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Stralsund St. Nikolai sucht ehrenamtliche Kirchenführer
Vorpommern Stralsund St. Nikolai sucht ehrenamtliche Kirchenführer
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00:05 17.03.2017
Annemarie Wossidlo, Simone Grimm-Adam und Annette Huth (v. l.) hoffen auf die Unterstützung durch ehrenamtliche Helfer bei den Führungen, die den Besuchern zweimal täglich am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag angeboten werden. Quelle: Foto: Marlies Walther
Stralsund

Das größte Lob ist es für Annette Huth, wenn jemand nach dem Rundgang sagt: „Allein hätte ich das so niemals gesehen.“ Den Blick lenken, die Augen öffnen für einen ganz besonderen Raum, das möchte die Gemeindemitarbeiterin von St. Nikolai, wenn sie Gästen die Kirche zeigt.

In den Sommermonaten von Juli bis September werden an vier Tagen in der Woche (Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag) in der Nikolaikirche jeweils um 12.30 Uhr und um 15 Uhr kostenlose Kirchenführungen angeboten. Dabei werden die fest angestellten Mitarbeiter Annette Huth und Sabine Neumann regelmäßig von engagierten Stralsundern ehrenamtlich unterstützt. Insgesamt gibt es im Jahr rund 150 öffentliche Kirchenführungen mit Gruppen zwischen 10 und 30 Leuten.

Doch jetzt hat St. Nikolai ein Problem. „Gleich drei unserer Kirchenführer mussten aus unterschiedlichen Gründen ihre Tätigkeit aufgeben“, sagt Annette Huth. Um das Angebot weiter aufrechtzuerhalten, wird Verstärkung gesucht. Annette Huth selbst hatte ihre erste Führung durch die Kirche im Jahr 2010. „Anfangs als Ersatz.“ Dann hat sie sich immer mehr Wissen angeeignet. Und heute möchte sie die „Begegnungen mit den vielen unterschiedlichen Menschen“ keinesfalls mehr missen. Denn auch sie selbst erfahre im Laufe der Zeit immer mehr. „Man lernt dazu. Das mache ich heute noch“, sagt die Hansestädterin.

Wer Kirchenführer werden möchte, sollte schon Interesse an der Kunstgeschichte haben. Daneben muss man aber auch auf Menschen, die man nicht kennt, aktiv zugehen können, „offen sein und ihnen etwas mitteilen, das einem selbst wichtig ist“, sagt Annette Huth. Sie und ihre Kollegin geben den „Neuen“, die für ihre Arbeit eine kleine Aufwandsentschädigung erhalten, gern Wissen und eigene Erfahrungen weiter. Außerdem stellt die Kirche umfangreiches Material an Literatur zur Verfügung. „Es gibt bestimmte Stationen,die in der Kirche bedacht werden sollten. Aber im Prinzip geht es um einen Überblick. Und wenn man sich selbst die Geschichte erarbeitet, ist das auch immer ein Prozess“, macht Annette Huth Mut, dass man sich ruhig trauen sollte.

Der „größte Luxus“ wäre es, wie Küsterin Annemarie Wossidlo findet, wenn sich zudem „Kirchenhüter“ finden würden, die sich unabhängig von bestimmten Zeiten in der Kirche aufhalten und Besuchern diese oder jene Frage beantworten. „Das könnte auch ein Einstieg für eine spätere Tätigkeit als Kirchenführer sein“, so Annemarie Wossidlo. „Überhaupt freuen wir uns über jegliche ehrenamtliche Unterstützung, auch am Eingangstresen“, fügt Gemeindesekretärin Simone Grimm-Adam hinzu Annette Huth konzipiert derzeit zudem spezielle Führungen, die sich mit dem Reformationsjubiläum beschäftigen. Die werden voraussichtlich ab Mai vorzugsweise an Wochenenden stattfinden, damit auch Stralsunder teilnehmen können. Darin soll es unter unterem darum gehen, was in dem Kirchenbau aus katholischer Zeit heute eigentlich evangelisch ist.

Interessenten, die Kirchenführer werden möchten, melden sich im Gemeindebüro (☎ 03831/297199) oder am Eingangstresen (☎ 03831/29 2286).

Vom Hochaltar bis zur Buchholz-Orgel

Rund 120 000 Gäste besuchen die Nikolaikirche jedes Jahr. Darunter waren 2016 insgesamt 73330 zahlende Gäste. Die Kirche erhebt für Besichtigungen (außer sonntags) einen Erhaltungsbeitrag von 3 Euro.

St. Nikolai ist die älteste Kirche Stralsunds. Mit der Verleihung des Stadtrechts 1234 begann ihr Bau. Bereits 1279 ist die Weihe des Hochaltars überliefert.

Die Ratskirche wurde mit 56 Altären ausgesprochen reich ausgestattet. Der größte Teil der Altäre wurde mit der Reformation aus der Kirche entfernt.

Zu den prächtigen Schätzen gehören die vor 1280 entstandene Stuckplastik der Anna Selbdritt, die Astronomische Uhr von 1394, die Relief-Tafeln des Gestühls der Rigafahrer (um 1420), der Hochaltar (um 1480), das Krämergestühl (1574), der 1708 nach einem Entwurf von Andreas Schlüter geschaffene Hauptaltar, das barocke Taufgehäuse von 1714 und die Buchholz-Orgel von 1841.

Marlies Walther

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