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St. Nikolai: Hochaltar nach 30 Jahren fertig restauriert

Stralsund St. Nikolai: Hochaltar nach 30 Jahren fertig restauriert

Studenten aus Potsdam helfen bei der Bewahrung von Kirchenschätzen

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Die angehende Restauratorin Lea Schwenke (26) säubert Schnitzwerk an einer Kapelle in St. Nikolai.

Quelle: Foto: Marlies Walther

Stralsund. Nach 30 Jahren sind die Restaurierungsarbeiten am Hochaltar der Kirche St. Nikolai jetzt beendet worden. „Wir freuen uns, dass es nun zu einem Abschluss gekommen ist“, sagte Pastor Dietmar Mahnke. Der verantwortliche Restaurator Volker Ehlich sieht das mit gemischten Gefühlen: „Wenn man 30 Jahre an einer Sache arbeitet, geht man auch mit einem weinenden Auge“, so der 66-Jährige. Auf Betreiben des damaligen Pastors Paul-Ferdi Lange hatte Volker Ehlich vor drei Jahrzehnten mit der Sanierung des 1470 geschaffenen Altars begonnen. „So, wie wir ihn jetzt sehen, ist das allerdings eine Fassung aus dem Jahr 1856, nachdem die Gebrüder Hohlbein den 6,70 Meter hohen und 4,20 Meter breiten Altar umgebaut haben“, erklärte Ehlich.

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Studenten aus Potsdam helfen bei der Bewahrung von Kirchenschätzen

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Über die Jahre konnte vor allem durch die Unterstützung der Stiftung Denkmalschutz und des Fördervereins der Kirche vieles ausgebessert und nachgearbeitet werden. Etwa ein Drittel des großen Profils wurde erneuert, die Predella (Sockel) komplett überarbeitet, einige Säulen ausgebessert und Figuren ergänzt. „Uns war es wichtig, keine neuen Figuren schnitzen zu lassen, sondern das Vorhandene zu komplettieren“, sagte Gerd Meyerhoff vom Förderverein St. Nikolai. Ein besonderer Hingucker sind die sogenannten Schleierbretter, die sowohl an den Altarflügeln als auch an der Predella angebracht sind. Diese aufwändigen Schnitzereien grenzen die Motive des dreiteiligen Altarflügels ab. „Das Faszinierende an diesem Altar ist, dass nicht alles komplett fertig ist und man die Spuren der Jahrhunderte erkennen kann“, sagte Dietmar Mahnke abschließend.

Zur Bewahrung der hölzernen Ausstattungsgegenstände der Kirche tragen seit nunmehr 14 Jahren jeweils in einem Sommerprojekt auch Studenten des Studiengangs Konservierung und Restaurierung/Holz der Fachhochschule Potsdam bei. In dieser Woche sind erneut neun Kommilitonen mit dem Restaurator und Werkstattleiter der Uni, Jörg Weber, angereist. Gut ausgestattet mit einem Kleintransporter voller Handwerkszeug – von verschiedenen Sägen über Lösungsmittel und Pinsel bis zum Schnitzeisen.

„Es ist für die Studierenden eine sehr gute Chance, restauratorische Praxis zu erhalten“, sagte Weber über das Projekt, das vom Förderverein unterstützt wird. „Unsere Spuren sind inzwischen an vielen Ausstattungsgegenständen in der Kirche zu finden“, erklärte der 50-Jährige. Besonders intensiv haben sich Anne Bergmann und Veronika Feckl mit Untersuchungen am Ratsherrengestühl befasst und dazu ihre Bachelor- beziehungsweise Masterarbeit geschrieben.

Gearbeitet wird derzeit unter anderem an der „Kapelle der Opfern und Zander“ und am Krämergestühl. Die Palette der Arbeiten ist breit gefächert und reicht vom Reinigen mit dem Spezialstaubsauger über Retuschen bis zur sorgsamen Ergänzung durch Schnitzapplikationen. „Das ist dann schon keine Konservierung mehr, sondern eine Restaurierung“, so Weber.

Mit konzentriertem Blick ist Martha Marzahn (23) am Werk. Bäuchlings liegt Lea Schwenke (26) auf dem Kirchenboden und streicht sorgfältig mit einem Pinsel über das prachtvolle Schnitzwerk. „Eine super Gelegenheit, Erfahrung zu sammeln und einen kleinen Beitrag bei diesem Umfang an Arbeit zu leisten“, sagte die 26-Jährige. Ähnlich sieht es Maximilian Bock (25), der vor dem Studium als Tischler gearbeitet und Möbel restauriert hat. „Es ist ein Ansporn, wenn man von so vielen Besuchern angesprochen wird, die sich darüber freuen, was wir hier machen.“ Das bestätigten Kirstin Friese (21) und Antonie Gerstner, die eine Zahnleiste am Krämergestühl verleimten, gern.

Miriam Weber und Marlies Walther

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Die Sanierungen des Hochaltars in der Stralsunder Kirche St. Nikolai ist nach 30 Jahren beendet.

30 Jahre dauerten die aufwändigen Arbeiten an dem wertvollen Stralsunder Kirchenschatz.

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