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Stadt schafft teuren Elektro-BMW an

Stralsund Stadt schafft teuren Elektro-BMW an

Bei der Auswahl der Dienstwagen für OB Badrow und seine Stellvertreter spielt der Öko-Faktor dagegen bislang kaum eine Rolle / Sie fahren weiterhin Limousinen mit großen Dieselmotoren und mehr als 200 PS

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Kostet mit Navi, Sitzheizung und extra schicken Leichtmetallrädern 47 000 Euro: Dieser BMW i3 steht den Mitarbeitern im Rathaus jetzt für Dienstfahrten zur Verfügung. Sind sie nur mit Strom unterwegs, stößt das Fahrzeug null Gramm Kohlendioxid aus.

Quelle: Benjamin Fischer

Stralsund. Öko-Bilanz mit Licht und Schatten: Während die Angestellten der Stadtverwaltung seit drei Monaten ihre Dienstfahrten mit einem modernen Elektroauto von BMW absolvieren können, setzen Oberbürgermeister Alexander Badrow und seine zwei Stellvertreter Dieter Hartlieb und HolgerAlbrecht (alle CDU) bei ihrer Dienstwagenauswahl in Sachen Umweltfreundlichkeit weiter auf kaum innovative PS-Protze.

Badrow griff bei der Anschaffung seiner jüngsten Limousine zu einer Mercedes E-Klasse 350d (258 PS; Spitze: 250 km/h abgeregelt; Preis ab 54 000 Euro) und damit zum stärksten Diesel-Sechszylinder, den der Hersteller für diese Baureihe im Programm hat. Hartlieb und Albrecht könnte der Rathauschef auf der Autobahn nur knapp hinter sich lassen. Sie wurden mit je einer Mercedes C-Klasse 250d (204 PS; Spitze 247 km/h; ab 44200 Euro) versorgt.

Aber auch der elektrische BMW i3 ist kein Schnäppchen. Der Listenpreis der Variante, wie die Stadtverwaltung sie besitzt, beträgt rund 47000 Euro. Alle Fahrzeuge sind jedoch nicht bar bezahlt, sondern geleast worden. Im Fall der Dienstkarossen der Führungsriege beträgt die Vertragslaufzeit ein Jahr, was bei besonders hochwertigen Behördenfahrzeugen, die auch zu Repräsentationszwecken eingesetzt werden, üblich ist.

Die Frage, warum nicht auch die beiden Stellvertreter ein Elektrofahrzeug benutzen, begründet Steffi Behrendt, Welterbemanagerin und zugleich Chefsprecherin der Stadtverwaltung, mit der noch fehlenden Langstreckentauglichkeit der Stromflitzer. Um das Auto nach einer Fahrt nach Rostock oder Neubrandenburg ausreichend nachzuladen, müsse der Termin vor Ort acht Stunden dauern. Eine Fahrt ins 182 Kilometer entfernte Schwerin sei mit einer Batterieladung gleich gar nicht zu schaffen.

Für alle Rathausmitarbeiter auf der Arbeitsebene, die in Stralsund und Umgebung unterwegs sind, stehe der E-BMW aber nach einer Einweisung zur Verfügung. Die Einsatzplanung geschehe über ein Onlineportal im Intranet der Stadtverwaltung.

Seinen festen Standort mit Ladestation soll das Auto später im frisch sanierten Bauamt in der Badenstraße haben. Bis dahin wird es an einer Steckdose auf dem Bauhof aufgeladen. Das Modell der Stadtverwaltung ist zusätzlich mit einem sogenannten Reichweitenverlängerer ausgestattet. Das ist ein kleiner Benzinmotor, der den Akkuladestand konstant hält, wenn die nächste Steckdose doch mal nicht rechtzeitig erreicht wird. Allein diese Zusatz-Einrichtung würde für einen Privatkunden rund 4500 Euro Aufpreis kosten. Allerdings versucht die Stadtverwaltung lange Fahrten, bei denen der Benzinmotor zusätzlich zu dem in den Akkus gespeicherten Strom gebraucht wird, zu vermeiden, weil dies der Wirtschaftlichkeit eines Elektrofahrzeugs entgegensteht.

Außer einem Klein-Lkw im Stralsunder Zoo, der dort schon seit 2012 im Dienst ist, soll der kleine BMW vorerst das einzige Elektroauto der Stadtverwaltung bleiben. Zunächst sollen in den nächsten zwei Jahren die Erfahrungen der Mitarbeiter abgewartet werden, betont Steffi Behrendt. Bisher verbrauche das Fahrzeug auf 100 Kilometern durchschnittlich 17,9 Kilowattstunden. Alternativ können die Mitarbeiter weiter auf eine kleine Flotte von VW Polos zurückgreifen. In ein paar Jahren wird man sagen: Autos wie früher, mit einem schmutzigen Benzinmotor. Allerdings fallen auch bei der Stromerzeugung nach wie vor noch große Mengen Kohlendioxid an.

Bund fördert Anschaffung

170 PS hat der BMW i3, der den Mitarbeitern der Stadtverwaltung zur Verfügung steht. Die Reichweite beträgt mit einer Akkuladung maximal 160 Kilometer. Schaltet sich dann der benzinbetriebene Reichweitenverlängerer ein, soll das Fahrzeug nach Herstellerangaben insgesamt höchstens 300 Kilometer schaffen.

Für die Anschaffung hat die Stadtverwaltung eine Sonderförderung vom Bundesumweltministerium erhalten. Deshalb hatte die Stadt aber keinen Einfluss auf die gewählte Modellvariante. Über die Höhe der Fördersumme wurden keine Angaben gemacht.

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Dietrich Bussler: Werden jetzt alle Stadtverwaltungen dazu verdonnert eine E- Karre anzuschaffen? So wie Stadtbibliotheken jedes Machwerk von so Möchtegern-Schriftstellern dem freiem Buchhandel abnehmen müssen? Zu garantierten Preisen? Ja gut, im EEG-Land ist ja so was alles möglich.

Sandra Lucil: Bei der Herstellung des Fahrzeuges sind sehr wohl CO2-Emissionen entstanden! Ebenso bei der Produktion von Windkrafträdern, Solarzellen, die Strom erzeugen und von Batterien, die in Elektrofahrzeugen verbaut sind. Emissionsfreie Fortbewegung ist meines Erachtens ein Ammenmärchen, es sei denn, man bewegt sich unbekleidet zu Fuß. Die Reichweite von reinen Elektrofahrzeugen ist nur für den Stadtverkehr geeignet, wobei diese Fahrzeuge auch nur ein geringes Ladevolumen aufweisen. Des Weiteren nimmt das Betanken einige Stunden in Anspruch. Für Berufspendler sind diese Fahrzeuge ungeeignet.

Juliane Friedrich: Das sieht schon schön aus und ist auch schön für die Umwelt ... Aber so viel Geld hab‘ ich nicht, um mir so ein Schmuckstück zu leisten.

Benjamin Jehne: Gerade für Pendler sind diese Fahrzeuge perfekt.

Elke Yström: Die von der Stadtverwaltung können den Bus oder das Fahrrad nehmen. Das wäre Einsparung pur.

Sven Thormeier: Für die Stadt hätte es ein Dienstrad auch getan. Meinetwegen auch mit E-Motor.

Jan Ole Hansen: Lieber mehr CO2 als solch ein hoher Anschaffungspreis!

Heidi Lein : Viel zu teuer, aber wer hat der kann. Die Steuergelder kann man bestimmt sinnvoller nutzen.

Von Benjamin Fischer

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