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„Walk of Fame“ soll jetzt Tafel der Besten werden

Stralsund „Walk of Fame“ soll jetzt Tafel der Besten werden

Sport- und Kulturausschuss der Stadt favorisiert Sportlerehrung im neuen Stadion Kupfermühle / Ehrung nur für Olympioniken?

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Der Stralsunder Carsten Embach (r. und kleines Bild) holte im Vierer-Bob von André Lange Gold bei Olympia 2002 in Salt Lake City.

Quelle: Foto: Dpa

Stralsund. Erfolgreiche Stralsunder Sportler im Boden der Sundpromenade wie in einem „Walk of Fame“ verewigt – diese Variante ist jetzt abgewählt. Vielmehr möchte der Sport- und Kulturausschuss der Bürgerschaft diese besondere Sportlerehrung in einer Galerie der Besten vornehmen, und das am liebsten im hoffentlich bald neu gestalteten Stadion an der Kupfermühle.

OZ-Bild

Sport- und Kulturausschuss der Stadt favorisiert Sportlerehrung im neuen Stadion Kupfermühle / Ehrung nur für Olympioniken?

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In einem sind sich alle Fraktionen schon seit Monaten einig: Es soll in der Stadt an einem möglichst öffentlichen Platz eine Ehrung der besten Stralsunder Sportler stattfinden. Doch wo und wer geehrt wird, entzweiht noch die Parteien. Die Grünen wollen gern dem Vorschlag des Stadt-Sportbundes folgen und an der Kupfermühle Tafeln anbringen. Das sei ein würdiger Ort.

Das findet auch die CDU gut. Christdemokratin Ann Christin von Allwörden – sie hatte den Antrag für die CDU/FDP-Fraktion Anfang 2016 in die Bürgerschaft eingebracht – betonte im Ausschuss: „Wir haben uns ja auch schon längst von der Idee Sundpromenade verabschiedet. Das war ja nur ein erster Vorschlag, um die Debatte in Gang zu bringen. Wir finden auch die Kupfermühle besser. Da kann man an den Außenmauern entsprechende Tafeln anbringen. So können sich Besucher gut informieren.“ Ausschuss-Chef Maik Hofmann (Bürger für Stralsund) ist von der Kupfermühle nicht überzeugt. „Das sind doch dann nur Sportler, die das sehen. Ich finde, viele Leute sollten die Chance haben, sich über diese Sportgrößen zu informieren. Ich könnte mir da gut den Strand vorstellen, wenn der dann im Seebad neu gemacht ist.“

Die spannende Frage ist jedoch: Wem wird die Ehre zuteil, auf der Straße der Besten zu stehen? „Die Sportler müssen in Stralsund geboren sein oder hier wohnen. Die Frage ist, ob wir uns auf Medaillengewinner in olympischen Sportarten beschränken“, so die CDU-Frau. Maik Hofmann möchte sich da nicht festlegen: „Da ist immer Bewegung drin, was heute olympisch ist, kann morgen schon raus sein. Ich will das lieber offener haben.“ Michael Philippen (Bürger für Stralsund) meinte: „Wir sollten schon internationale Titel und Medaillen als Voraussetzung festlegen, eben EM, WM und Olympia.“

Ute Bartel von der SPD sah das ganz anders: „Wenn es in einem Verein, der eben nur Kreisliga-Fußball spielt, einen ganz erfolgreichen Mann gibt, der für den Verein und damit für die Stadt zur Symbol-Figur wurde, dann gehört der auch auf so eine Tafel.“ In diesem Punkt ging der Ausschuss uneins auseinander.

Die CDU schlägt außerdem vor, die politische Gesinnung erst einmal außen vor zu lassen. „Nur wenn die Verstrickungen in ein System zu groß sind, sollten wir den Vorschlag genau prüfen.“ Außerdem möchten die Christdemokraten, dass in diesem Zusammenhang eine historische Aufarbeitung der Sportgeschichte Stralsunds erfolgt. Geht es nach von Allwörden, sollte der städtische Haushalt nicht mit den Kosten belastet werden, vielmehr wolle man Sponsoren gewinnen.

Doch wie kommt man nun zu den Vorschlägen für die „Straße der Besten“? „Ich bin nicht dafür, die Stralsunder zum Beispiel über die Zeitung nach ihren Vorschlägen zu fragen. Da kommt eh nur Fußball, und der spielt bei erfolgreichen Sportlern unserer Stadt keine Rolle“, sagte der Präsident des Stadtsportbundes Georg Weckbach in einer früheren Ausschuss-Sitzung. „Wir sollten die Stralsunder mit einbeziehen, um möglichst viele Anregungen zu bekommen. Und dann entscheidet der Ausschuss“, so Ann Christin von Allwörden. Dieser Vorschlag fand dann doch die mehrheitliche Zustimmung.

Bis zur nächsten Sitzung soll nun ein gemeinsames Papier vorbereitet werden, damit dann endlich ein Beschluss-Vorschlag auf den Tisch kommt.

Vorschläge können die Stralsunder auch jetzt schon gern per Mail an die OZ schicken: lokalredaktion.stralsund@ostsee-zeitung.de.

Olympioniken

4 Olympia-Medaillengewinner hat Stralsund: Die Gewichtheber Andreas Behm, Helmut Losch und Jürgen Heuser sowie Bobsportler Carsten Embach. Sie holten insgesamt sechs Medaillen.

An der ehemaligen Offiziershochschule in Stralsund wurde zudem Sportschütze Uwe Pottek (61) entdeckt, der 1980 für den ASK Frankfurt/Oder olympisches Gold holte.

Silber gewann Speewerfer Walter Krüger (86) von Traktor Schwerin 1960 in Rom. Er lebte in Wendisch Langendorf, wohnt heute in Prohn.

Ines Sommer

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