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Sterne glänzen wieder am Rathaus

Stralsund Sterne glänzen wieder am Rathaus

Acht Sternornamente sind gestern wieder in die Öffnungen der Rathausfassade montiert worden.

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Die Fassade des Stralsunder Rathauses ist wegen der Sanierungsarbeiten im Moment komplett eingerüstet.

Stralsund. Die markanten Sternornamente des Stralsunder Rathauses sind wieder an ihrem Platz. Im April waren sie wegen der umfangreichen Sanierung der Schaufassade entfernt worden. Gestern sind die kupfernen und zum Teil vergoldeten Scheiben, die einen Durchmesser von etwa 2,50 Meter haben, wieder eingesetzt worden.

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Acht Sternornamente sind gestern wieder in die Öffnungen der Rathausfassade montiert worden.

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Befestigt werden die Schmuckelemente an Tragstangen. Bauleiter Klaus Grützmann erklärt: „Wir haben zwar alte, vertikale Stangen erhalten, aber technisch haben sie keine Bedeutung mehr. Sie stehen nur noch als Denkmal.“ Neue Stangen wurden dahinter geschraubt, sodass gemeinsam mit den horizontalen Stangen die Tragfähigkeit wieder gegeben ist. Neu ist, dass unter den Ornamenten eine kleine, vom Boden aus nicht sichtbare Blechwanne angebracht wurde. Sie leitet das Regenwasser so ab, dass es nicht mehr an der Fassade hinablaufen kann. An den Scheiben selbst musste nichts gemacht werden. „Die sind völlig in Ordnung“, sagt Klaus Grützmann.

Die etwa 80 Kilogramm schweren Scheiben sind vom einstigen Stadtbaumeister Ernst von Haselberg nach Zeichnungen aus dem Jahr 1730 den spätmittelalterlichen Originalen nachempfunden worden. Wer sie jedoch in den 1880er-Jahren anfertigte, ist heute nicht mehr nachvollziehbar. Angenommen wird, dass die Sternenscheiben das Himmelsreich symbolisieren, das als göttliche Ordnung über der irdischen, menschlichen Ordnung – dem Rathaus mit seinem Rat – steht.

In den vergangenen Monaten ist die Fassade für knapp 700000 Euro saniert worden. Bei den umfassenden Arbeiten sind Tausende Backsteine ausgetauscht worden. Dafür wurden in Glindow, einer brandenburgischen Spezial-Ziegelmanufaktur 4000 Formsteine nach historischem Vorbild gefertigt. Außerdem mussten viele Verfugungen erneuert werden, 300 Quadratmeter insgesamt. „Eine sehr zeitintensive Arbeit“, wie der Bauleiter erklärt. Zunächst wurden die Verfugungen in der Mitte mit einem Trennjäger aufgeschnitten und der Rest des Mörtels dann mit der Hand rausgeholt und schließlich die Fuge mit einem Wasserniederdruckverfahren gereinigt. Im Anschluss wurde der neue Mörtel mit einer Kelle aufgetragen. Zum abschließenden Glattstreichen des Materials wurde ein Spatel aus weichem Holz genutzt. Der sorgte dafür, dass die Fugen nicht so glatt geworden sind. Das passe besser zum Bild des 700-jährigen Baus. Zu den Arbeiten zählten zudem, dass die Rückseite der Fassade verputzt und Risse im Mauerwerk ausgebessert wurden. „Und wir haben die Ankerverbindungen überarbeitet“, sagt Klaus Grützmann. 107 Verbindungen wurden freigelegt, die Anker gesandstrahlt, mit einem Korrosionsschutz behandelt und wieder vermauert. Neun Anker mussten ganz abgetrennt und durch Krampen ersetzt werden.

Nun stehen nur noch Restarbeiten an. „Die erledigen wir beim Rückbau des Gerüstes“, sagt Klaus Grützmann. Der wird jedoch erst Anfang 2018 starten, denn die Demontage des Baugerüstes nimmt etwa sechs Wochen in Anspruch – würde also genau in die Zeit des Weihnachtsmarktes auf dem Alten Markt fallen.

Schmucke Fassade

Die markante Schaufassade des Stralsunder Rathauses hat eine Breite von etwa 30 Metern und eine Gesamthöhe von etwa 29 Metern. Bei einer Höhe von 14 Metern beginnen die im oberen Teil freistehenden Schaugiebelflächen.

An den Spitzen sind in acht Öffnungen Sternornamente befestigt. Die Scheiben haben einen Durchmesser von etwa 2,50 Metern und sind je etwa 80 Kilogramm schwer. Die Originale stammen aus dem Spätmittelalter. Die jetzigen Ornamente sind der Zeichnung aus dem Jahr 1730 von Stadtbaumeister Ernst von Haselberg nachempfunden worden.

Miriam Weber

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