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Zukunft des Stralsunder Bundesliga-Volleyballs ungewiss

Stralsund Zukunft des Stralsunder Bundesliga-Volleyballs ungewiss

Sportlich haben die „Wildcats“ des 1. VC die 2. Liga sicher gemeistert, doch die Personaldecke ist dünn — nun hängt alles davon ab, wie viele Spielerinnen an Bord bleiben

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Ein Drittel der VC-Spiele (hier in Rot) gingen über fünf Sätze. Am Ende belegte die Mannschaft Platz 11. Fotos (4) : Wenke Büssow-Krämer

Stralsund. Es ist paradox: Die Stralsunder Bundesliga-Volleyballerinnen haben ihre Klasse gehalten. Das sportliche Ziel ist damit erreicht. Ein Erfolg, auf den so manch anderer hochklassige Sportverein der Stadt neidisch ist. Und doch ist nicht sicher, ob der 1. VC Stralsund in der kommenden Saison in der 2. Bundesliga ans Netz geht.

OZ-Bild

Sportlich haben die „Wildcats“ des 1. VC die 2. Liga sicher gemeistert, doch die Personaldecke ist dünn — nun hängt alles davon ab, wie viele Spielerinnen an Bord bleiben

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„Einige Spielerinnen wollen oder müssen sich beruflich verändern, andere hören aus persönlichen Gründen auf. Damit haben wir ein personelles Problem“, sagt Trainer André Thiel. Und das will man auch lösen, betont er. „Wir sind auf der Suche, wollen aber Spielerinnen aus der Region, die hier verwurzelt sind. Legionäre kommen für uns nicht in Frage. Und natürlich sollen auch unsere Eigengewächse eingesetzt werden.“ Allerdings gebe das nähere Umfeld nicht mehr viel Potenzial her.

Bis 30. April steht nun also die Aufgabe, eine schlagkräftige Truppe zusammenzustellen. Denn an diesem Tag muss der 1. VC Stralsund seine Meldung in der 2. Bundesliga Nord abgeben. „Das wird viel Arbeit, das wissen wir. Aber wir können das Ergebnis nicht vorweg nehmen, weil wir wirklich nicht wissen, wie sich die Spielerdecke entwickelt“, sagt Steffen Täubrich. Der 1. Vorsitzende des VC betont aber ausdrücklich, dass der Verein auf gesunden Füßen steht. „Wir haben mit der Brauerei zum Beispiel einen stabilen und leistungsstarken Partner. Auch unsere andere Sponsoren halten treu zur Stange. Aber wir brauchen noch Verstärkung.“ Und das erklärt der Verein so: Wenn man Spielerinnen aus Rostock oder Schwerin anheuert, muss man dort auch in der Woche trainieren. Da steht viel Fahrerei ins Haus. Steht jetzt der Etat bei 108000 Euro, braucht man dann natürlich mehr Geld.

„Wir sind optimistisch, dass wir das Unternehmen 2. Liga wieder starten können. Aber es steht auch fest: Haben wir die nötigen Bedingungen nicht, gehen wir auch kein Risiko ein. Sollte dieser schlimmste Fall eintreten, gilt unser ganzes Engagement dem Nachwuchs“, so Coach Thiel. Auch Vereinschef Täubrich betont, dass der Jugendbereich boomt. „Wir haben viel Zulauf, das hat natürlich auch was damit zu tun, dass die Damenmannschaft als Vorbild wirkt. Und wir haben tolle Übungsleiter, die die ganze Woche über auch sehr gutes Training anbieten.“ Diesen Mädels gehöre die Zukunft.

So prekär die Situation für den VC auch sein mag, beim kürzlich durchgeführten Saison-Rückblick wollten die Volleyballer auch ein sportlich positives Resümee ziehen. „Wir haben sieben Jahre hintereinander erfolgreich 2. Bundesliga gespielt“, so André Thiel und erklärt weiter: „Bei uns gingen ein Drittel der Spiele über fünf Sätze. Wir haben tolle Fans in der Halle, die Stimmung machen. Und wir haben wirklich eine spannende Saison hingelegt. Mit 25 Punkten sind wir dicht am Mittelfeld und 13 Punkte weg vom Abstieg. Sicher hätten wir ein, zwei Plätze besser sein können.

Aber das Minimalziel ist erreicht.“ Und es war eine kräftezehrende Saison, weil einige Pokalspiele für englische Wochen sorgten. „Das war Stress, aber es war für uns auch ein tolles Gefühl. Wir waren zum dritten Mal im Folge im Pokal-Achtelfinale und hatten tolle Gegner. Wenn man da die Halle hinter sich hat, das ist unglaublich“, sagt Sabrina Dommaschke. Da schiebt man schon mal nach hinten, dass man nachts im Bus sitzt, Freunde und Väter einspannt, den Busfahrer zu spielen...“

Von Ines Sommer

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