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Stelen erinnern an dunkle Friedhofs-Geschichte

Stralsund Stelen erinnern an dunkle Friedhofs-Geschichte

Die Grabstätte auf dem Gelände des Krankenhauses West, der einstigen Provinzialheilanstalt in Stralsund, wurde eingefriedet

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Prof. Dr. Harald Freyberger und Dr. Jan Armbruster enthüllen eine der beiden Stelen.

Quelle: Robert Niemeyer

Stralsund. Zu Querflötenklängen und mit einer Schweigeminute ist gestern der Verstorbenen auf dem Friedhof des Krankenhauses West in Stralsund gedacht worden. Anlass war die Enthüllung zweier Stelen, die an die Geschichte der Grabstätte erinnern. Mit einem neuen Zaun ist der ehemalige Friedhof der IV. Pommerschen Provinzialheilanstalt nun wieder sichtbar geworden.

„Ein weiterer Schritt, mit dem wir zeigen wollen, dass dies ein historischer und bedeutsamer Ort ist“, sagte Prof. Dr. Harald Freyberger, Chefarzt der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie des Krankenhauses. Freyberger gehört einer Arbeitsgruppe an, die sich mit der Aufarbeitung der Geschichte des Klinikkomplexes im Westen der Hansestadt befasst. Unter anderem erinnern auf dem Gelände bereits sogenannte Stolperschwellen an NS-Opfer von Euthanasie und Zwangssterilisation.

Auch der Friedhof selbst hat eine dunkle Geschichte. 1912 noch als letzte Ruhestätte für Patienten der Provinzialheilanstalt angelegt, wurden im ersten Weltkrieg Opfer des massiven Hungersterbens dort beigesetzt. „Während dieser Zeit wurde die Anlage stummer Zeuge von Tod und Vernichtung“, sagte Dr. Jörg Armbruster, Leitender Oberarzt in der Forensischen Psychiatrie. Insgesamt starben in der Heilanstalt 2000 Menschen, von denen viele dort beerdigt worden sind. Später war die Anstalt Tuberkulose-Heilstätte. Auch Deserteure von SS-Angehörigen, die dort erschossen wurden, sind dort wahrscheinlich begraben. Diese Geschichte soll mit den beiden Stelen an den Eingängen zum Friedhof und der neuen Einfriedung sichtbar gemacht werden.

Als Nächstes ist geplant, die wenigen übrig gebliebenen Grabsteine zu restaurieren und auszustellen. 1950 wurde der Friedhof geschlossen. Danach verschwanden die meisten Grabsteine, unter anderem sollen sie als Baumaterial gedient haben.

Robert Niemeyer

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