätte, um mehr Trainingsstunden anbieten zu können. „Wir haben eine Warteliste mit 70 Kindern. Wir wollen die aber nicht ewig wegschicken. Deshalb verhandeln wir mit der Marinetechnikschule, damit wir die Schwimmhalle in Parow nutzen können“, erklärte uns Arndt Melms nach der Sitzung.

Die große Summe, die seit Hansedom-Eröffnung 1997 im Schwimmbecken am Grünhufer Bogen versinkt, war für die Bürgerschaftsfraktion der Grünen bereits 2015 Anlass, den Bau einer eigenen Halle ins Auge zu fassen. Die CDU/FDP-Fraktion formulierte dann einen konkreten Auftrag an die Verwaltung, einen Neubau zu prüfen. Ergebnis war eine Machbarkeitsstudie, die drei Varianten durchspielte. Als mögliche Standorte wurden das Stadion Kupfermühle oder der Platz neben dem Strelapark diskutiert. Und es hieß in einer Sportausschuss-Sitzung im Februar 2016, dass die Finanzierung einer neuen Halle in Stralsund mit dem Geld möglich ist, das derzeit der Hansedom bekommt.

Inzwischen sind die Äußerungen in puncto Neubau verhaltener geworden. Und die Verhandlungen mit dem Hansedom-Betreiber dümpeln so vor sich hin. „Natürlich summieren sich die Kosten für die Miete.

Aber man kann nicht einfach sagen: Macht mal eine Planung, um ein Druckmittel für die Verhandlungen zu haben. Planung kostet Geld, darüber müssen wir uns im Klaren sein“, gab Ronald Zabel, Chef der CDU/FDP-Bürgerschaftsfraktion, zu bedenken.

Parteikollege und Oberbürgermeister Alexander Badrow sagte mit Blick auf die anwesenden Wassersportler: „Natürlich müssen wir jetzt mal eine Entscheidung treffen. Deshalb wird es demnächst eine Bürgerschaftsvorlage geben. Aber ich sage auch: Ich setze auf einen Kompromiss mit dem Hansedom.“

Schwimmen auf Platz 3 der beliebtesten Sportarten

908 Schwimmer sind in Stralsunder Vereinen organisiert. Damit rangiert dieser Wassersport auf Platz 3 der beliebtesten Sportarten.

Ganz oben steht Reha- und Behindertensport mit 1154 Mitgliedern, gefolgt von Fußball mit 1104 Sportlern.

3 große Vereine bilden junge Schwimmer aus: die Deutsche Lebensrettungsgesellschaft (DLRG), der Pommersche Sportverein (PSV) und der Verein „sport live“.

Das Amt für Kultur, Schule und Sport hat Anfang 2016 eine Umfrage zu den Nutzungszeiten in allen 63 Vereinen gestartet. Etwa die Hälfte hat sich beteiligt. Ergebnis: Ein Drittel der Befragten sind mit den Hallen- und Platzzeiten nicht zufrieden. Besonders drastisch ist der Mehrbedarf bei den Schwimmern: 43 Stunden in der Woche werden hier zusätzlich gewünscht.

Ines Sommer

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