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Stadt will Kloster Rambin verpachten

Stralsund Stadt will Kloster Rambin verpachten

In der Anlage lebten früher weder Mönche noch Nonnen / Untergebracht waren Leprakranke

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Das Haus Nr. 4 der Anlage wurde im Jahr 1840 errichtet. Der klassizistische Backsteinbau soll in der Planung von Schinkel beeinflusst worden sein.

Stralsund. Zum Eigentum der Hansestadt Stralsund gehört heute auch das 23844 Quadratmeter große Kloster St. Jürgen am Ortsrand von Rambin in Richtung Samtens. Jetzt soll der Landbesitz verpachtet werden.

OZ-Bild

In der Anlage lebten früher weder Mönche noch Nonnen / Untergebracht waren Leprakranke

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Noch bis zum 15. Dezember kann jeder ein Nutzungskonzept in der Stralsunder Liegenschaftsabteilung abgeben, der diese Immobilie mit Erbbaurecht erwerben möchte. Das Besondere: Im Exposé der Hansestadt ist zwar immer von einer Klosteranlage die Rede, aber Nonnen oder Mönche haben dort nie gelebt.

„St. Jürgen vor Rambin“ beziehungsweise „St. Jürgen zu Rambin“ wurde die Anlage genannt, nachdem der Stralsunder Ratsherr Godeke von Wickede die Gebäude im Jahr 1334 als Spital mit Wohnunterkünften errichten ließ. Schon der Name deutet darauf hin, dass sich die Einrichtung ursprünglich nicht in, sondern außerhalb von Rambin befand und erst später mit der Ausdehnung des Dorfes zum Ortsrand wurde.

Das war lange nach der ursprünglichen Zweckbestimmung des Spitals, denn mit denen, die hier zunächst untergebracht wurden, wollte niemand etwas zu tun haben. Es waren Leprakranke. Die Aussätzigen wurden wegen ihrer ansteckenden Krankheit „hinausgesetzt“ aus Städten und Dörfern. Sie siechten fortan in Spitälern wie in Rambin vor sich hin, daher auch die Bezeichnung „Seekenhus“.

Von den damaligen Gebäuden steht nur noch das erst nach der Nutzungszeit für Leprakranke zur Kapelle ausgebaute einstige Spital. Ein Teil der Kapelle wurde im 18. Jahrhundert abgeteilt, um zunächst Verwaltungszwecken zu dienen und später als Wohnraum.

Das jetzige Langhaus entstand 1829. An der Giebelseite gegenüber der Kapelle befindet sich ein Relief, das der Stralsunder Bildhauer Christoph Nathanel Freese gefertigt hat und den heiligen Georg darstellt. Insgesamt gibt es gegenwärtig auf dem Gelände fünf Wohnhäuser.

Hinzu kommen Garagen, Nebengebäude und Lauben. Die meisten Gebäude machen bis auf Ausnahmen einen heruntergekommenen Eindruck. Wer hier spazieren geht, entdeckt problemlos den sehr hohen Sanierungsbedarf. Mehr noch: Ohne Abrissarbeiten wird es mancherorts gar keine bebaute Perspektive geben. Daher stellt die Hansestadt in ihrem Exposé wohl auch fest: „Der Abbruch zweier Gebäude ist denkbar.“ An anderer Stelle wird aber betont: „Die gesamte Klosteranlage, einschließlich der historischen Parkanlage mit ihrem alten Baumbestand, dem Schmuckplatz, Obstwiesen und Nutzgärten stehen unter Denkmalschutz.“ Bekanntlich stellt eine solche Auflage hohe Anforderungen an die Sanierung und an Abrissbegründungen. Dennoch wird im Exposé festgestellt, dass „im nördlichen Bereich zusätzliche Bebauungen genehmigt werden“ können. Für eine Erweiterungsfläche habe die Gemeinde Rambin Unterstützung bei der Schaffung von Baurecht zugesagt, heißt es weiter. Mit Speck fängt man Mäuse... Bereits seit 2010 versucht die Stadt, das Kloster zu verpachten.

Hospital und Siechenhaus

Erstmalig erwähnt wurde der Ort Rambin 1246 als „Rabyn“. Der Ortsname ist slawischen Ursprungs. Bereits im 14. Jahrhundert teilten sich mehrere Besitzer den Ort – der Herzog von Pommern, das Kloster St. Jürgen vor Rambin und das Pastorat.

Das Stift St. Jürgen stammt aus dem 14. Jahrhundert und diente ursprünglich als Hospital und Siechenhaus.

Karl Friedrich Schinkel soll die Planung eines der Wohnhäuser – ein zweigeschossiger klassizistischer Backsteinbau – beeinflusst haben.

Stefan Sauer

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