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Weltelite des Frauenboxens gab sich ein Stelldichein in Stralsund

Stralsund Weltelite des Frauenboxens gab sich ein Stelldichein in Stralsund

Großes Finale beim 5. Queens Cup in der Jahn-Sportstätte

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Beim 5. Internationalen Queens Cup entwickelte sich ein packender Kampf zwischen der Waliserin Lauren Price (links) und Natasha Gale aus England.

Quelle: Fotos: Christian Rödel

Stralsund. Stralsund Wie die Faust aufs Auge passte die Musik von AC / DC zum großen Finale beim Queens Cup am Samstagabend in der Jahn-Sportstätte, wo sich die internationale Frauenbox-Elite zum Abschluss ihres viertägigen Wettkampfes traf.

OZ-Bild

Großes Finale beim 5. Queens Cup in der Jahn-Sportstätte

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Die Organisatoren des Stralsunder Boxvereins Phoenix um Wettkampfleiter Ronny Poge haben alle Register ihres Könnens gezogen und eine perfekt vorbereitete Sportveranstaltung präsentiert. „Ich bin bereits zum dritten Mal als Ringarzt dabei und mich begeistern die größtenteils sauber ausgeführten Boxtechniken der jungen Frauen“, sagte der Allgemeinmediziner Dr. Franz-Albert Tröster, beeindruckt von der boxsportlichen Eleganz der Finnin Mira Potkonen.

Die 35-jährige Bronzemedaillen-Gewinnerin der Olympischen Spiele von Rio de Janeiro verkörperte in der Tat Weltniveau beim Stralsunder Queens Cup und ließ ihrer schwedischen Final-Konkurrentin Agnes Alexiusson keine Chance. Während des viertägigen Sportwettkampfes im Frauenboxen mussten Dr. Tröster und sein Kollege Dr. Peter Seidel kaum ernsthafte Verletzungen behandeln. Die Behandlung von Nasenbluten und aufgerissenen Augenbrauen ist der „Klassiker“ für die beiden Ringärzte.

Unter den Punktrichtern und Referees finden sich immer mehr Frauen, die die einstige Männerdomäne aufbrechen. Die 33-jährige Susann Köpke zählt zu ihnen. Beim Queens Cup war sie eine der absoluten Symphatieträgerinnen als Referee und Punktrichterin. Als der Stralsunder Moderator und Phoenix-Trainer Ralf Grabow ankündigte, dass die junge Frau am Samstagabend ihren 200. internationalen Wettkampf bestritt, gab es großen Applaus.

„Als 21-Jährige habe ich mit dem Kick-Boxen begonnen und seit 2010 arbeite ich als Referee und Punktrichterin“, so die Rostockerin. Unter den Gästen war übrigens auch ein Ehepaar aus dem bayrischen Straubing: Sieglinde (68) und Klaus Binöder (69) sind seit mehreren Jahren Stammgäste beim Queens Cup. „Wir sind mit dem Wohnmobil nach Stralsund gekommen, um uns die Wettkämpfe anzuschauen“, erzählte Klaus Binöder.

Bei 127 Teilnehmerinnen aus 16 Ländern in insgesamt 99 offiziellen Wertungskämpfen und zwölf Rahmenkämpfen gewannen folgende Boxerinnen aus MV Medaillen:

Gold: Antonina Grigorjan (AK Kadettinnen/46kg) BC Traktor Schwerin, Ani Manukyan (AK Kadettinnen/54kg) BC Greifswald und Joulina Suhrow (AK Kadettinnen/57kg) Phoenix SV Stralsund.

Silber: Angelique Grunwald (AK Kadettinnen/52kg) BC Greifswald, Dominique Suzette Görlich (AK Jugend U19/54kg) Phoenix SV Stralsund.

Bronze: Taleja Müller (AK Kadettinnen/52kg) BC Greifswald, Lina Holoch (AK Kadettinnnen/57kg) BC Traktor Schwerin.

Das Boxen macht sie stark

Der Boxsport ist ein wichtiger Teil ihres Lebens geworden. Am Anfang habe sich Joulina Suhrow überwinden müssen, wirklich zuzuschlagen. „Aber durch das Boxen bin ich selbstbewusster geworden“, sagt die 14-Jährige. Vor vier Jahren begann sie mit dem Kampfsport. „Mein Vater und ich haben uns den Queens Cup angesehen und ich war sofort begeistert“, erinnert sich die Schülerin.

Joulina nimmt ihre ersten Übungsstunden beim Phoenix SV Stralsund. Sie ist gut. Mittlerweile trainiert sie am Schweriner Sportgymnasium unter der Aufsicht von Andy Schiemann – und das sieben Mal in der Woche.

„Meine Eltern sehe ich meist nur am Wochenende. Wenn Turniere sind, noch seltener.“ Ihrer Tochter beim Kämpfen zusehen, das könnten sie nicht. „Meine Mutti ist da sehr emotional“, sagt Joulina. Auch ihr Vater, der selbst Boxer werden wollte, sitzt selten am Ring.

So müssen eben andere Glücksbringer herhalten. „Mein Team unterstützt mich sehr. Und dann habe ich noch meine Glücksohrringe“, sagt sie und lacht. Die trägt Joulina versteckt in einer Socke. So könne sie entschlossen und mutig in die Duelle gehen. Geht ein Kampf verloren, schöpfe sie daraus neuen Mut. „Ich will immer stärker zurückkommen und zeigen, dass ich es besser kann“, sagt die Stralsunderin. Im Ring, so sagt sie, müssen Boxer ihre Gefühle außen vor lassen. „Ich darf nicht daran denken, dass meine Gegnerin vielleicht meine gute Freundin ist. Ich muss mein Bestes geben, um zu gewinnen.“

So wie ihr großes Vorbild: Claressa Shields. Die US-amerikanische Boxerin holte sich bei Olympia zweimal den Titel. Dabei ist Shields erst 21 Jahre alt.

Ein Ziel für das kommende Jahr hat Joulina bereits. „Ich will mich für die Meisterschaften qualifizieren und bei der Europameisterschaft mitboxen.“ Manuela Wilk

Christian Rödel

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