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Starkoch auf dem „Heuboden“ am Herd

Stralsund Starkoch auf dem „Heuboden“ am Herd

Tom Waschat aus Duisburg kommt zum Jubiläum des Stadtteiltreffs im Oktober nach Stralsund

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Spitzenkoch Tom Waschat steht im Fernsehen und privat für Promis am Herd. Der Duisburger engagiert sich aber auch für soziale Zwecke. In Stralsund wird der „Pottkoch“ im Oktober im Stadtteiltreff „Heuboden“ Herbstgerichte zubereiten.

Quelle: privat

Stralsund. Für Kathrin Pöthke ist es einfach nur „der Hammer“! Der Chefin des Stadtteiltreffs „Heuboden“ ist ein Coup gelungen, auf den sie zu Recht stolz sein kann: Wenn am 6. im Oktober der fünfte Geburtstag des Begegnungszentrums in der Tribseer Vorstadt gefeiert wird, dann ist ein prominenter Gast dabei: Spitzenkoch Tom Waschat aus Duisburg, den sonst eigentlich eher gut betuchte private Kunden buchen, wird am Herd des „Heubodens“ stehen.

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Tom Waschat aus Duisburg kommt zum Jubiläum des Stadtteiltreffs im Oktober nach Stralsund

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Wir sind stolz wie Bolle, dass Spitzenkoch Tom Waschat aus Duisburg unkompliziert und sehr sympathisch sein Mitwirken zugesagt hat und auf unserem Fest kochen wird – für und mit den Gästen.“

Kathrin Pöthke, leitet die Jugendarbeit im Stadtteiltreff „Heuboden“

„Wir wollten zum Jubiläum mal ’ne ordentliche Welle machen, um zu zeigen, dass sich das Investieren in präventive Maßnahmen lohnt“, sagt die engagierte Mitarbeiterin des Kreisdiakonischen Werkes. Und deshalb habe sie mit dem Duisburger Promikoch Verbindung aufgenommen. Dass er am Ende tatsächlich zusagen würde, hatte sie nicht zu träumen gewagt.

„Tom ist ein Spitzenkoch, der weltweit höchstes Ansehen genießt“, so die 46-jährige Erzieherin. „Als Redner oder TV-Gast wird er wegen seiner freundlichen und offenen Art gern eingeladen.“ Seine Kochkurse seien bei Firmen und Schulen beliebt. Seit über 20 Jahren setze er sich in Deutschland aber auch für sozial Schwache ein. „Er kocht und lehrt mit dem Herzen und hat eine sehr natürliche und bescheidene Art“, findet Kathrin Pöthke.

Spannend sei auch sein Forschergeist. Angefangen habe alles mit Plastikbeuteln, die er mit Buttermilch gefüllt hatte und in der heimischen Garage an einer Rennradfelge drehte... Der Versuch ist missglückt. Die Garage musste neu gestrichen werden. Viele andere Experimente hingegen verblüffen die Zuschauer. Ob es sich um papierdünne, leuchtende Zuckerglaskugeln, ein Radio aus Zitronensorbet oder um Himbeeren, die über dem Teller schweben, handelt – Tom Waschat sorge immer wieder für Überraschungen. In Stralsund wird er Suppen und weitere Herbstgerichte aus regionalen und saisonalen Zutaten zubereiten.

„Wir wollen mit dem Fest allen danken, die uns in unserer Arbeit unterstützen – in Zeiten, in denen es eine klare Haltung braucht, um sich zur offenen Kinder- und Jugendarbeit zu bekennen“, sagt Kathrin Pöthke. Deshalb kann sich jeder, der sich mit dem „Heuboden“ verbunden fühlt und dabei sein möchte, schon jetzt anmelden.

Auf dem Fest selbst wird es noch viele weitere Angebote – von der Heubastelei bis zur Druckerpresse – geben. Bevor sich Kathrin Pöthke aber mit ihrer Mannschaft an die weitere Vorbereitung macht, wurden erst einmal die Ferien genossen.

Tatsächlich liegt eine ereignisreiche Ferienwoche hinter zehn Kindern und Jugendlichen vom „Heuboden“. Die Schüler im Alter zwischen neun bis 15 Jahren konnten mit dem Kuttersegler ZK 10 der Segelschule Dänholm in den vergangenen Tagen mehrere Touren unternehmen und dabei viel über das Kreuzen und diverse Knotentechniken erfahren. Unter Anleitung des Kapitäns und Segellehrers Hendrick Behrendt durften die Schüler auch die Pinne bedienen und den Kurs bestimmen.

Zu den Höhepunkten der Ferienfreizeit gehörte eine Segeltour vom sogenannten Drigger Baggerloch über den Strelasund zum Andershofer Wassersportverein „Am Fischgraben“. Dort wurden die Schüler vom Opa einer Teilnehmerin erwartet, der schon den Grill angeschmissen hatte. Schlossermeister Jürgen Schulz (71), der durch seine selbst gebauten Stralsunder Gesundheitsgrill-Anlagen weit über die Grenzen der Hansestadt hinaus bekannt geworden ist, waltete seines Amtes und versorgte die hungrigen Freunde seiner Enkelin mit Grillfleisch und frischem Gemüse.

Duisburger mit Herz

Der Spitzenkoch Tom Waschat begann schon als Junge zu kochen. Seine Mutter war alleinerziehend, und er wollte sie unterstützen. Und so bereitete er für seine Geschwister und sich die Mahlzeiten zu. Viel Geld hatten sie nicht. „Doch gutes Essen muss nicht teuer sein“, sagt Waschat.

Obwohl er heute vor allem von Promis zum Kochen engagiert wird, liegen ihm besonders die Menschen am Herzen, die wenig Geld haben. In seiner Kochschule gibt er Kindern und Erwachsenen gratis Kochunterricht. 2014 eröffnete er eine Suppenbar in Duisburg. Dort bekommen Kinder und Obdachlose ihre Portion umsonst.

Die WDR-Fernsehdokumentation „Der Pottkoch“ begleitete Tom Waschat im Ruhrgebiet, als er mit jungen Müttern ebenso kochte wie mit behinderten Menschen.

Marlies Walther Christian Rödel

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