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Start des Hospizes lässt eine Vision wahr werden

Stralsund Start des Hospizes lässt eine Vision wahr werden

Frühjahrsempfang der Wohlfahrtseinrichtungen der Hansestadt stellte die Eröffnung der Pflegestätte für Menschen in ihrer letzten Lebensphase in den Mittelpunkt

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Das neue Stralsunder Hospiz trägt der Namen „Gezeiten“. Es hat seinen Sitz in einem separaten Trakt des Hauses „Am Mühlgraben“ der Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen.

Quelle: Jörg Mattern

Stralsund. Der Frühlingsempfang der Stralsunder Wohlfahrtseinrichtungen (Wfe) am Mittwochabend stand ganz im Zeichen der Eröffnung des ersten stationären Hospizes der Hansestadt am 1. April.

Die Einrichtung mit acht Pflegebetten hat ihre Heimstatt in einem separaten Trakt des Hauses „Am Mühlgraben“ der Wfe. Sie trägt künftig den Namen „Gezeiten“. Wie Anett Mülling, Leiterin des Sozialzentrums „Am Grünhufer Bogen“, erklärte, steht das Meer als Symbol für beständiges Leben und Sterben, sind die Gezeiten ein Sinnbild für Kommen und Gehen. „Die Mitarbeiter des Hospizes empfanden dieses Bild als sehr stimmig für die Arbeit, die jetzt vor ihnen steht“, erklärte Anett Mülling. „Wir wollen Menschen in ihrer letzten Lebensphase begleiten, ihnen im Angesicht des Todes Beistand leisten und versuchen, dabei auch die Angehörigen aufzufangen“, so die Zentrumsleiterin, zu deren neuen Aufgabenbereich künftig auch das Hospiz gehört.

Sabine Schwanz, Geschäftsführerin der Wohlfahrtseinrichtungen, hatte zuvor erklärt, dass die langwierigen Verhandlungen mit den Spitzengremien der Krankenkassen zum Erfolg geführt hatten: „Der Versorgungsvertrag ist seit vergangenem Freitag bei uns im Haus.“ Tatsächlich hatten die Kassen lange Zeit auf der Bremse gestanden, gar die Notwendigkeit eines Hospizes für Stralsund in Zweifel gezogen. Auch jetzt mischt sich ein kleiner Wermutstropfen in die Freude über den Start des stationäres Hospizes: „Der Versorgungsauftrag ist vorerst für zwei Jahre bewilligt“, so die Wfe-Chefin.

Stralsund hat also 24 Monate Zeit, nachzuweisen, dass eine solche Einrichtung am Sund notwendig und sinnvoll ist. Bislang haben todkranke Menschen nur die Wahl, sich in Hospizeinrichtungen in Bergen oder Greifswald betreuen zu lassen.

Yvonne Genzen, die Vorsitzende des Hospizvereins Stralsund ist optimistisch, dass es gelingt, die Krankenkassen am Ende zu überzeugen. „Schon als 2007 unser Verein gegründet wurde, hatten wir uns das Ziel gestellt, ein stationäres Hospiz zu betreiben“, erklärte sie. Die Vereinsvorsitzende verwies darauf, dass sich in der Hansestadt viele Partner zusammengetan haben, diese Vision wahr werden zu lassen. So hat das Hospiz „Gezeiten“ mit den Wohlfahrtseinrichtungen einen starken Kooperationsparten, der aktiv unterstützt wird vom Caritas Hospizverein und dem Förderverein für das stationäre Hospiz. Und es ziehen noch mehr Unterstützer mit an einem Strang. So überreichte Mittwochabend Heidrun Schröder für den Stralsunder Rotary Club eine Spende von 2000 Euro an das Hospiz. Mit Spenden in dieser Höhe sorgten auch die Firmen Spiegelblank und das Rehateam Ostseeküste für Freude.

Diese Hilfe ist wichtig, weil das Hospiz für seinen Betrieb jährlich 35000 Euro an Spenden aufbringen muss.

Ein Zentrum für den Dienst am Menschen

Das Hospiz ist die 4. Einrichtung des Sozialzentrums der Wohlfahrtseinrichtungen am Grünhufer Bogen.

Zum Zentrum gehören die Pflegeeinrichtungen „Am Mühlgraben“, „Am Stadtwald“ und „Am Grünhain“. Ferner befinden sich hier zwei Kitas, eine Arzt- und Zahnarztpraxis sowie der Seniorenpark für Sport und Spiel.

3 Millionen Euro kostet das Pflegehotel, das derzeit als nächste Einrichtung des Sozialzentrums im Bau ist. Die Eröffnung ist für den August geplant.

Von Jörg Mattern

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