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Störtebeker-Premiere mit Feuerwerk und viel Applaus

Ralswiek Störtebeker-Premiere mit Feuerwerk und viel Applaus

8000 Zuschauer erlebten Piratenspektakel auf der Naturbühne Ralswiek

Ralswiek. . Auf dem Schafott verkündet Störtebeker seine wichtigsten Botschaften an die Mächtigen im mittelalterlichen Hamburg: „Sie sind die wahren Verbrecher, in ihrer Gier würden sie alles tun, und das alles unter dem Deckmantel des Rechts.“ Der moralische Sieg mag in diesem Moment auf der Seite des Piratenführers liegen. Doch das hilft ihm wenig. Am Ende saust das Fallbeil herunter. Der Held stirbt, die Zuschauer jubeln.

Mit einer begeistert gefeierten Premiere haben am Samstagabend auf der Insel Rügen die 25. Störtebeker-Festspiele begonnen. Vor nahezu ausverkauften Rängen sahen mehr als 8000 Zuschauer die Premiere des Open-Air-Spektakels auf der Naturbühne Ralswiek: 150 Mitwirkende, 30 Pferde, Männer, die brennend von 15 Meter hohen Türmen stürzen, krachende Kartaunen, segelnde Koggen, an Hollywood-Blockbuster angelehnte Musik – und eine dichte Story um Intrige, Verrat, Liebe und den Kampf um Gerechtigkeit.

So romantisch und verliebt hatte das Publikum Klaus Störtebeker bisher noch nie gesehen. Der harte Pirat konnte gar nicht genug bekommen von den Küssen seiner Tetta – das Publikum floss geradezu dahin und spendete bei jeder Schmuseszene frenetisch Applaus. Wolfgang Lipperts Gesang wirkte diesmal außerordentlich samtig- weich und bisweilen sogar sentimental. Den Premierengästen ging das hörbar zu Herzen.

Der neue „Kleene“ aus Sachsen ist in dieser Spielsaison gar nicht so klein, sondern ein groß gewachsener schlanker Mann: Philipp Richter verkörpert auf grandiose Weise den Bettelmönch, der einen Aal zuerst für eine Ringelnatter hält und statt Fisch lieber eine „Bemme mit Lebarwurscht“ verspeisen möchte. Herrlich überdrehte Sprüche des „Kleenen“ sorgten für Schenkelklopfer im Publikum.

Seit 25 Jahren feiert das familiengeführte Open Air mit mehr als 7,3 Millionen Gästen Besuchererfolge. Allein 2016 kamen knapp 351 000 Zuschauer. Doch von ermüdender Routine, die sich nach einem Vierteljahrhundert ähnlicher Piratengeschichten mit gleicher Konfliktlage (Rächer der Armen kämpft gegen das Establishment)  einschleichen könnte, ist im diesjährigen Stück „Im Schatten des Todes“ nichts zu spüren.

Regisseur Marco Bahr, der im vergangenen Jahr noch als Schauspieler auf der Ralswieker Bühne stand,  gelingt es, die fintenreiche Intrige gegen die Likedeeler kompakt und spannend zu erzählen. Nicht nur machtpolitische Eigeninteressen des Simon von Utrecht (Nicholas König) und des Emdener Probstes Hisko Abdena (Mike Herrmann Rader) spielen in dem hinterhältigen Ränkespiel eine Rolle. Ja - wie könnte es in einem Piratenspektakel anders sein –, auch schöne Frauen sind hier die Wurzel allen Übels: Störtebeker (Bastian Semm) ist frisch mit der künftigen Erbin des Brookmer Landes, Tetta Tom Brok (Bianca Warnek), liiert, auf die und deren Land auch Probst Hisko ein Auge geworfen hat.

Intendant und Festspielgründer Peter Hick (71) ist sich sicher, dass es auch in den kommenden Jahren spannende Geschichten um den Piraten Klaus Störtebeker zu erzählen gibt. Im kommenden Jahr soll mit dem Stück „Ruf der Freiheit“ ein neuer Störtebeker-Zyklus beginnen. Ob dann der Piratenheld erneut von Bastian Semm verkörpert wird, ist bislang offen. In diesem Jahr verliert der „Robin Hood der Meere“ bis September noch 66 Mal seinen Kopf.

Christian Rödel und Martina Rathke

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