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Stänkerer mit Vorliebe für selbstgezogenen Hanf

Stralsund Stänkerer mit Vorliebe für selbstgezogenen Hanf

Mit ihrem Job sorgen sie für Sicherheit und Ordnung in der Hansestadt. Hier geben Stralsunder Polizisten Einblick in ihre Arbeit.

Stralsund. Eigentlich galt die Kontrolle auf dem Grünhufer Bogen einem Kraftfahrer und seinem Auto. Doch als die Polizisten mit dem Chauffeur beschäftigt waren, wurden sie unerwartet von zwei Passanten beschimpft.

„Die beiden Männer hatten offenbar das Gefühl, irgendwie auf sich aufmerksam machen zu müssen“, sagt Dietmar Grotzky. Der Leiter des Polizeihauptreviers zitiert aus dem Protokoll einige nicht druckreife, weil unflätige Schimpfwörter, die sich seine Kollegen anhören mussten. Die Beamten brachten erst ihre Verkehrskontrolle zu Ende, bevor sie sich auf die Suche nach den Motzern machten.

Und: Sie fanden das Duo auch.

„Jedoch machten die Verdächtigen erst einmal auf harmlos“, berichtet Grotzky davon, wie die Männer versuchten zu erklären, dass sie das nicht gewesen seien, weil sie so etwas nie tun würden. Erst nach einer ausführlichen Belehrung über mögliche Konsequenzen räumte einer der beiden ein, auf die Beamten geschimpft zu haben. Warum? Das konnte der 28-Jährige sich gar nicht recht erklären. Nach einer Anzeige wegen Beleidigung gegen den Stänkerer konnten die Männer ihrer Wege gehen. Allerdings sollten die Polizisten kurze Zeit später noch einmal eine Art Déjà-vu haben. „Wir wurden zu einer Ruhestörung nach Knieper West gerufen“, sagt der Revierleiter. Als seine Kollegen an der angegebenen Adresse eintrafen, war es nicht mehr so laut. Als aber ein Mann die Wohnungstür öffnete, hatte die Beamten jenen Maulhelden vom Nachmittag vor sich. Und hinter ihm drängte eine Dunstwolke aus der Wohnung, die verdächtig nach einem bestimmten verbrannten Rauschgift stank.

Da war wohl nicht mehr viel zu verheimlichen. Ja, er habe da etwas Marihuana geraucht, berichtete der Delinquent. Und da er solche Fragen nicht im Hausflur behandelt wissen wollte, ließ er die Polizisten ein. Die Wohnung machte eine etwas verwahrlosten Eindruck, Als sich die Beamten umschauten, entdeckten sie auch schnell das Rauchgerät, eine so genannte Bong. „Entsprechende Anhaftungen zeigten, dass sie benutzt worden war“, sagt Dietmar Grotzky. Anhaftungen — vermutlich von Amphetamin — fanden sich auch an der Geldkarte, die der Mann statt eines Ausweises vorwies. Dazu entdeckten die Polizisten Tütchen mit bunten Pillen und anderem verdächtigen Inhalt sowie eine Feinwaage.

Nicht zuletzt fanden sich im Bad noch zwei Blumentöpfe mit etwas selbstgezogenem Hanf. „Dafür gab‘s eine Anzeige wegen des Besitzes von illegalen Betäubungsmitteln“, sagt Grotzky und merkt an, dass es diesmal sogar völlig ohne Beleidigung seitens des Kiffers abging.

Von Jörg Mattern

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