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Stralsund Stadt plant Hundeplatz in Knieper West
Vorpommern Stralsund Stadt plant Hundeplatz in Knieper West
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00:01 10.11.2016
Der Jack-Russell-Terrier „Einsti“ (11) spielt auf einer Wiese in Stralsund. Bald soll es dafür einen neuen Hundeplatz geben. Quelle: Stefan Sauer

Die Hansestadt wird einen Platz bekommen, auf dem Hunde richtig toben können. Dieser soll einen Standort in Knieper West bekommen, hinter der Arnold-Zweig-Straße zwischen dem Kleingartenverein Knieper West und einem Garagenkomplex. Das berichtete Stephan Bogusch, Abteilungsleiter Straßen und Stadtgrün der Stadt, Dienstagabend im Bürgerschaftsausschuss Familie, Sicherheit und Gleichstellung.

„Wir haben uns bei der Suche nach einer Fläche für Knieper West entschieden, weil hier die meisten Menschen der Hansestadt wohnen und auch die meisten Hunde angemeldet sind“, so Bogusch. Auch seien die dort vorgefundenen Platzverhältnisse für das Vorhaben geeignet. „Gesucht wurde eine Fläche, die größer sein sollte als ein Sportplatz“, erklärte der Abteilungsleiter.

Die hinter der Arnold-Zweig-Straße gefundene Grünfläche erfüllt die selbstgesteckten Vorgaben. Davon soll ein Areal über 5500 Quadratmeter abgeteilt und eingezäunt werden. „Damit wollen wir möglichen Konflikten zwischen freilaufenden Hunden und Spaziergängern oder Nutzern der nahen Gärten vorbeugen“, betonte Bogusch. Für den Zaun um den künftigen Hundeplatz werden etwa 8000 Euro an Kosten veranschlagt.

Allerdings räumte der Abteilungsleiter auch ein, dass man noch auf keinerlei Erfahrungen zurückgreifen könne, was die Pflege dieser Fläche, insbesondere die Beseitigung der Hundehäufchen betreffe.

Ann Christin von Allwörden (CDU) schlug im Ausschuss vor, die Anlage mit zwei Zu- und Ausgängen auszustatten, an denen Hinweisschilder darauf aufmerksam machten, dass Hundebesitzer die Hinterlassenschaften ihrer Lieblinge selbst zu entsorgen hätten. Entsprechende Tütenspender sollten das erleichtern.

Anett Kindler (B 90/Grüne) wollte wissen, ob mit der Einführung des Hundeplatzes künftig das freie Herumlaufen der Vierbeiner auf dem St. Jürgen Friedhof unterbunden werden könne. Dieser habe sich zwischenzeitlich zu einem illegalen Tummelplatz für freilaufende Hunde entwickelt.

Stephan Bogusch verwies darauf, dass es den Leinenzwang in der Stadt gebe und dieser auch auf St. Jürgen gelte, dass dessen Durchsetzung jedoch mangels Kontrollen scheitere.

Letzteres ist der Grund für einen Sinneswandel bei Michael Adomeit. Das Bürgerschaftsmitglied war in den 90er-Jahren ein eifriger Verfechter eines Hundeplatzes. „Doch da sich viele Hundefreunde nicht mehr an Regeln halten und wir nicht die Mittel haben, Verstöße gegen Leinenzwang oder Hundekot-Beseitigung zu ahnden, sollte das Geld sinnvoller eingesetzt werden“, erklärte Adomeit auf OZ-Nachfrage.

Sein Vorschlag: „Im Bereich Frankensiedlung-Devin wird ein Sportplatz gebraucht.“

Offen ist derzeit, wann der Hundeplatz in Knieper West genutzt werden kann. Stephan Bogusch geht davon aus, dass es im nächsten Jahr so weit sein wird. Jedoch sind bislang im neuen Haushaltsplanentwurf dafür gar keine Mittel eingestellt.

Aus der Hundesteuerkartei

2616 Hunde waren Ende August in der gesamten Hansestadt offiziell angemeldet.

595 Vierbeiner davon leben amtlich registriert im Stadtteil Knieper West. Deshalb soll hier zunächst der Auslaufplatz für Hunde entstehen.

Zum Vergleich: In den Stadtteilen Franken und Andershof sowie in der Altstadt sind 747 Hunde zur Steuer angemeldet und im Stadtteil Tribseer sind es 904, davon etwa 300 Vierbeiner alleine in Grünhufe.

Jörg Mattern

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